Aktienquote und Bonitäten

Risiko bei defensiven Mischfonds nimmt zu

//

Defensive Mischfonds peppen die derzeit sehr niedrigen Anleiherenditen mit Erträgen aus Dividendenpapieren auf. Damit eignen sie sich für konservative Anleger als eine Alternative zu Rentenfonds. Doch das Risiko, das in diesen Multi-Asset-Produkten steckt, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Das ergab eine Untersuchung der Ratingagentur Morningstar. Grund sind eine höhere Aktienquote sowie eine niedrigere Bonität von Rentenpapieren im Portfolio.

In die Kategorie Defensive Mischfonds ordnet Morningstar Produkte ein, die eine Aktienquote von maximal 35 Prozent haben. Üblicherweise liegt der durchschnittliche Aktienanteil deutlich darunter. Allerdings hat sich dieser Anteil in den vier Jahren zwischen 2011 und 2014 um 5 Prozentpunkte von 17 auf 21 Prozent erhöht (siehe Tabelle). „Bemerkenswert, wenn man die niedrige Ausgangsbasis berücksichtigt“, kommentiert eine Morningstar-Analystin.

Auch bei der Kreditqualität der Rentenpapiere lässt sich der Trend der letzten Jahre hin zu mehr Risiko deutlich beobachten. So waren im Herbst 2011 noch über 11 Prozent der Fonds durchschnittlich in den besten Ratingklassen unterwegs, während es Ende März 2015 kein einziger mehr war (siehe Tabelle). Der Großteil der Fonds bewegt sich im Durchschnitt mittlerweile in den mittleren bis niedrigen Ratingklassen BB und B: Dieser Anteil stieg zwischen September 2011 und März 2015 von 40 auf 43 Prozent. 

Noch mehr Risiken seitens der Mischfonds-Rentenportfolios waren konservative Anleger allerdings im September 2013 ausgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt wies der Großteil der defensiven Mischfonds eine durchschnittliche Kreditqualität im Hochzins-Bereich auf. Nun scheinen sich die Manager wieder auf ihre Zielgruppe besinnt zu haben, so dass das Bonitätsrisiko in ihren Fonds wieder etwas gesunken ist. 

Mehr zum Thema
nach oben