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Aktienmarkt So finden Anleger die besten Dividendenwerte

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Dividenden sind die neuen Zinsen

Tatsächlich weisen Dividenden und Zinskupons viele Gemeinsamkeiten auf. Beide liefern dem Investor planbare Erträge, die Verluste bei anderen Anlageklassen abfedern können. Zwar sind Dividenden – anders als Zinskupons – nicht garantiert. Eine stabile Dividendenpolitik gilt aber als Zeichen guter Unternehmensführung. Daher halten viele Unternehmen ihre Ausschüttungen auch dann konstant, wenn es mit ihren Gewinnen mal nicht rund läuft, wie der Blick auf vergangene Krisen zeigt.

Selbst im schwierigen Börsenjahr 2018 schütteten die DAX-Unternehmen eine Rekordsumme von 36,5 Milliarden Euro aus, zeigen die DSW-Zahlen. Ähnlich wie früher Anleihen wirken Aktien von Unternehmen mit langer Dividenden-Historie wie Airbags im Depot: Sie verfügen über solide Geschäftsmodelle und schwanken in der Regel weniger als andere Aktien. Dividendenaktien können damit ein wirksamer Schutz gegen Marktverwerfungen sein.

Deutschland in der Krise

Eigenschaften, die gerade für Investoren hierzulande künftig entscheidend für den Anlageerfolg sein dürften: Der Ausblick für die Bundesrepublik ist nicht rosig. Die Geschäfte der deutschen Industrie laufen so schlecht wie seit der Finanzkrise im Jahr 2009 nicht mehr. Die offiziellen Wachstumszahlen zeigen zwar bisher nur einen leichten Knick nach unten. Marktbeobachter gehen jedoch davon aus, dass das Wirtschaftswachstum auch im dritten Quartal rückläufig sein wird – dann wäre Deutschland offiziell in der Rezession.

Dividenden-Investoren brauchen einen Bärenmarkt aber nicht zu fürchten. Im Gegenteil: Vorübergehende Schwächeperioden sind eine Chance, günstig an Dividenden-Titel zu kommen: Denn fallen die Kurse an den Kapitalmärkten, ziehen die Dividendenrenditen an – die Aktie wird für Dividenden-Jäger aussichtsreicher.

Nicht blenden lassen

Entscheidend dafür ist allerdings, dass Investoren auf die richtigen Titel setzen. Die Aktie mit der höchsten Dividendenrendite ist zum Beispiel nicht automatisch auch die beste Wahl. Denn der Wert kann auf unterschiedliche Weisen steigen: einmal, wenn die Aktionäre auf der Hauptversammlung beschließen, die Dividende anzuheben. Zum anderen aber auch, wenn die Aktie unter Druck gerät.

Zu den besten Dividendenzahlern im DAX gehören ausgerechnet Unternehmen aus jener Branche, die jüngst besonders an Ansehen eingebüßt hat: der Autoindustrie. Daimler etwa schüttete einen Tag nach der Hauptversammlung im Mai 3,65 Euro je Aktie aus. Das entspricht einer Dividendenrendite von rund sieben Prozent.

Auch Volkswagen beschenkte seine Anleger und hob die Dividende um 90 Cent auf 4,80 Euro je Aktie an, was einer Dividendenrendite von 3,49 Prozent entspricht. BMW-Investoren kommen auf 4,96 Prozent Dividendenrendite. Grund für den Geldregen war ausgerechnet der Skandal um manipulierte Dieselmotoren: Er ließ die Kurse der Hersteller in den Keller rauschen und die Dividendenrenditen steigen.

Stabile Cashflows

Aussagekräftiger als die Dividendenrendite ist die Dividenden-Historie. Sie liefert Antworten auf Fragen wie: Seit wann zahlt das Unternehmen Dividende? Wann wurde sie gekürzt? Wann das letzte Mal erhöht? Anhand dieser Informationen können sich Investoren ein gutes Bild davon machen, wie solide das Geschäftsmodell eines Unternehmens ist.

Schaffte es der Konzern beispielweise, seine Ausschüttungen selbst während der Finanzkrise 2009 stabil zu halten oder gar zu steigern, spricht das für hohe und stabile Cashflows. Die Chancen stehen dann gut, dass das Unternehmen seine Dividende auch in der nächsten Krise weiterzahlt.

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