Aktienmarkt Brasilien „Wir erwarten in den nächsten Jahren hohe Renditen“
Was spricht konkret für den Stahlsektor?
Poppe: Wir sind der Ansicht, dass die produzierten Stahlmengen immer noch unter dem normalen Niveau liegen. Der brasilianische Stahlkonzern Gerdau beispielsweise verfügt über ungenutzte Kapazitäten. Sobald die Nachfrage vor allem in der Investitionsgüter- und Infrastrukturbranche anzieht, erwarten wir hohe Erträge und auch einen steigenden Aktienkurs. Gleichzeitig hält die chinesische Nachfrage nach Stahl die Preise auf hohem Niveau und unterstützt die Umsätze der Unternehmen.
Und welche Vorteile versprechen Sie sich vom Energiesektor?
Poppe: Der Energieversorgersektor dürfte vom Wirtschaftswachstum profitieren, wenn neue Auktionen für Erzeugungs- und Transmissionsprojekte durchgeführt werden, der Energieabsatz von Unternehmen mit Verteilernetz wächst, die Energiepreise langfristig steigen und sich die Branche konsolidiert.
Wo sehen Sie im Segment Gebrauchsgüter Chancen?
Poppe: Im Bereich Gebrauchsgüter optimiert und digitalisiert etwa Carrefour die operativen Prozesse in seinen Supermärkten. Ziel ist es, die Ausgaben der Verbraucher zu steigern und die eigenen Kosten zu senken. Das könnte die Verschlechterung der Margen stoppen und damit Investmentchancen schaffen.
Wo weicht Ihre Anlagestrategie vom Markt beziehungsweise den Wettbewerbern ab?
Poppe: Seit 1999 verfolgen wir den Ansatz, unterbewertete Titel auf Basis einer Fundamentalanalyse zu selektieren. Der Fonds konzentriert sich dabei auf den Erhalt von Kapital und Erträgen. In den letzten Jahren hat Brasilien verschiedene Investitionszyklen durchlaufen und den Boom und die Krise der lokalen und globalen Aktienmärkte überwunden. Die vergangenen Zyklen haben Chancen für diejenigen Investoren mit lokaler Expertise und einem disziplinierten Investment- und Fundamentalansatz eröffnet.



