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Mutierte und Krebs streuende Zelle Foto: IMAGO / Westend61
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Anlagechance Krebstherapien

Alarm in der Zelle

In seinem Buch „Der König aller Krankheiten. Krebs – eine Biografie“ nimmt der Onkologe Siddhartha Mukherjee die Leser mit auf eine Reise durch das wissenschaftliche Verständnis der Menschheit von Krebs und zeichnet die Entwicklungsgeschichte der verschiedenen Therapien nach.

Wir leben schon sehr lange mit Krebs und wissen über die Krankheit relativ gut Bescheid. Krebserkrankungen konnten anhand von Mumienfunden in jahrtausendealten südamerikanischen Zivilisationen nachgewiesen werden. Die Menschen litten an der Krankheit nachweislich aber auch in der Antike in Ägypten und Griechenland.

Lange Zeit wurde Krebs überwiegend mit großen invasiven Operationen behandelt, die oft ineffektiv waren und eine extrem hohe Sterblichkeitsrate der Patienten zur Folge hatten. Nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen im 19. Jahrhundert wurden entsprechende Therapien für die Behandlung von Krebs erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt und eingesetzt.

Einer der grundlegenden Durchbrüche in der Entwicklung von Therapieansätzen in der Onkologie gelang mit der Entdeckung der Chemotherapie, die ihre Wurzeln im Senfgas hat, das im Ersten Weltkrieg als Chemiewaffe eingesetzt wurde. Die Funktionsweise der Chemotherapie ist brachial: Eine hochgiftige Substanz wird in den Körper eingebracht, um möglichst viele Krebszellen zu zerstören. Dabei wird jedoch nicht differenziert, was bedeutet, dass auch viele gesunde Zellen abgetötet werden und dadurch oft schwere Nebenwirkungen auftreten. Das Behandlungsschema wird im Wesentlichen davon bestimmt, wie viel Gift der jeweilige Patient vertragen kann, bevor die Nebenwirkungen den Nutzen überwiegen. Trotz dieser schwerwiegenden Unzulänglichkeiten steht die Chemotherapie nach wie vor bei der Krebsbehandlung an erster Stelle.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts änderten sich die Therapieansätze erneut. Anfang der 1980er-Jahre, unterstützt durch die kontinuierliche Verbesserung des Umfangs und der Qualität molekular- und zellbiologischer Studien, begann man in der Onkologie mit der Entwicklung von Therapeutika, die spezifische molekulare Ziele ins Visier nehmen, die bei der Herausbildung von Krebs beteiligt sind. Diese zielgerichteten Therapien wurden mit der traditionellen Chemotherapie kombiniert, was zu besseren Ergebnissen und geringeren Nebenwirkungen führte.

Immunonkologie mobilisiert das körpereigene Immunsystem

In der Gegenwart erleben Krebstherapien erneut einen grundlegenden Paradigmenwechsel. Angetrieben durch immer kostengünstigere gentechnische Studien wurde eine neue Familie von revolutionären Therapien entwickelt, die das eigene Immunsystem der Krebspatienten in den Kampf gegen die Krankheit einbeziehen. Die entsprechenden Medikamente helfen dem Körper dabei, Krebszellen zu erkennen, die zuvor nicht bemerkt worden wären. Zugleich wird das gesamte Arsenal der zellulären Waffen des Immunsystems aktiviert, um eine starke und vor allem gezielte Zellzerstörung zu bewirken. In Kombination mit anderen zielgerichteten Therapien ermöglichen immunonkologische (IO) Medikamente, dass Krebserkrankungen, die zuvor unbehandelt geblieben wären, endlich angegangen werden können. Keytruda von Merck war ein frühes Beispiel für diesen innovativen Ansatz, der zu deutlich verbesserten Ergebnissen bei Lungenkrebs führt.

Illumina, Veracyte und Genmab entwickeln Immuntherapien

Viele Unternehmen treiben die Entwicklung aussichtsreicher IO-Therapien voran. Mit unseren Beteiligungen in unserer Global Sustainable Equity-Strategie kämpfen wir an vorderster Front mit. So senkt Illumina Jahr für Jahr die Kosten der genetischen Sequenzierung und verbessert gleichzeitig deren Geschwindigkeit und Genauigkeit. Veracyte wiederum stellt Ärzten genbasierte Instrumente zur Verfügung, mit denen sie den jeweiligen Subtyp der Krebserkrankung ihrer Patienten genauer bestimmen können. Und schließlich nutzt Genmab seine hochpräzise Antikörperdesign-Plattform, um vielversprechende Antikörperwaffen gegen eine Vielzahl von Krebsarten zu entwickeln.

So lange, wie die Aufzeichnungen zurückreichen, hat die Menschheit mit Krebs gelebt. Viele Herausforderungen bei der Behandlung der Krankheit bleiben bestehen, und es ist fraglich, ob sich jemals der Heilige Gral in der Behandlung entdecken lässt. Das Ausmaß der Fortschritte, die die Wissenschaft dabei gemacht hat, sind jedoch enorm. Die jüngsten Entdeckungen im Zusammenhang mit dem Verständnis der heimtückischen Krankheit beschleunigen das Tempo des Fortschritts weiter.

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