Stephan Albrech

Stephan Albrech

Aktienmarkt: Die Korrektur ist bald vorbei

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Seit einem Jahr erleben Anleger ein wahres Wechselbad: Dem Einbruch des Dax im Sommer folgte im Herbst und Winter eine fulminante Rallye von 2.000 Zählern. Jetzt korrigiert die Börse deutlich, und die Angst vor Aktien nimmt wieder zu - just zum falschen Zeitpunkt. Denn Qualitätspapiere mit ordentlicher Dividende, die in der Schuldenkrise unverzichtbar sind, kauft man am besten in solchen Korrekturen.

Die Psychologie an den Börsen ist schon ein besonderes Phänomen: Steigen die Kurse, schaffen es die Anleger, selbst den sprichwörtlichen Elefanten zu ignorieren, der kurz davor steht, ihnen auf die Füße zu treten. Fallen die Kurse hingegen, rücken fast nur schlechte Nachrichten ins Rampenlicht. Derzeit sorgen vor allem der mögliche Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone und die eventuellen Folgen für Angst und Unruhe an den Märkten. Die Folge: Investoren werfen dem deutschen Staat das Geld förmlich hinterher, weil sie nichts mehr wollen als Sicherheit. Doch wollen Sie Ihre Geldanlage wirklich an völlig unkalkulierbare Entwicklungen koppeln?

0 Prozent Zinsen - ein schlagendes Argument für Dividendenwerte


Wer das tut, übersieht die Chancen, die solche Phasen der Unsicherheit bieten. Denn aktuell sind Aktien nicht nur aus strategischer, sondern auch aus taktischer Sicht interessant. Strategisch führt an Papieren starker Qualitätsunternehmen, die nicht nur ihre Preise am Markt durchsetzen können, sondern auch ordentliche Dividenden zahlen, seit längerem kein  Weg vorbei. Wie auch? In Zeiten, in denen der Bund Schulden für zwei Jahre zum Null-Zins aufnimmt, sind Staatsanleihen ebenso wenig eine Alternative wie Lebensversicherungen, die in diese Anleihen investieren (müssen). Auch Festgelder oder Sparbriefe von Banken schützen nur sehr bedingt vor zunehmender Geldentwertung.

Aktien sind strategisch und taktisch interessant

Das bringt uns zur Taktik: Wenn Anleger - je nach ihrer individuellen Bereitschaft - schon Kursrisiken auf sich nehmen müssen, um ihre Kaufkraft auf Dauer zu sichern, ist es doch besser, solche Qualitätstitel günstig, sprich: unterbewertet, einzukaufen als zu teuer. Eine solche Gelegenheit liegt meines Erachtens jetzt vor. Dafür spricht zum einen die Kraft, mit der die Aktienmärkte zwischen vergangenem Herbst und diesem Frühjahr nach oben gelaufen sind. Diese ungeheure Dynamik ist, bedingt durch die EZB-Geldspritze, aber auch durch bessere Konjunktursignale, ein klares Zeichen für den Start einer neuen Aufwärtsbewegung.

Zweimonatige Korrektur jetzt am Ende?

Zum anderen haben die Kurse im Dax seit Mitte März rund 38 Prozent des vorherigen 2.000-Punkte-Anstiegs korrigiert. Ein solcher Rückgang ist typisch für Korrekturen in einem neu etablierten Aufwärtstrend. Die hohe Wahrscheinlichkeit, dass die jüngste Korrektur nun an ihr Ende kommt, wird zudem durch technische Indikatoren untermauert, die unmittelbar vor Kaufsignalen stehen.

Fazit: Aktuell ist sicher nicht der schlechteste Zeitpunkt, um erneut Aktien zu kaufen - auf jeden Fall ein besserer als im März. Damals hatte ich geschrieben: „Wenn die Nachrichten sich in diesem Zuge eintrüben, dürften sich gute Gelegenheiten bieten, bei Aktien aufzustocken.“ Nun ist es so weit. Allerdings sollte man wegen der zahlreichen Unwägbarkeiten noch immer einen Teil seines Pulvers trocken halten.

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