LinkedIn DAS INVESTMENT
Suche
in NewsLesedauer: 10 Minuten
Headphones
Artikel hören
Aktiv gegen passiv
Aktiver Fonds versus ETF – wer investiert besser in europäische Aktien?
Die Audioversion dieses Artikels wurde künstlich erzeugt.

Aktiv gegen passiv Aktiver Fonds versus ETF – wer investiert besser in europäische Aktien?

Seite 4 / 4

Fazit: Eine Frage des Stils

Erleben die Aktien des alten Kontinents endlich eine Renaissance? Die attraktiven Bewertungen gegenüber den höherpreisigen, wenn auch profitableren, US-Aktien sprechen dafür. Außerdem ist die Relevanz wachstumsstärkerer Firmen aus Branchen wie Luxuskonsum und Technologie sowie innovativen Unternehmen aus dem Pharma-Sektor in Europa in den vergangenen zehn Jahren spürbar gestiegen.

Die Attraktivität passiver Fonds, die heute nicht mehr nur aus Old-Economy-Aktien bestehen, fällt somit ebenfalls größer aus. Kehrt die Investorenpräferenz für Europas Aktienmarkt zum Beispiel aufgrund einer spürbaren Konjunkturerholung zurück, sollten es zunächst die indexnahen Fonds sein, die den Löwenanteil der Mittelzuflüsse abgreifen könnten. Schließlich hat sich auch in Europa die Vorliebe für ETF-Produkte verstärkt.

Neben den zweifellos günstigeren Kosten sprechen somit auch diese möglichen Zuflüsse für die beiden ETFs, schließlich trieben sie kurzfristig besonders die Kurse der im Index hochgewichteten Aktien an. Ob sich Anleger dann lieber den über viele Branchen hinweg ausgewogeneren iShares-ETF oder den mit Wachstumsneigung ausgestatteten und konzentrierteren Amundi-ETF ins Depot legen, ist schlussendlich eine Frage der eigenen Anlagephilosophie.

Bei aller Vorliebe für günstige, aber starre ETFs, sollten Anleger die Chancen des aktiven Managements nicht außer Acht lassen, gerade in einem so heterogenen Markt wie Europa. Abseits der bereits sehr erfolgreichen Großunternehmen bieten sich unzählige innovative kleinere Firmen, unbekannte Weltmarktführer und Unternehmen, bei denen eine leichte Strategieänderung großes Geschäftspotenzial bietet. Auf diese Chancen zielen seit jeher aktive Manager ab, die sich im europäischen Aktienuniversum auch traditionell leichter tun als in den bis dato effizienteren US-Märkten.

  • Obwohl sich der JPM Europe Equity zwar nur begrenzt von seiner Benchmark wegtraute, schaffte er es dennoch durch seine fundamentale Aktienselektion, Mehrwerte für Anleger zu schaffen.
  • Mit einem größeren Outperformancepotenzial ausgestattet bietet der Berenberg European Focus Fund Anlegern ein Aktieninvestment ohne Benchmark-Korsett. Bei diesem Fonds bestimmt lediglich das künftige Wachstumspotenzial und nicht der aktuelle Börsenwert die Gewichtung und damit den Einfluss im Portfolio.

Anleger haben bei europäischen Aktienfonds also eine spannende Auswahl. Deshalb sollten sie sich grundsätzlich mit der Frage auseinandersetzen, ob sie Europa-Aktienfonds zulasten der Lieblings-US- und Techfonds einen Platz im Portfolio einräumen wollen.

 

Über den Autor: 

Simon Nöth ist Markt- und Produktanalyst im Bereich Portfoliomanagement und Analyse bei Fonds Finanz Maklerservice. Das Team des Münchner Maklerpools selektiert Fonds für die hauseigene Empfehlungsliste und Vermögensverwaltung Comfortinvest.

 

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen