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Alexander Barion im Gespräch „Treuhänder für Kundengelder sollten transparentes Marketing machen“

Alexander Barion, Marketingleiter bei Fidelity International
Alexander Barion, Marketingleiter bei Fidelity International: „Ich plädiere für eine Kommunikation, die mit dem Mythos aufhört: Es ist ganz einfach, reich zu werden.“ | Foto: Fidelity International

DAS INVESTMENT: Mit zwei sehr emotionalen, fast rührseligen Werbefilmchen machen Sie den Weihnachts-Werbefilmen der Discounter und Supermärkte Konkurrenz: Einzelne familiäre Erlebnisse und Stationen werden gezeigt. Geburt, Geburtstagstag, Hobbies und Auslandssemester bekommen Preisschilder. Sie wollen dem deutschen Michel das Investieren schmackhaft machen. Geht der Weg zum Ersparten durchs Herz?

Alexander Barion: Ja. Am Ende geht’s doch immer ums Gefühl. Emotionen sind wichtig. Marken sollten sich nicht scheuen, Gefühl zu zeigen. Umso mehr in unsicheren Zeiten wie diesen. Denn das gibt Halt, schafft Orientierung und lädt die Marke positiv auf. Das war schon immer mein Credo. Und ist jetzt in der Fidelity Kampagne „Zeit, Geld neu zu bewerten“ in zwei Markenfilmen inszeniert worden. Als Vater von vier Töchtern bin ich besonders von unserem Markenfilm „Familie gründen“ berührt.

Geburtstagsfeier, BMX-Rad, Studienjahr im Ausland – das alles kostet. Geld ist bei den deutschen Eltern und Sparern ja genug da – wir legen es nur echt schlecht an. Soll dank Ihrer Werbebotschaften nun umgedacht werden?

Barion: Nicht der Kunde muss umdenken: Fidelity hat umgedacht. Wir als Unternehmen haben unsere Kommunikation an die Gefühlswelt der Kunden angepasst. Geld ist eben nicht abstrakt. Geld ist Teil unseres Lebens – und spielt eine Rolle in allen unseren Lebensphasen. Geld haben oder nicht haben entscheidet maßgeblich über unseren Lebensstandard. Es ist doch so: Diese Welt ist komplex. Geld anlegen ist komplex, Investieren ist herausfordernd. Seit Jahrzehnten höre ich, dass man Menschen erklären muss, wie man sinnvoll mit Geld umgeht, wie man es anlegt, um es zu vermehren. Die Industrie überschlägt sich mit rationalen Argumenten.

Nicht falsch verstehen, es ist die Aufgabe der Finanzindustrie – und von Fidelity – aufzuklären. Aber nicht alle, die sich um ihre Finanzen kümmern müssen, haben Riesenspaß daran. Auch diese Menschen brauchen gute Lösungen. Ich denke, wer versteht, dass Geld anlegen eine komplexe Angelegenheit ist, und fühlt, dass er Partner an seiner Seite hat, die dabei helfen, diese Komplexität zu managen, hat einen Vorteil. Ich will daher eine Kommunikation, die klar macht: Wir sind ein solcher Partner. Ich plädiere für eine Kommunikation, die mit dem Mythos aufhört: „Es ist ganz einfach, reich zu werden“.

 

 

 

Der durchschnittliche Verdienst in den Niederlanden, Belgien oder Italien liegt unter dem der deutschen Arbeitnehmer. Trotzdem haben die Nachbarn mehr auf der Naht, ein höheres Vermögen. Ist das ein deutsches Problem? Wie vielschichtig ist es?

Barion: Die Deutschen haben genug auf der Naht – nur ist es sehr unausgewogen verteilt. Zu viele Menschen haben gar nichts, von dem sie zehren können. Gerade Haushalte mit sehr geringem Einkommen sind am meisten von der Unwegsamkeit des Lebens betroffen, und die laufen die größte Gefahr, in der Altersarmut zu landen. Es täte gut, gerade in diesem Bereich zu unterstützen. Warum nicht untere Einkommen zum Aktiensparen motivieren, indem man ihnen staatliche Zuschüsse und Prämien gewährt? Hier haben wir in den vergangenen Jahren politisch zu wenig Fortschritte erzielt. Fairerweise haben wir gerade auch andere Probleme, nicht nur die Aktiensparquote oder generelle Sparquoten in diesem Land. Sich das Leben leisten können oder den Standard halten – das ist aktuell einer der wichtigsten Aufgabe der Politik. Und wenn irgend möglich, sollten wir alle das so hinbekommen, dass wir trotzdem diesen Planeten retten.

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