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Aktiver Fonds versus ETF – wer investiert besser in US-Value-Aktien?
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Aktiv gegen passiv Aktiver Fonds versus ETF – wer investiert besser in US-Value-Aktien?

Aktiv oder passiv: Welche Fonds bei US-Value-Titeln besser abschneiden, hat Analyst Simon Nöth untersucht.
Aktiv oder passiv: Welche Fonds bei US-Value-Titeln besser abschneiden, hat Analyst Simon Nöth untersucht. | Foto: Iris Bülow / Canva

Warum in US-Substanzaktien (Value) investieren, wenn diese von ausgeglichenen und allen voran von wachstumsorientierten (Growth) Aktienindizes in den letzten Jahren dominiert, man könnte sagen pulverisiert, wurden? Der ausgewogene Russel 1000 Index erzielte über die vergangenen fünf Jahre ein Plus von 92 Prozent, wohingegen der Russel 1000 Value Index deutlich geringere 58 Prozent einbrachte.

Die augenscheinliche Überlegenheit ist jedoch ein recht junges Phänomen. Substanzaktien, unter denen man gemeinhin reife Unternehmen mit niedrigen Bewertungskennzahlen wie Kurs-Gewinn- oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen versteht, haben historisch Wachstumsaktien übertroffen. Teilt man den Russell 3000 Index, der repräsentativ für den US-Aktienmarkt steht, in die beiden Anlagestile auf, so schnitten Substanzaktien von 1979 bis 2017 mit 12,3 Prozent pro Jahr besser ab als Wachstumstitel mit 10,8 Prozent pro Jahr. Gemessen an historischen rollierenden Zehnjahresrenditen haben Value-Titel sogar in 70 Prozent aller Zeiträume Wachstumsaktien outperformt.

 

Zwischen 2017 und 2021 liegen jedoch die Wachstumsaktien deutlich vorne, da sie in diesem Zeitraum besonders von gesunkenen Zinsen und den dadurch bedingten Bewertungsausdehnungen profitierten. Das heißt, Anleger waren in dieser Phase bereit, für zukünftig erwartete Gewinne deutlich mehr zu zahlen als in den Jahrzehnten davor.

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Im Investmentteam der Fonds Finanz erwarten wir künftig ein Umfeld mit höherer Inflation, die sich aus strukturellen Faktoren wie der Überalterung, Umstellung auf nachhaltige Wirtschaft und einer Regionalisierung der Lieferketten speist.  Die Rückkehr des Zinsniveaus auf das Niveau von 2017 bis 2021 scheint vor diesem Hintergrund unwahrscheinlich. Das daraus resultierende Umfeld dürfte aufgrund des anhaltenden Drucks auf ein erhöhtes Zinsniveau volatil ausfallen – wobei Value-Aktien weniger für Rückschläge anfällig und zur Portfoliodiversifizierung dringend erforderlich wären.

Weil man am tonangebenden US-Markt einfach nicht vorbeikommt und dieser ein unerschöpfliches Angebot an Unternehmen unterschiedlichster Couleur bietet, lohnt ein Blick in die Maschinenräume besonders relevanter Fonds und ETFs dieses Segments.