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Börsenhändler an der New Yorker Aktienbörse: Investoren müssen Risikokennzahlen richtig interpretieren | © Getty Images

Alarmanlagen Worauf es bei Risikokennzahlen ankommt

Eigentlich hat der Begriff „Risiko“ nur mit der Zukunft zu tun. Insofern ist die Bezeichnung „Risikokennzahl“ nicht ganz korrekt. Risikokennzahlen messen das bisherige Verhalten von Märkten und Fonds und packen es in eine Zahl. Sie sollen helfen, eine Geldanlage besser einzuschätzen, als es nur mithilfe der Rendite möglich wäre.

Dabei greift ein psychologisches Phänomen: die Risikoaversion. Einer Faustregel zufolge wirken Verluste im Kopf doppelt so stark wie Gewinne. Das ist ungefähr so, als würde man sich nach zwei Wochen Sonnenschein bei drei Tagen Regen mal so richtig über das miese Wetter aufregen.

Doch so ist der Mensch. Und auch deshalb spielen Risikokennzahlen in der Fondsanalyse eine nicht wegzudenkende Rolle. Sie zeigen nicht, wie viel Rendite ein Fonds erreichte, sondern, wie er sie erreichte. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Denn ein großer Mangel ist nun mal da: „Die Zahlen der Vergangenheit sind ein Anhaltspunkt dafür, wie sich ein Fonds in Zukunft verhalten könnte, aber keine Garantie“, sagt Natalia Wolfstetter, Direktorin in der Fondsanalyse bei Morningstar.

Und Carsten Herrmann, der das Investment Management bei Feri Trust leitet, bemängelt: „Alle Risikomaße schauen nur in den Rückspiegel.“ Quantitative Risikomaße könnten eine Fondsanalyse bestenfalls ergänzen, sollten aber niemals als alleinige Entscheidungsgrundlage verwendet werden.

Nehmen wir einmal die Volatilität, also die Mutter aller Risikokennzahlen, wie sie der heute bei Porsche arbeitende Risikospezialist Paul Skiba einmal nannte. Die Vola gibt an, wie weit die einzelnen Tages-, Wochen- oder Monatsrenditen von ihrem Mittelwert abweichen.

Die Erkenntnis: Je niedriger die Vola, desto ruhiger läuft ein Fonds. Das ist einfach, klar und deutlich. Die Risikoskala Synthetic Risk and Reward Indicator (SRRI) auf den Fonds-Informationsblättern KID beruht ausschließlich darauf. Am besten nutzt man die Vola, um ähnlich gelagerte Fonds zu vergleichen. Sie bewegen sich im selben Marktumfeld, was die Vola zu einem guten Indikator macht, wie gut ein Manager damit umgehen kann.

Heikel ist es indes, Märkte zu bewerten. Zum Beispiel jetzt: Der letzte echte Aktiencrash ist über zehn Jahre her. In viele Vola-Rechnungen fallen maximal noch die Eurokrise ab 2010 und der wackelige Herbst 2015. Wenn man aber weiter in die Vergangenheit blickt, erhält man plötzlich ganz andere Werte.Der SRRI greift nur fünf Jahre zurück.


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