Quelle: Wikipedia / United Nations Cartographic Section

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Aktienmärkte: Potenzial auf dem Balkan

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Die Börsen des ehemaligen Jugoslawiens haben unter der Finanzkrise schwer gelitten: Seit 2007 verloren die dortigen Märkte über 70 Prozent an Wert. Doch anders als viele größere Schwellenmärkte in Asien oder Lateinamerika haben die Balkanbörsen bislang kaum auf das Ende der Finanzkrise reagiert: Doch diese Phase scheint nun zu enden.

So waren die Aktienmärkte Ex-Jugoslawiens in den ersten Wochen weltweit die Spitzenreiter bei der Wertentwicklung. Das dürfte auch daran liegen, dass ausländische Anleger, die ihr Kapital vor wenigen Jahren abrupt abgezogen haben, wieder mit ersten Investitionen zurückkommen. Aus gutem Grund, denn die Bewertungsdifferenzen zu den großen Schwellenmärkten sind enorm. Falls diese Entwicklung anhält, dürften die Märkte in derselben Heftigkeit zulegen, wie sie einst verloren haben.

Insgesamt verfügt das frühere Jugoslawien über ein immenses Aufholpotenzial: Auf einer Fläche, dreimal größer als Bayern, leben 23 Millionen Einwohner mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von etwa 5.000 Euro. Das liegt weit unterhalb des Durchschnitts in der Europäischen Union. Zudem bessern sich die Wirtschaftsdaten. Kroatien verzeichnete im vierten Quartal 2010 erstmals seit zwei Jahren wieder ein Wachstum. Noch stärker sollte sich Serbien erholen. Die Industrieaufträge dort wuchsen zuletzt um über zehn Prozent.

West-Balkanstaaten wie Kroatien und Serbien dürften außerdem in den nächsten fünf Jahren der EU beitreten dürften. Auch das macht ein Investment dort interessant.

Noch sind die Börsen der Region sehr klein. So haben alle an der serbischen Börse notierten Unternehmen gerade einmal einen halb so hohen Wert wie die Puma-Aktien. Freilich: Serbische Aktien gibt es derzeit mit etwa 30 Prozent Abschlag zum Buchwert, während Puma-Papiere mit einem Aufschlag von 150 Prozent gehandelt werden. Fein dosiert können die südosteuropäischen Märkte das Aktiendepot in diesem Jahr bereichern. Wer sich dafür entscheidet, sollte aber eine hohe Toleranz für Kursschwankungen mitbringen. Mittelfristig dürfte das gut belohnt werden.

Zum Autor: Gottfried Urban ist Vorstand der Neue Vermögen AG in Traunstein und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de. In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.
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