Es ist halb vier nachts. Alexander Kumptner sitzt nicht in seiner Restaurantküche, nicht am Herd. Er schaut sich Quartalszahlen von AMD an. Der Österreicher, der mit wenigen Minuten ORF-Fernsehzeit begann und heute Primetime-Formate im deutschen und österreichischen TV moderiert (unter anderem „Roadtrip Australien – Drei Spitzenköche auf vier Rädern“, „Küchenschlacht“), einen Michelin-Stern hält und gerade das Cover der Men's Health zierte, ist auch bekennender Hobby-Investor – und zwar einer, dessen Portfolio heute schwer KI-lastig ist.
Ein Film war schuld. Als Teenager sah Kumptner „Wall Street“, und Gordon Gekko ließ ihn nicht mehr los. Seitdem investiert er – zuerst Facebook-Aktien, heute vor allem Unternehmen aus dem KI-Umfeld, von Datencenter-Infrastruktur bis Halbleiter. AMD ist eine seiner größten Positionen.
Pikant dabei: Auf die Frage, ob er Profi-Investoren empfehlen würde, in Spitzenrestaurants zu investieren, ist seine Antwort kurz und klar. „Im Moment würde ich es nicht machen.“ Die Kosten steigen, die Margen schrumpfen, der Betrieb ist aufwändig. Wer nicht schon länger im Markt ist, solle lieber die Finger davonlassen.
Das klingt ungewöhnlich aus dem Mund eines Sternekochs, ist aber typisch Kumptner. Der 42-Jährige denkt sein Leben und seine Karriere konsequent als Portfolio. Restaurant, TV, Social Media, Buchautor, Markenpartner von Siemens Hausgeräte: Jede Position hat eine Funktion. Manches bringt Spaß und wenig Geld (das Restaurant). Was mehr einbringt (Partnerschaften, Auftritte), skaliert er. Was ihn privat reizt (Aktien), macht er zum Ausgleich.
Den Podcast gibt es auf ...
Sein wertvollstes Asset? Der Name. Aber nicht als leere Marke, sondern als glaubwürdige Kombination: Sternegastronomie trifft Fitness. Sixpack und Schlemmen. Dass das kein Widerspruch ist, erklärt Kumptner so: Das Restaurant „Esszimmer“ in Wien sei ein „Genusstempel für besondere Anlässe“. Er trainiert und fastet nach Intervall-Methode. „Wenn du das nach außen trägst, dann glaubt man es dir, weil es echt ist.“
Dieses Prinzip brachte ihm nach eigener Aussage der TV-Koch Horst Lichter bei: Finde deine Nische. Versuche nicht, jemand anderes zu sein. Jahrelang habe er das ignoriert. Heute ist es sein Geschäftsmodell.
Verändert hat sich auch sein Blick auf Risiko, seit er Vater geworden ist. Beim Investieren denke er jetzt vorsichtiger, er nimmt lieber 15 Prozent mit als auf die ganz großen Wetten zu setzen. „Man wird schon defensiver“, sagt er. Und: Die nächsten fünf Jahre würden die aufregendsten seit langer Zeit, glaubt er – nicht wegen Gastronomie, sondern wegen KI und Finanzinnovationen.
Was das konkret für sein Portfolio bedeutet, wie er beim Investieren vorgeht und wie er die Balance zwischen Stern, Kamera und Earnings-Report hält – darüber spricht Alexander Kumptner im Podcast.


