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Aktive Vermögensverwaltung „Unser Herzstück ist die Asset-Allokation"

Carmen Daub, Gothaer Asset Management
Carmen Daub, Gothaer Asset Management
Töchter können durchaus von ihren Müttern profitieren. So nutzt auch Gothaer Asset Management (GoAM) für ihre vermögensverwaltenden Fonds das Know-how der Muttergesellschaft und ihres Investment-Teams. Die Comfort-Fonds werden mit derselben Expertise und denselben Prozessen wie das Sicherungsvermögen der Gothaer Versicherung gemanagt.

Mit Erfolg: Mehr als 200 Millionen Euro sind mittlerweile in den Fonds investiert. Die kumulierte Performance über fünf Jahre beträgt per 30. Juni 2014 beim Gothaer Comfort Ertrag 20,7 Prozent, und der Gothaer Comfort Balance kommt auf stolze 41,6 Prozent.

Vor allem im Direktgeschäft erfreuen sich der Comfort Ertrag und der Comfort Balance großer Beliebtheit, die offensivere Variante des Comfort Dynamik ist dagegen ein typisches Vehikel für langfristigen Vermögensaufbau, zum Beispiel in fondsgebundenen Versicherungen.

„Über unsere Comfort Fonds Ertrag und Balance können wir privaten Anlegern eine aktive Vermögensverwaltung bieten. Wir orientieren uns dabei nicht an einer Benchmark“, erläutert Fondsmanagerin Carmen Daub.

Die Vermögensauswahl ist so flexibel gestaltet, dass durch die taktische Auswahl und Gewichtung der Anlageklassen die besten Chancen wahrgenommen werden können. „Unser Herzstück ist die Asset-Allokation. Wir versuchen, durch eine breite und aktive Mischung von Asset-Klassen eine langfristige attraktive Rendite zu erzielen, aber in turbulenten Marktphasen das Risiko zu begrenzen“, erläutert Daub.

Fokuswechsel: Ertrag oder Risiko?

Die Portfolios der Fonds, die sie seit 2011 managt, setzen sich aus unterschiedlichen Zielfonds zusammen. Je nach Einschätzung der Märkte steht entweder die Optimierung der Ertragsseite oder die Begrenzung der Risiken im Fokus. Das Anlageuniversum umfasst insbesondere Aktien-, Renten-, Misch- und Geldmarktfonds.

„Der Investmentprozess folgt einem disziplinierten quantitativen Ansatz, der ständig durch unser fundamentales, volkswirtschaftliches Bild und die damit verbundenen Markteinschätzungen der Portfoliomanager ergänzt wird“, erläutert Daub. Er besteht aus drei Stufen: In der strategischen Asset-Allokation legt das Team die langfristige Positionierung über alle Anlageklassen fest. Sie erfolgt prognosefrei.

Dagegen gehen bei der taktischen Asset-Allokation die mittelfristigen Prognosen ein, die regelmäßig überprüft und entsprechend angepasst werden.

Im dritten Schritt wählen die Experten schließlich die Zielfonds aus. Die Aktienquote ist beim Comfort Balance auf 70 Prozent des Fondsvolumens begrenzt. Renten und Cash dürfen maximal 80 respektive 50 Prozent ausmachen. Zudem kann Daub Derivate zu Performance- und Absicherungszwecken einsetzen.

Der Gothaer Comfort Ertrag fährt dagegen eine sicherheitsorientierte Anlagestrategie mit einem Aktienanteil zwischen 0 und 30 Prozent. Aktuell liegt der Aktienanteil beim Comfort Ertrag bei knapp 22 Prozent, Anleihen sind mit rund 69 Prozent gewichtet, die Cash-Quote liegt bei rund 4 Prozent.

Beim offensiveren Comfort Balance beträgt der Aktien- sowie Anleiheanteil derzeit jeweils knapp über 40 Prozent. Weitere Bestandteile sind alternative Investments, Unternehmensanleihen, High-Yield-Anleihen sowie Emerging Market Bonds in lokalen Währungen.

Weiterhin für Aktien optimistisch

„In dem insgesamt risikofreudigen Umfeld sind wir für Aktien weiterhin optimistisch. Allerdings sind die Bewertungen mittlerweile schon ambitioniert, sodass wir in diesem Jahr immer mal wieder unsere Aktienquote leicht reduziert haben. Zudem gehen wir von kleinen Rücksetzern am Aktienmarkt aus“, beschreibt Daub die aktuelle Strategie.

Bei Renten erwarten die Gothaer-Experten mittelfristig moderat steigende Renditen, speziell bei Staatsanleihen der Kernländer. Je nach Marktgegebenheiten soll deshalb kurzfristig das Zinsveränderungsrisiko in den Fonds reduziert werden.

Für die Auswahl der Zielfonds nutzt die Gothaer die Datenbank von Morningstar und erstellt verschiedene Peergroups. Dann selektieren die Experten quantitativ. Ein Zielfonds muss mindestens drei Jahre alt sein und 100 Millionen Euro Volumen aufweisen. „Nach dem quantitativen Ranking gehen wir qualitativ vor und führen unter anderem Gespräche mit den Fondsmanagern“, sagt Daub.

Nur wenn keine geeigneten Zielfonds gefunden werden, investiert die Fondsmanagerin in Exchange Traded Funds (ETFs). Bei bestimmten Anlagementideen nutzt Daub auch Einzelinvestments.

Wichtig ist ihr, dass fast alle Positionen währungsgesichert sind: „Wir gehen nur dann Währungs-Exposure ein, wenn wir von einer Währung überzeugt sind und aktiv dieses Risiko nehmen wollen.“ Kein Wunder: Das Erkennen von Risiken gehört schließlich zur erfolgreichen Investmentphilosophie.


Quelle: Gothaer Asset Management, MMD - Stand: 30. Juni 2014


Quelle: Gothaer Asset Management, MMD - Stand: 30. Juni 2014
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