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Vorreiter USA Wie Aktienrückkäufe die Kurse treiben

Apple-Flagshipstore an der Fifth Avenue in New York
Apple-Flagshipstore an der Fifth Avenue in New York: Das Kultunternehmen hat im Jahr 2022 für rund 90 Milliarden US-Dollar eigene Aktien zurückgekauft. | Foto: Imago Images / NurPhoto

Allein im ersten Quartal 2023 haben die im S&P 500 gelisteten Unternehmen für mehr als 215 Milliarden US-Dollar eigene Aktien am Markt zurückgekauft. Auch in Deutschland erfreuen sich Aktienrückkäufe steigender Beliebtheit. Sie sind ein effizienter Weg, Aktionäre zu entlohnen. Wie funktionieren Aktienrückkäufe? Was sind die Vor- und Nachteile dieses Verfahrens? Worauf müssen Anleger achten und wie können sie davon profitieren?

Wie Aktienrückkäufe ablaufen

Vor 1998 durften deutsche Unternehmen eigene Aktien nur in Ausnahmefällen erwerben. Unter anderem war es möglich ausstehende Anteile einzusammeln, um sie danach wieder an Mitarbeiter als Belegschaftsaktien auszugeben. Der Rückkauf war immer an einen besonderen Zweck gebunden. Mit Umsetzung europäischer Richtlinien zur Harmonisierung des Kapitalmarktes dürfen seither eigene Anteile auch ohne besonderen Grund erworben werden. Dies heißt jedoch nicht, dass beherzt zugegriffen werden darf.

Das Unternehmen muss zunächst die Zustimmung seiner Aktionäre auf der Hauptversammlung einholen. Zudem sind Aktienrückkäufe aus Gründen des Anlegerschutzes pro Beschluss auf 10 Prozent des Grundkapitals begrenzt. Die Aktien können vom Unternehmen über einen vorher definierten Zeitraum an der Börse erworben werden, oder über ein Rückkaufangebot an die Aktionäre. Die erworbenen Aktien werden vom Unternehmen entweder gelöscht oder aber als Zahlungsmittel (sogenannte Treasury Shares) in der Bilanz verbucht. So oder so werden die eingezogenen Anteile bei zukünftigen Dividendenzahlungen oder Gewinnen nicht berücksichtigt und erhöhen so die Partizipation noch ausstehender Aktien. Dies kommt einer Aufwertung der noch ausstehenden Aktien gleich.

 

Vor- und Nachteile von Aktienrückkäufen

Aktienrückkäufe sind eine Möglichkeit für Unternehmen Aktionäre zu entlohnen. Sie bringen einige positive Aspekte mit sich, folgend im Überblick:

  • Kurssteigerung: Durch den Aktienrückkauf steigt die Nachfrageseite bei gleichbleibender Angebotsseite, was normalerweise zu Kurssteigerungen führt.
  • Mögliche Steuervorteile: Kauft ein Unternehmen eigene Aktien zurück, statt eine Dividende auszuschütten, kann dies zu Steuervorteilen beim Endinvestor führen. Im Normalfall zahlt der Endanleger mit Erhalt der Dividende die Abgeltungssteuer. Beim Aktienrückkauf wird das Kapital thesauriert. Ein aus eventuellen Kursanstiegen resultierender Gewinn muss erst mit Verkauf beim Aktionär versteuert werden.
  • Aufwertung der noch ausstehenden Anteile: Da das Unternehmen keinerlei Anspruch auf Dividende oder Gewinne an den eingezogenen Anteilen besitzt, verteilen sich diese auf eine geringere Anzahl von Aktien, die dementsprechend eine höhere Partizipation genießen. Die Ausschüttung pro Aktie steigt.
  • Verbesserung der Bewertungs-Multiples: Löscht das Unternehmen die eingesammelten Anteile, ist mit einer Verknappung der ausstehenden Anteile zu rechnen. Eine Verknappung führt zudem zu einer nachhaltigen Verbesserung der Bewertungskennzahlen.
  • Positive Signalwirkung: Kauft das eigene Unternehmen Anteile zurück, wird dies als positives Signal wahrgenommen, nach dem Motto: „Das Unternehmen glaubt an sich“, beziehungsweise: „Das Unternehmen findet sich selbst zu günstig“.

Den genannten Vorteilen stehen aber auch Kritikpunkte gegenüber. Hier ein Überblick über die Nachteile:

  • Fehlendes Wachstum: Unternehmen wird bei zu hohen Ausschüttungen und auch bei Rückkäufen unterstellt, dass das Wachstum ausgereizt ist, da das Kapital offenbar nicht mehr in den Geschäftsbetrieb investiert wird.
  • Temporärer Effekt: Sollte das Unternehmen die Aktien nicht löschen, sondern als sogenannte Treasury-Shares bilanzieren, können diese zum späteren Zeitpunkt wieder auf den Markt gegeben werden, was zu einem Zurückdrehen der positiven Aspekte führt.
  • Verschuldungsgrad: Wird der Rückkauf nicht über eigene Mittel finanziert, sondern aus Fremdkapital, kommt es zu einer Verschlechterung des Verschuldungsgrades. Dies ist besonders kritisch zu sehen, sollten die eingezogenen Stücke nicht liquidiert werden.

Was Anleger beachten sollten

Um an den positiven Aspekten zu partizipieren ohne Nachteile zu erleiden, sollte alle Parameter beachtet werden. Besonders interessant erscheinen Unternehmen, die aus freien Mitteln in einer gewissen Regelmäßigkeit Rückkäufe tätigen und damit Anteile dauerhaft vom Markt nehmen.

Bei der Vermögensverwaltung Habbel, Pohlig & Partner sind wir vom Mehrwert von Aktienrückkäufen überzeugt. Wir suchen systematisch nach Unternehmen, die ihre Aktienanzahl kontinuierlich reduziert haben. Gleichzeitig vermeiden wir Titel, die über die Ausgabe neuer Aktien den Wert der Anteile verwässern. Doch nicht nur wie viele Aktien ein Unternehmen zurückkauft ist maßgeblich, Portfoliotitel müssen für uns zudem ganzheitlich unter den Aspekten Trend, Qualität, Risiko, Ratings und Aktienrückkäufe überzeugen. Damit wird das Risiko des Anlagestils gestreut und die Trefferquote und der Erwartungswert der Rendite werden erhöht.

 

Disclaimer:

Die Angaben dienen ausschließlich Marketing- und Informationszwecken und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen dar. Das Sondervermögen weist auf Grund seiner Zusammensetzung und seiner Anlagepolitik ein nicht auszuschließendes Risiko erhöhter Volatilität auf, d.h. in kurzen Zeiträumen nach oben oder unten stark schwankender Anteilpreise. Alleinige Grundlage für den Anteilerwerb sind die Verkaufsunterlagen (Basisinformationsblatt, Verkaufsprospekt, Jahres- und Halbjahresbericht) zum Investmentvermögen. Verkaufsunterlagen zu allen Investmentvermögen der Universal-Investment sind kostenlos bei Ihrem Berater / Vermittler, der zuständigen Verwahrstelle / Depotbank oder bei Universal-Investment unter www.universal-investment.com erhältlich. Eine Zusammenfassung Ihrer Anlegerrechte in deutscher Sprache finden Sie auf www.universal-investment.com/media/document/Anlegerrechte. Zudem weisen wir darauf hin, dass Universal-Investment bei Fonds für die sie als Verwaltungsgesellschaft Vorkehrungen für den Vertrieb der Fondsanteile in EU-Mitgliedstaaten getroffen hat, beschließen kann, diese gemäß Artikel 93a der Richtlinie 2009/65/EG und Artikel 32a der Richtlinie 2011/61/EU, insbesondere also mit Abgabe eines Pauschalangebots zum Rückkauf oder zur Rücknahme sämtlicher entsprechender Anteile, die von Anlegern in dem entsprechenden Mitgliedstaat gehalten werden, aufzuheben. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Ermittlung der Wertentwicklung erfolgt nach der BVI-Methode (ohne Berücksichtigung von Ausgabeaufschlägen). Bei einem Anlagebetrag von EUR 1.000,00 über eine Anlageperiode von fünf Jahren und einem Ausgabeaufschlag von 5 Prozent würde sich das Anlageergebnis im ersten Jahr um den Ausgabeaufschlag in Höhe von EUR 50,00 sowie um zusätzlich individuell anfallende Depotkosten vermindern. In den Folgejahren kann sich das Anlageergebnis zudem um individuell anfallenden Depotkosten vermindern. Die Performance wird anhand der BVI Methode ermittelt. Die Fondsperformance gemäß BVI-Methode ist die prozentuale Änderung des Anteilswertes zwischen Beginn und Ende des Berechnungszeitraums. Dabei wird von der Wiederanlage evtl. Ausschüttungen ausgegangen.

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