Akzeptanz der bAV in Konzernen steigt

//
Dies zeigt eine Studie der JPMorgan Asset Management zu „Trends in der betrieblichen Altersversorgung und im Bereich Zeitwertkonten“. Dafür wurden 141 Vertreter deutscher Konzerne mit mehr als 3.500 Mitarbeitern interviewt, die für die betriebliche Altersversorgung (bAV) verantwortlich sind. Die Studie untersucht, auf welche Strategien und Konzepte die Unternehmen derzeit und zukünftig in ihrer bAV und hinsichtlich der flexiblen Lebensarbeitszeit ihrer Mitarbeiter setzen.

Direktzusage dominiert Ergebnis: Die bAV ist mittlerweile bei 73 Prozent der befragten Unternehmen zu einem festen Bestandteil des Gesamtvergütungspakets geworden. Je größer ein Unternehmen, desto größer auch der Verbreitungsgrad. Gemessen am Deckungskapital dominiert dabei die Direktzusage des Arbeitgebers als Durchführungsweg der bAV deutlich.

Durch die Umstellung von leistungsbasierten auf beitragsorientierte Direktzusagen existieren heute bei den meisten Konzernen Mischsysteme. 27 Prozent der untersuchten Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern ausschließlich beitragsorientierte Leistungszusagen an, während nur noch neun Prozent reine leistungsbasierte Direktzusagen bieten.

In den letzten fünf Jahren haben bereits 31 Prozent der untersuchten Unternehmen auf ein beitragsorientiertes System umgestellt, weitere 16 Prozent taten dies bereits vor mehr als fünf Jahren. Als Hauptgründe für die Umstellung nennen knapp zwei Drittel der betroffenen Unternehmen die Minderung von Finanzierungsrisiken – also Langlebigkeits-, Inflations- und Kapitalmarktrisiko.

Die bAV gewinnt zudem bei der Personalpolitik an Bedeutung: 61 Prozent der Befragten setzen sie gezielt als Instrument zur Bindung qualifizierter Mitarbeiter ein, 49 Prozent zunehmend auch zur Gewinnung neuer Talente. Insgesamt sind sich 80 Prozent der befragten Unternehmensvertreter sicher, dass die personalpolitische Relevanz von betrieblichen Versorgungssystemen weiter ansteigen wird.

Allerdings bestehe noch Nachholbedarf bei der Kommunikation über die bAV, denn trotz der Probleme in der staatlichen Alterssicherung würden laut Studie die betrieblichen  Versorgungsmaßnahmen von den Mitarbeitern bisher noch nicht übermäßig geschätzt.

Zeitwertkonten auf dem Vormarsch Neben der bAV werden, so die Studie, auch Zeitwertkonten immer wichtiger. Derzeit haben bereits 26 Prozent der befragten Konzerne ein Wertkontensystem eingeführt, weitere 27 Prozent wollen dieses künftig in bestehende Versorgungssysteme integrieren. In größeren Unternehmen ab 25.000 Beschäftigten ist dies bereits in jedem zweiten Konzern der Fall.

Die stärksten Motive zur Einführung der Wertkontenpläne reichen von der Finanzierung des Vorruhestands (68 Prozent), über den Ersatz für die Altersteilzeit (53 Prozent) bis hin zur flexibleren Gestaltung der Lebensarbeitszeit der Mitarbeiter (62 Prozent).

54 Prozent der untersuchten Unternehmen führen ihre Zeitwertkontenpläne in Geld, 43 Prozent in Zeit, drei Prozent ermöglichen beides. Als Einzahlungsform werden zumeist Überstunden genannt (78 Prozent), es erfolgen jedoch auch Einmalzahlungen (62 Prozent), Zahlungen aus dem laufenden Gehalt oder Urlaubsansprüche. Knapp ein Drittel der Unternehmen gibt dabei eine – bislang freiwillige – Mindestverzinsungszusage.

Die Wahlmöglichkeiten für die Mitarbeiter bei der Kapitalanlage sind allerdings begrenzt: Nur 16 Prozent der Firmen mit Zeitwertkonten gestehen ihren Mitarbeitern die Auswahl zwischen mehreren Fondsalternativen zu. Bei den bAV-Lösungen bieten 77 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern keine Wahlmöglichkeiten an.

Mehr zum Thema
nach oben