Alden Global Capital und P/E Investments

Hedgefonds profitieren von Wette gegen Russland und Öl

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Die Hedgefonds-Firma Alden Global Capital von Randy Smith hat über die vergangenen eineinhalb Monate gegen den Rubel gewettet. Am gestrigen Dienstag zahlte sich das aus, als die russische Währung bis zu 19 Prozent einbrach. Damit ist Alden einer der Gewinner der jüngsten geopolitischen Verwerfungen.

Pierre Andurand hatte vorhergesagt, dass der Ölmarkt 2008 seinen Gipfel erreichen würde. In einer Kundenmitteilung, die Bloomberg News vorliegt, schreibt er, er habe im November 18 Prozent Gewinn gemacht. Denn er habe vorausgesehen, dass die OPEC eine Kürzung der Rohölproduktion ablehnen würde, und wie das den Dollar gegenüber dem Yen und anderen Währungen stärken würde. Der Devisenfonds von Warren Naphtal hat einem Investorenbericht zufolge in diesem Jahr rund 24 Prozent zugelegt, dank Wetten auf einen stärkeren Dollar in jüngster Zeit.

Mit solchen Geschäften gelingen manchen Hedgefonds Gewinne, während es anderen schwer fällt, Geld zu verdienen. Der Ölpreisrückgang von mehr als 40 Prozent in diesem Jahr hat das globale Wachstum gedrückt und die russische Wirtschaft zum Stottern gebracht.

Bill Gross, der bei Pimco den weltgrößten Anleihenfonds geleitet hatte, bevor er im September zu Janus Capital Group wechselte, erklärte, ein Überfluss an geliehenem Geld mache die Märkte volatiler. “Wenn geliehenes Geld unterwegs ist und nach sicheren Häfen sucht, dann gibt es heftige Preisbewegungen”, erklärte er am 12. Dezember in einem Interview mit Bloomberg Television.

Davon war auch ein 3,3 Milliarden Dollar schwerer Fonds seiner früheren Firma betroffen. Der Pimco Emerging Markets Bond Fund hielt Ende September russische Unternehmens- und Staatsanleihen im Volumen von 803 Millionen Dollar, was 21 Prozent seines Gesamtvermögens entsprach. Im vergangenen Monat hat der Fonds 7,9 Prozent verloren und schnitt damit schlechter ab als 95 seiner Konkurrenten.

Alden dagegen, so berichten zwei informierte Personen, habe nicht nur gegen den Rubel gewettet, sondern auch von den fallenden russischen Aktienindizes profitiert. Dem auf Dollar lautenden RTS Index zufolge haben russische Aktien in den letzten eineinhalb Monaten 42 Prozent verloren.

Andurand hatte im Dezember erklärt, dass Rohöl der Sorte Brent seinen Preisverfall nach dem Jahreswechsel fortsetzen werde, weil die OPEC-Länder den Weltmarkt nicht mehr ausgleichen würden. Dank der Ölpreisverluste im Oktober konnte der Fonds vorherige Verluste in diesem Jahr ausgleichen.

Zwei informierte Personen berichten, dass Naphtals Hedgefondsgesellschaft P/E Investments indirekt vom Ölpreisverfall profitiert habe, weil sie auf Währungen setzte, die nur wenig von den Rohstoffmärkten abhängig sind. Der wichtigste Fonds von P/E Investments, der sich auf Computermodelle stützt, habe im November 4 Prozent gewonnen - dank dem US-Dollar und Wetten gegen den kanadischen und den australischen Dollar, den Euro und den Franken, berichtet eine der informierten Personen.

Auch andere computergesteuerte Quant-Fonds konnten dieses Jahr menschliche Star-Händler schlagen - teils wegen des Ölpreisverfalls, den diese nicht vorhergesehen hatten. Im Durchschnitt jedoch hinken Hedgefonds dem Standard & Poor’s 500 Aktienindex bereits das sechste Jahr hinterher. Sie brachten zwischen Januar und November dieses Jahres 1,7 Prozent ein, verglichen mit einem Anstieg des US-Aktienbarometers S&P 500 um 12 Prozent.

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