Aktuare berechnen Folgen des Unisex-Urteils
Erwartete Folge: Deutsche sorgen weniger vor
Das Nutzen geschlechtsunabhängiger Faktoren bedeute dementsprechend einen Verzicht auf Genauigkeit in der Bewertung von Versicherungs- und Versorgungsverträgen. Gleiche Leistungen für gleiche Beiträge seien dann in der Regel nur zum Vor- oder Nachteil der einen oder anderen Seite zu haben. Gesellschafts- und sozialpolitisch sieht die Vereinigung gar die Versorgung der Bevölkerung mit sicheren lebenslangen Altersvorsorgeprodukten sinken.
Die DAV rechnet das am Beispiel einer Rentenversicherung aus (eine Liste weiterer Folgen des Urteils finden Sie auf der Webseite der Aktuarvereinigung): Geschlechtsspezifisch bekäme ein Mann für eine Prämie von 100.000 eine monatliche Rente von 702,64 Euro, bei einer Frau wären es wegen der längeren Lebenserwartung 615,89 Euro. Die Unisex-Rechnung auf Basis eines Durchschnittswerts der Lebenserwartung von Männern und Frauen ergäbe eine monatliche Rente von 659,27 Euro – der Mann bekäme also eine deutlich geringere Rente, die Frau eine deutlich höhere. Die DAV bezweifelt, dass Männer sich auf dieses Geschäft einlassen werden.
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