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in AnalysenLesedauer: 3 Minuten

Scope prognostiziert Aktive ETFs – raus aus der Nische

Aktiv gemanagte ETFs stecken hierzulande noch in den Kinderschuhen, in den USA sind sie verbreiteter
Aktiv gemanagte ETFs stecken hierzulande noch in den Kinderschuhen, in den USA sind sie verbreiteter: Analysehaus Scope misst den Noch-Exoten großes Potenzial bei. | Foto: Jessica Hunold/Canva /Imago Images/ZUMA Wire

In den USA schon relativ weit verbreitet, hierzulande kaum bekannt: Aktiv gemanagte ETFs fristen in Deutschland noch ein Nischendasein. Das könnte sich jedoch ändern, sagen Analysten von Scope voraus. Die Autoren einer Untersuchung zu aktiven ETFs zählen die Vorteile auf: Wie ein klassischer Fonds haben auch aktiv gemanagte ETFs die Chance, den Markt zu übertreffen – bei gleichzeitig hoher Transparenz und geringen Kosten.

In ihrer Analyse haben die Scope-Autoren sämtliche in Deutschland erhältliche aktiv gemanagte ETFs unter die Lupe genommen: Das waren 32 Aktien-ETFs und 18 Renten-ETFs, insgesamt 50 Produkte. Zehn Fondshäuser bieten hierzulande aktiv gemanagte ETFs an.

Anzahl aktiver ETFs je Fondsgesellschaft

Anzahl aufgelegter aktiver ETFs je Gesellschaft
Anzahl aufgelegter aktiver ETFs je Gesellschaft © Scope

„Die meisten aktiven ETFs finden Anleger in den Peergroups Aktien Nachhaltigkeit/Ethik Welt, Aktien Nordamerika und Aktien Welt“, heißt es von Scope. Dagegen seien Anleihefonds mit kurzen Laufzeiten (Euro Renten kurz) das Segment mit dem höchsten verwalteten Volumen.

Preislich liegen aktiv verwaltete ETFs in etwa bei den klassischen Indexfolgern oder leicht darüber. Die Gesamtkostenquoten reichen von 0,05 bis 0,85 Prozent. Auch das Anlageergebnis mehrerer Fonds aus der Analyse kann sich sehen lassen.

Die zehn größten aktiven ETFs hierzulande

Die Tabelle von Scope zeigt die zehn größten in Deutschland erhältlichen aktiven ETFs.
Die Tabelle von Scope zeigt die zehn größten in Deutschland erhältlichen aktiven ETFs. © Scope

Insgesamt liegt in Europa erst wenig Kapital in aktiven ETFs, deutlich populärer sind nach wie vor die indexfolgenden ETFs. In Deutschland waren Ende Juli rund 18 Milliarden Euro in aktiven ETFs angelegt. Rechnet man dagegen die Mittel aus allen 1954 verfügbaren ETFs zusammen – aktiven wie passiven – so sind dort etwa 1,5 Billionen Euro investiert.

Potenzial zum „Gamechanger“

Allerdings dürfte das Segment noch kräftig wachsen, vermuten die Scope-Analysten. Der europäische Markt könnte dabei den Trends am US-Markt folgen. Darauf deute eine Umfrage der New Yorker Privatbank Brown Brothers Harriman hin: 71 Prozent der europäischen Investoren wollten nach eigenen Angaben in den kommenden zwölf Monaten stärker in aktiv gemanagte ETFs investieren.

Was den Siegeszug der Produkte in Europa bislang behindert? Vielen der Fonds fehle die Historie, sie ließen sich so schlechter beurteilen, heißt es von Scope. Knapp 40 Prozent der analysierten Fonds waren weniger als drei Jahre alt. Doch auch der Vertrieb könnte bremsen, vermuten die Analysten. Denn ETF-Anbieter zahlen keine Bestandsprovisionen. Zusammen mit den geringen veranschlagten Gebühren sind sie daher für Fondsgesellschaften und Finanzberater weniger lukrativ.

Trotzdem könnte die Stunde der aktiv gemanagten ETFs noch kommen, vermutet man bei Scope: Wenn die Produkte erst drei bis fünf Jahre Track Record hätten, könnten sie für institutionelle Anleger, aber auch private Selbstentscheider spannend werden. „Die Chance auf eine Mehrrendite bei gleichzeitig niedrigen Kosten ist für diese Anlegergruppen hoch attraktiv“, heißt es von Scope. Aktiv gemanagte ETFs hätten das „Potenzial zum Gamechanger“ in der anhaltenden Aktiv-Passiv-Debatte.