Seit gut einem Jahr dominieren zwei übergeordnete Trends die Entwicklung an den Kapitalmärkten. Da ist zum einen der durch ChatGPT und ultra-leistungsfähige Computer-Chips ausgelöste Hype um Künstliche Intelligenz (KI). Dieser katapultierte insbesondere Technologieaktien auf neue Höhen. Er bietet Unternehmen völlig neue Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung.

Zum anderen multiplizierten sich die Kurse der Pharmariesen Eli Lilly und Novo Nordisk. Durch ihre revolutionären Abnehmspritzen, bei denen es sich eigentlich um Diabetespräparate handelt, fahren die Unternehmen Milliardengewinne ein.  Diese Medikamente werden nicht nur von an Diabetes erkrankten Menschen, sondern auch von Millionen Übergewichtigen genutzt, die ihre überflüssigen Pfunde verlieren möchten und dafür wiederkehrend tief in die Tasche greifen.

Spannend ist auch, dass die beiden Bereiche voneinander profitieren. So setzen Pharma- und Biotech-Unternehmen zunehmend KI ein. Dadurch sparen sie zum Beispiel Kosten bei der Medikamenten- und Therapieentwicklung und den teuren Zulassungsverfahren. Im Pharma- und Biotechnologiebereich treffen somit strukturelle Trends wie der steigende Behandlungsbedarf von Zivilisationskrankheiten auf die gesteigerte Effizienz durch KI. Stehen wir also – trotz der seit Jahren anhaltenden Debatte über eine stärkere Regulierung der Medikamentenpreise im wichtigen US-Markt – vor goldenen Jahren für Gesundheitsaktien?

Wer diese Meinung vertritt, hat interessante Möglichkeiten, in Pharma- und Biotech-Werte zu investieren. Neben zwei unserer aktiv gemanagten Fondsempfehlungen stellen wir auch zwei passive ETFs vor, die Zugang zu einem aussichtsreichen Investmentthema bieten.

Healtcare-Fonds: die aktiven Investments

1. Das Multitalent  

 

Mit dem Janus Henderson Global Life Science (ISIN: IE0009355771) gelang der traditionsreichen britischen Fondsgesellschaft Henderson weit vor dem Zusammenschluss mit dem US-Haus Janus Capital 2017 der große Wurf. Bereits im Jahr 2000 wurde der weltweit investierende Fonds für Aktien aus dem Pharma- und Biotech-Sektor aufgelegt. Seither schreibt er eine wahre Erfolgsgeschichte und verwaltet mittlerweile Kundengelder in Höhe von 3,6 Milliarden Euro.

Auch wenn der Fonds aufgrund seiner Spezialisierung ein Nischeninvestment ist, das mit maximal 10 Prozent im Portfolio gewichtet werden sollte, zog er die Wertentwicklung vieler Anlegerdepots nach oben. Seit seiner Auflegung im März 2000 lieferte der Janus Henderson Global Life Science bis Ende März 2024 eine beachtliche jährliche Rendite von +6,8 Prozent – und das trotz Dotcom-Blase, globaler Finanz-, Euro- und Corona-Krise sowie des Inflationsschocks.

Damit lag der Fonds deutlich vor dem Durchschnitt der Morningstar-Vergleichsgruppe für Gesundheitsaktienfonds (+5,2 Prozent per annum) sowie einem Investment in den MSCI World Index, der in den knapp 24 Jahren um +5,1 Prozent p. a. zulegte. Gleichzeitig verlor der Fonds in Abwärtsphasen weniger als der Weltaktienindex – was für mehr Stabilität im Portfolio sorgte.

Verantwortlich für diese herausragenden Ergebnisse ist seit Mai 2007 Fondsmanager Andy Acker. Er kam 1999 zu Janus Henderson und leitet das Healthcare-Sector-Research-Team. Der studierte Biochemiker und MBA-Absolvent der Harvard Business School gilt als ausgewiesener Experte für die Pharma- und Biotechbranche.

Im breit gestreuten und gut 100 Positionen umfassenden Fondsportfolio investiert Acker zu mindestens 30 Prozent in die großen und bekannten Pharmaunternehmen wie Eli Lilly, Merck & Co. und Sanofi, die verlässlich hohe Gewinne einfahren und den Fonds gleichzeitig in Krisenphasen stabilisieren. Angereichert wird diese Basis mit bis zu 40 Prozent Unternehmen unterschiedlicher Marktkapitalisierungen mit aussichtsreichen Produktpipelines, denen Acker große Zukunftschancen zuschreibt. 

Diese Mischung an etablierten und aufstrebenden Unternehmen findet sich zwar häufig auch in anderen Pharmafonds. Was den Janus Henderson Global Life Science jedoch von vielen Konkurrenzprodukten abhebt, sind die bis zu 30 Prozent gewichteten innovativen und wenig bekannte Biotech-Aktien. Dazu zählen zum Beispiel Arcellx oder Biohaven. Sie forschen an neuartigen Krebs- oder Alzheimerbehandlungen und sind meist nur in reinen, dann aber viel riskanteren Biotech-Fonds zu finden. Dadurch ist der Fonds wesentlich breiter aufgestellt als viele Konkurrenten, wobei er den defensiven Charakter von Pharma-Firmen mit dem Esprit der Biotech-Branche kombiniert. 

 

In den letzten Monaten profitierte der Janus Henderson Global Life Science neben der Biotech-Beimischung auch von Eli Lilly, Novo Nordisk und ihren Abnehmspritzen. Beide Unternehmen sind seit vielen Monaten innerhalb der zehn größten Positionen des Fonds hoch gewichtet. Auf Länderebene zeigt sich ein für Pharmaaktienfonds bekanntes Bild, das aufgrund des weltweiten Absatzes der Unternehmen nicht überbewertet werden sollte. Auch die Biotech-Beimischung leistet Ihren Teil: Zu 80 Prozent dominieren amerikanische Unternehmen das Portfolio, dahinter folgen weit abgeschlagen Dänemark (6,4 Prozent) und Großbritannien (3,7 Prozent).

Sucht man nach dem Haar in der Suppe, wären dies die hohen Kosten von 2,4 Prozent pro Jahr. Angesichts Ackers Erfolgsbilanz und der hervorragenden Performance nach Kosten konnten Anleger diese erhöhten Gebühren gut verkraften. Dass aktives Management trotz der Kostenbelastung einen Mehrwert bieten kann, beweisen Acker und sein Team seit vielen Jahren.

Für Anleger bietet der Janus Henderson Global Life Science eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich an den Gewinnen und den äußerst positiven Zukunftsperspektiven des Gesundheitssektors zu beteiligen. Mit einem Produkt lässt sich hier sowohl der Pharma- als auch der Biotech-Sektor im Portfolio abdecken.

2. Der Spezialist 

 

Wer noch spezialisierter und besonders auf den Biotech-Sektor fokussiert anlegen möchte, der wird bei seiner Recherche eher früher als später auf den in Deutschland gemanagten Fonds Medical Biohealth (LU0119891520) stoßen. Der Fonds wurde im Oktober aufgelegt. Fondsmanager Mario Linimeier und sein Expertenteam, das neben Wirtschaftswissenschaftlern überwiegend aus Medizinern, Biologen und Molekularbiologen besteht, verantworten ihn äußerst erfolgreich. Die meisten der Analysten und Portfoliomanager sind seit vielen Jahren für die Investment-Boutique Medical Strategy tätig. Auch deshalb ging der Ende 2022 vollzogene Managerwechsel von Firmengründer Michael Fischer hin zu seinem damaligen Stellvertreter Mario Linimeier geräuschlos und ohne Qualitätseinbußen vonstatten.

Der Medical Biohealth weist im Konkurrenzvergleich viele Besonderheiten auf. Er zeichnet sich unter anderem durch ein sehr breit gestreutes, 150 Titel großes Nebenwerte-Portfolio aus. Dieses besteht vollständig aus Biotech-Werten. Die durchschnittliche Marktkapitalisierung im Portfolio beträgt nur rund 4 Milliarden Euro. Die Titel sind zudem kaum in gängigen Aktien-Benchmarks enthalten. Weil der überwiegende Teil der weltweiten Biotech-Unternehmen in den USA beheimatet ist, stammen in der Regel auch mehr als 80 Prozent der Portfoliopositionen aus den USA.

Somit ist auch dieser Fonds klar als Nischeninvestment einzustufen. Trotz aller Zukunftschancen sind die Portfoliounternehmen außerdem häufig vom Erfolg nur eines einzigen Produktes beziehungsweise dessen behördlicher Zulassung abhängig. Um das Risiko möglichst gering zu halten, werden einzelne Aktien mit höchstens 3 Prozent im Fonds gewichtet. Einzelne (Sub-)Themen werden meist über mehrere Aktien abgedeckt.

 

Der Fokus auf Biotechs, die bereits zugelassene und bewährte Medikamente oder Therapien besitzen, reduziert zudem die für diesen Markt großen Zulassungsrisiken. Beim Biohealth-Fonds können sie nicht auf die Anleger abgewälzt werden. Die Schwerpunkte im Fondsportfolio liegen auf den vier Themengebieten Onkologie (Krebsbehandlung), seltene Erkrankungen, Gentherapien und Erkrankungen des zentralen Nervensystems, zum Beispiel Demenz.

Das Herzstück des Investmentprozesses ist eine über viele Jahre geführte Datenbank mit rund 900 Unternehmen. Darin werden unter anderem der Fortschritt von Therapien und Medikamenten dokumentiert und Forschungsergebnisse festgehalten, die die bestens vernetzten Manager entweder direkt von den Unternehmen, von Arzneimittel-Zulassungsbehörden oder speziellen amerikanischen Brokern erhalten.

Wichtigstes Auswahlkriterium sind neben der Qualität der Unternehmensführung der Innovationsgrad, der Entwicklungsstand neuer Medikamente und Therapien sowie das Verhältnis der Aktienbewertung zum Wachstumspotenzial. Biotech-Firmen sind innovationsfreudig. Daher sind sie immer wieder Objekt der Begierde großer Pharmafirmen. Diese können durch Übernahmeangebote den Aktienkurs in die Höhe katapultieren.

Anleger, die eine höhere Volatilität und zwischendurch auch größere Rückschläge als bei klassischen Pharmainvestments oder auch dem MSCI World verkraften können, wurden mit überdurchschnittlich hohen Erträgen belohnt – trotz der 1,8 Prozent laufenden Kosten zuzüglich einer erfolgsabhängigen Gebühr. Seit Auflegung im Oktober 2000 bis Ende März 2024 lieferte der Fonds eine jährliche Wertsteigerung von +8,4 Prozent. Das liegt deutlich über den +4,6 Prozent p. a. des Nasdaq Biotechnology Index, des MSCI World Health Care (+6,2 Prozent p. a.) oder des Weltaktienindex MSCI World (+5,2 Prozent p. a.).

Der Investmenterfolg des Fonds ist eng mit den erfahrenen Fondsmanagern verbunden, die sich durch ihren fachlichen Hintergrund einen beachtlichen Vorsprung vor der Konkurrenz verschafften.

Grundvoraussetzung für ein Investment sind dennoch ein langer Anlagehorizont und auch Geduld bei temporären Schwächephasen aufgrund des höheren Fondsrisikos.

Passive Healthcare-Fonds: viele Möglichkeiten, aber überschaubare Favoriten

Anleger, die nach einer passiven Investition in den Gesundheitssektor Ausschau halten, haben die Qual der Wahl. So gibt es eine Vielzahl an recht jungen Themen-ETFs, die auf einzelne Sub-Segmente wie die „alternde Bevölkerung“, „US-Medizinprodukte“ und das UN-Nachhaltigkeitsziel „gesundes Leben“ ausgerichtet sind.

Doch auch bekanntere und etabliertere Produkte stehen zur Verfügung. Zwei von ihnen stellen wir genauer vor.

1. Das Healthcare-Dickschiff 

 

Der größte und einer der ältesten ETFs für Gesundheitsaktien ist der Xtrackers MSCI World Health Care ETF (IE00BM67HK77). Er verwaltet mittlerweile ein Volumen von 2,3 Milliarden Euro. Der ETF wurde zwar erst 2016 aufgelegt. Jedoch fusionierte die DWS-Tochter Xtrackers ein synthetisch replizierendes und bereits 2010 aufgelegtes Vorgängerprodukt auf den hier vorgestellten und beliebteren physisch replizierenden ETF.

Wie für einen Pharmaaktien-ETF zu erwarten, zählen global tätige Mega-Caps wie United Health, Johnson & Johnson, Merck & Co. und Novartis zu den größten Positionen. Mit etwa 43 Prozent entfällt beinahe die Hälfte des ETF auf die zehn größten Titel im ansonsten breit gestreuten und per Ende März 154 Positionen umfassenden Portfolio.

Auf Länderebene stammt der Löwenanteil der Aktien mit gut 70 Prozent aus den USA – was bei Gesundheitsaktien weitestgehend der üblichen Marktverteilung entspricht. Dahinter folgen Titel aus der Schweiz (6,7 Prozent), Dänemark (5,9 Prozent), und Großbritannien (4,1 Prozent). Wer einen genaueren Blick ins Portfolio wirft, wird feststellen, dass sich darin auch kleinere Biotech-Unternehmen befinden, wie der Antikörperspezialist Argenx SE oder der Medikamentenentwickler UCB SA.

 

Solche innovativen und wachstumsstarken Unternehmen sind mit rund 10 Prozent gewichtet. Sie verleihen dem ETF zwar keine Flügel, sorgen aber langfristig für ein interessanteres Fondsprofil und eine etwas ausgewogenere Allokation gegenüber einem Produkt, das ausschließlich auf die großkapitalisierten und tendenziell etwas schwerfälligen Pharmaunternehmen konzentriert ist.

Trotzdem fällt das Risiko des ETFs gemessen an der Volatilität in Kombination mit dem zwischenzeitlichen maximalen Verlust insgesamt niedriger aus als beim Durchschnitt der aktiven Gesundheitsfonds. Der ETF sollte aufgrund des begrenzten Investmentuniversums dennoch nur als Beimischung in einem ausgewogenen Portfolio verwendet werden.

Positiv stechen neben der Outperformance zur Vergleichsgruppe (+121 Prozent versus 74 Prozent seit März 2016) die Gebühren ins Auge. Sie wurden in den vergangenen Jahren zweimal auf aktuell 0,25 Prozent pro Jahr gesenkt. Wer besonderen Wert auf eine niedrige Kostenstruktur legt, bekommt mit diesem ETF eine wettbewerbsfähige Lösung, um weltweit in Aktien aus dem Gesundheitssektor zu investieren.

Wie auch bei den aktiven Vertretern der Vergleichsgruppe bietet das mittlerweile fast genauso schwer zu überblickende Universum an passiven Produkten eine dezidierte Biotech-Lösung. Alle, die besonderes nach dynamischen Biotech-Unternehmen mit guten Wachstumsperspektiven suchen, kommen dabei um den Nasdaq-Biotech-Index nicht herum.

2. Das Nischeninvestment 

 

Ein ETF, der diesen mittels physischer Replikation abbildet, ist der iShares Nasdaq US Biotech ETF (IE00BYXG2H39) des US-Fondsgiganten Blackrock. Der 2017 aufgelegte ETF kommt auf ein Volumen von 461 Millionen Euro und umfasst aktuell 220 Unternehmen. Diese verfügen über eine durchschnittliche Marktkapitalisierung von gut 17 Milliarden Euro, die somit deutlich höher ausfällt als beim aktiven Mitstreiter Medical Biohealth (circa 4 Milliarden Euro).

Der Biotech-ETF ist wie auch der aktiv gemanagte Medical Biohealth aufgrund seiner starken Fokussierung als Nischeninvestment einzustufen. Auch für diesen ETF gilt: Der Fortbestand vieler kleiner Biotech-Unternehmen hängt vom Erfolg einzelner Produkte ab. Die meist jungen Unternehmen erwirtschaften zudem noch keine oder nur geringe Gewinne. Ein Nebenwerte-Investment in den Biotech-Bereich ist entsprechend risikoreich. Geht der Plan der Firmen auf, winken jedoch außerordentliche Gewinne.

Hinzu kommt der geografische Fokus auf die USA, den Anleger ebenfalls bei der Depotkonstruktion berücksichtigen müssen. Mit seinen 220 Positionen ist der ETF auf Einzeltitelebene dagegen breit gestreut und wird vierteljährlich rebalanciert. Zu den größten Positionen zählen bekannte, größere und seit Jahren etablierte Unternehmen wie Regeneron Pharmaceuticals, Amgen oder Gilead Sciences. Diese Aktien sind mit jeweils bis zu 8,5 Prozent hoch gewichtet.

Auf die zehn größten Positionen entfällt auch mit 48 Prozent ein erheblicher Teil des ETFs. Investments in kleine und mittelgroße Unternehmen wie die Präparate-Entwickler Incyte Corp. und Jazz Pharmaceuticals oder auch das Forschungsunternehmen Sarepta Therapeutics sind dagegen mit unter 1,5 Prozent deutlich geringer allokiert. Somit ist der Erfolg des ETFs zu einem wesentlichen Teil von der Entwicklung der fünf bis zehn größten Aktien abhängig.

 

 

Blickt man auf die Wertentwicklung seit Auflegung des ETFs im Oktober 2017, so zeigt sich bis Ende März 2024 eine deutliche Überrendite (+41 Prozent gegenüber der Vergleichsgruppe mit +22 Prozent). Der hier vorgestellte Biotech-ETF muss also den Vergleich mit dem Gros aktiver Fonds nicht scheuen.. Auch wenn dieser ETF den bei vielen Anlegern mittlerweile positiv behafteten Namen „Nasdaq“ trägt, ist er nicht mit dem Nasdaq-100 zu verwechseln, der zig etablierte und profitable Tech-nahe Unternehmen beheimatet.

Fazit: Das Bessere ist der Feind des Guten

Investments in den Gesundheitssektor waren lange Zeit „the place to be“. Es spricht vieles dafür, dass die Outperformance von Pharma- und Biotech-Aktien gegenüber einem breiten Aktienmarkt auch in Zukunft anhalten kann. Ein Grund sind die voraussichtlich steigenden Ausgaben für Therapien und Medikamente, was unter anderem auf alternde Gesellschaften in entwickelten und aufstrebenden Ländern und eine wachsende Mittelschicht mit höheren Einkommen zurückzuführen ist.

Parallel dazu dürfte auch künstliche Intelligenz dazu führen, dass sich Kosten einsparen lassen und  Unternehmen profitabler werden. Individuellere Therapien könnten zudem bewirken, dass Therapien noch wirksamer werden. Anleger profitieren außerdem vom defensiven Charakter vieler Gesundheitsaktien, da sich ihre Umsätze in Krisenzeiten gegenüber vielen zyklischen Sektoren wesentlich stabiler entwickeln.  In Korrekturphasen verlieren Gesundheitsaktien meist weniger als der breite Aktienmarkt, was ihnen einen entscheidenden Vorteil in der langfristigen Wertentwicklung verschafft.

Trotz der zuletzt stark gestiegenen Aktienkurse einiger Titel und trotz Höchstständen bei bekannten Aktienindizes sind Gesundheitsaktien insgesamt aktuell nicht höher bewertet als der breite Aktienmarkt. Zahlreiche Big-Player, wie Roche, GSK, Moderna und Biontech notieren deutlich unter ihren Höchstkursen.

Allerdings gibt es bei Gesundheitsaktien Risikofaktoren, die Anleger im Blick behalten müssen. Wie ein Damoklesschwert hängt unter anderem die seit vielen Jahren in den USA diskutierte Begrenzung der Medikamentenpreise über den Pharmaunternehmen. Dieses Thema dürfte auch im diesjährigen US-Wahlkampf wieder auf der Tagesordnung stehen. Es dürfte für höhere Volatilität, aber auch temporäre Kursverluste in dem Sektor sorgen.

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Die beiden hier vorgestellten ETFs bieten Anlegern eine grundsolide Möglichkeit, weltweit in den Gesundheitssektor zu investieren.

Die beiden aktiven Fonds Janus Henderson Global Life Science und Medical Biohealth lieferten bislang eine überdurchschnittliche Performance gegenüber ihrer Vergleichsgruppe und ihrem Index, während sie ihre hohen Kosten mehr als wettmachten.

Wer das volle Potenzial des Gesundheitssektors ausschöpfen möchte, der ist aus unserer Sicht bei den aktiven Fonds am besten aufgehoben. Dass sich diese nämlich derart klar gegen die ETFs behaupteten, die sich bisher kaum Schwäche leisteten, ist beeindruckend.

Doch auch für die Zukunft kann Aktivität in diesem sich konstant wandelnden Sektor Trumpf sein. Schließlich werden, neben den politischen Risiken, auch Innovationen und Patentabläufe den Sektor gehörig durcheinanderwirbeln.

Für Anleger sollte es sich noch mehr als in anderen Aktienbereichen auszahlen, sich frühzeitig in den hochwertigsten und aussichtsreichsten Themen und Unternehmen positionieren zu können.

 

Über den Autor:

Maximilian Kreitlmeier leitet das Team Portfoliomanagement und Analyse bei Fonds Finanz Maklerservice. Sein Team bei dem Münchner Maklerpool selektiert Fonds für die hauseigene Empfehlungsliste und die Vermögensverwaltung Comfortinvest.