Auf dem europäischen Markt für aktive ETFs hat sich die Rangfolge bei den Nettozuflüssen verschoben. Nach Zahlen des Datenanbieters Morningstar sammelte Invesco im ersten Halbjahr 2026 rund 2,9 Milliarden Euro ein und lag damit erstmals vor J.P. Morgan Asset Management, das auf etwa 2,6 Milliarden Euro kam. Über Jahre hatte J.P. Morgan die Zuflüsse in diesem Segment angeführt.
Der Gesamtmarkt wächst weiter deutlich. Dem aktuellen Europe-Active-ETF-Trends-Report von Morningstar zufolge erreichte das Vermögen in aktiven ETFs mit Sitz in Europa Ende Juni gut 108 Milliarden Euro – annähernd das Dreifache des Stands von Ende 2023. Im ersten Halbjahr flossen den Produkten 18,8 Milliarden Euro zu, was 8,8 Prozent aller ETF-Zuflüsse in Europa entsprach, nach 7,6 Prozent im Jahr 2025. Klein bleibt das Segment dennoch: Auf aktive ETFs entfallen erst 3,4 Prozent des gesamten europäischen ETF-Vermögens, während der Anteil in den USA bei rund 12,5 Prozent liegt.
J.P. Morgan bleibt beim Vermögen führend
Beim verwalteten Vermögen bleibt J.P. Morgan laut Morningstar der größte Anbieter. Der Marktanteil liegt bei rund 42 Prozent, nach etwa 47 Prozent Ende 2025. Dahinter folgen Fidelity mit 9,9 Prozent und iShares mit 8,2 Prozent. Invesco zog an Pimco vorbei auf Rang vier. Auf die fünf größten Anbieter entfallen zusammen 71 Prozent des Vermögens.
Das Wachstum stützt sich nicht mehr allein auf Aktien. Nach Morningstar-Daten zogen aktive Anleihe-ETFs im ersten Halbjahr 27 Prozent der Zuflüsse an, nach 10 Prozent im Jahr 2024. Zugleich treten weitere Anbieter in den Markt ein: Im ersten Halbjahr kamen 75 neue aktive ETFs hinzu, der europäische Bestand stieg damit auf 332 Fonds. Zu den Neueinsteigern zählten unter anderem Pictet und Alliance Bernstein.
