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in Politik & GesellschaftLesedauer: 5 Minuten

Kritik an Regierungsplänen Wie aus der Aktienrente eine Aktienrücklage wurde

Großeltern und Enkel
Großeltern mit Enkelkind: Mit dem Generationenkapital aus der Aktienrente soll das Rentensystem stabilisiert werden. | Foto: imago images/Westend61

Neues Jahr, neues Glück, zumindest für zukünftige Rentner. Denn in diesem Jahr soll sie endlich starten, die Aktienrente. Oder das, was von dem ursprünglichen Konzept übriggeblieben ist. Zur Stabilisierung der Rente will die Bundesregierung auf den Kapitalmarkt setzen. Ab dem Jahr 2023 sollen zehn Milliarden Euro pro Jahr über einen Zeitraum von mindestens 15 Jahren in einen Fonds fließen. Damit soll ein Generationenkapital aufgebaut werden, womit zum Ende der 2030er Jahre das Rentensystem stabilisiert wird. Die ersten Erträge aus den Wertpapieren sollen dann ab 2037 in die Rentenversicherung fließen. 

Die gute Nachricht dabei: Über die konkreten Investitionen sollten keinesfalls Politiker entscheiden. Das Geld soll unabhängig von der Regierung über eine öffentlich-rechtliche Stiftung langfristig von Profis auch in Aktien angelegt werden. Nachhaltigkeitskriterien werden ebenfalls dabei berücksichtigt. Das Risiko für eventuelle Verluste trägt der Bund. Die schlechte Nachricht: Der Bund hat das Geld nicht.

 

Für die zehn Milliarden jährlich will der Bund ein Darlehen aufnehmen. Da die Zeit der Nullzinsen mittlerweile vorüber ist, müssen dafür natürlich auch Zinsen gezahlt werden. Die Kreditzinsen schmälern entsprechend den zu erwartenden Gewinn.

Für Privatanleger ist eine Investition in den Aktienmarkt auf Pump eigentlich eine Todsünde. Denn das Risiko ist immens. Unerfahrene Anleger sollte eine solche Idee sofort verwerfen. Bei Profis dagegen wird das Investieren auf Kredit von vielen Investoren genutzt, um die eigene Rendite zu erhöhen. Basis des Ganzen ist der sogenannte Hebel-Effekt, auch bekannt als: Leverage-Effekt.

Pläne der Bundesregierung: So funktioniert der Aktienkauf auf Pump

Der Leverage Effekt beschreibt die Hebelwirkung des Fremdkapitals auf die Eigenkapitalrendite. Durch zusätzliches Fremdkapital kann die Eigenkapitalrendite für den Eigentümer gesteigert werden. Ein Beispiel für den Leverage-Effekt bei Aktien ist, wenn ein Investor 100.000 Euro hat und beschließt, dieses Geld in eine Aktie zu investieren, die zum aktuellen Kurs 50 Euro kostet. Mit seinem Kapital kann er 2.000 Aktien kaufen.

Wenn der Kurs der Aktie um zehn Euro steigt, würde der Investor 20.000 Euro Gewinn machen (2.000 x 10). Jetzt nimmt der gleiche Investor einen Kredit von 400.000 Euro auf, um mehr Aktien zu kaufen. Mit dem zusätzlichen Kapital kann er nun weitere 8.000 Aktien kaufen. Wenn der Kurs der Aktie um 10 Euro steigt, würde der Investor 80.000 Euro zusätzlichen Gewinn machen (8.000 x 10). Davon muss er noch die Kreditzinsen abziehen.

 

In diesem Beispiel hat der Investor mit Leverage eine höhere Rendite auf sein Eigenkapital erzielt, da er mit dem gleichen Anstieg des Aktienkurses viermal mehr Gewinn gemacht hat. Allerdings birgt es auch ein höheres Risiko, da Verluste aus den zusätzlichen Aktien proportional höher sein können. Ein höheres Leverage-Niveau bedeutet auch ein höheres Risiko für den Totalverlust des investierten Kapitals, da bei fallenden Kursen die Verluste schneller ansteigen können als das eingesetzte Kapital.

Auf der nächsten Seite: Warum das Konzept der Aktienrente so nicht tragfähig ist

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