Alexander Koch „Geben die Kostenvorteile weiter“

Alexander Koch leitet seit Mai 2012 den regionalen Vertrieb bei BlackRock in Deutschland. Zuvor war er elf Jahre für Fidelity International tätig, wo er zuletzt den Publikumsfondsvertrieb an Banken in Deutschland verantwortete. | © BlackRock

Alexander Koch leitet seit Mai 2012 den regionalen Vertrieb bei BlackRock in Deutschland. Zuvor war er elf Jahre für Fidelity International tätig, wo er zuletzt den Publikumsfondsvertrieb an Banken in Deutschland verantwortete. Foto: BlackRock

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DAS INVESTMENT: Seit Jahren sind Multi-Asset-Fonds ein großer Produkttrend. Im ETF-Bereich findet diese Kategorie allerdings so gut wie nicht statt. Verpassen Sie den Trend?

Alexander Koch: Ganz und gar nicht. Schon seit Jahren dienen ETFs institutionellen Investoren als Bausteine für die Asset-Allokation. Auch viele Manager von Multi-Asset-Fonds für Privatanleger setzen mittlerweile ETFs ein. Innerhalb des Multi-Asset-Bereichs sehen wir – gerade in Zeiten von Mifid II – viel Spielraum für die Produktkategorie Active Index Portfolios. Dies sind Fonds, in denen aktives Portfoliomanagement zu geringen Kosten mit passiven Bausteinen umgesetzt wird. Zu dieser Kategorie zählen auch die BlackRock Managed Index Portfolios, kurz BMIPs. Sie investieren global in ETFs und Indexfonds von iShares.

Warum stärkt Mifid II die Nachfrage nach diesen Produkten?

Mit der Einführung der EU-Richtlinie zum Jahresbeginn sind die Anforderungen an Beratungsprozesse stark gestiegen. Die neuen Regeln erfordern hohe Transparenz. Das gilt für die Produkte, vor allem aber auch für die Kostengestaltung. Das Interesse am Preis dürfte daher deutlich zunehmen. Zudem sind BMIPs generell weniger beratungsintensiv als Einzelbausteine. Der Aufwand für Finanzberater sinkt, gerade in der Nachberatung.

Woran machen Sie das fest?

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Ein Anleger kauft Aktienfonds, dann steigt plötzlich die Volatilität an den Märkten, und der Kunde braucht neue Anlagelösungen. Damit wächst der Beratungsaufwand erheblich. Wir bieten die BMIPs in vier Risikoprofilen an, von Defensive bis Growth. Die Risikoprofile sind nicht über Segmentbegrenzungen definiert, sondern über Volatilitätsspannen. Daher bleiben die Fonds unabhängig vom Marktgeschehen in einem festen Risikokorridor. Dadurch ist weniger Nachberatung erforderlich.

Was sind die Vorteile von BMIPs gegenüber einer einfachen ETF-Anlage?

Die Produkte verbinden die Vorteile des aktiven und passiven Managements. Wer nur in ETFs investiert, hat die Qual der Wahl. In Europa sind inzwischen rund 1.700 ETFs mit ganz unterschiedlichen Profilen zum Vertrieb zugelassen. Zudem muss die Gewichtung innerhalb des Portfolios festgelegt werden. Und es muss stetig auf Marktentwicklungen reagiert werden. Die BMIPs nehmen Kunden die schwierige Aufgabe ab, die richtigen Zielfonds zu kombinieren und diesen Mix an verschiedene Rahmenbedingungen der Märkte anzupassen. Die BMIPs bringen das Thema ETF endlich zum Beratungskunden und zum klassischen Bankkunden, wo immer noch hoher Nachholbedarf besteht.

ETFs stehen für niedrige Kosten. Wenn ein aktives Management obendrauf kommt, wird es häufig schnell teuer.

Das muss aber nicht so sein. Vor dem Hintergrund der starken Automatisierung und Skalierbarkeit der Investmentprozesse können wir bei BlackRock die Kostenvorteile an unsere Kunden weitergeben. Bei institutionellen Investoren liegt die Gesamtkostenquote der BlackRock Managed Index Portfolios bei 0,5 Prozent pro Jahr. Bei Privatanlegern beläuft sie sich auf 1,13 Prozent pro Jahr, inklusive Vertriebsprovision.