Alger US Mid Cap

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Geht’s um Neuanschaffungen, sind US-Bürger gegenwärtig depressiver Grundstimmung: Der Konsumklima-Index, den die Universität Michigan ermittelt, ist im Februar auf den niedrigsten Wert seit 16 Jahren gesunken. Dennoch gibt es laut Daniel Chung weiterhin Grund für Optimismus: „Das obere Fünftel der amerikanischen Einkommensempfänger geben weit mehr aus als die Hälfte des ganzen restlichen Landes zusammen“, so der Fondsmanager des Alger US Mid Cap (WKN: 578904). „Die Ausgaben dieser Bevölkerungsgruppe werden weder von den steigenden Preisen für Lebensmittel und Energie noch von der Schwäche am Wohnungsmarkt spürbar beeinträchtigt.“

Genauso differenziert sieht Chung die Folgen der US-Hypothekenkrise für die amerikanische Volkswirtschaft: Es sei noch ungewiss, ob die Statistik für dieses Jahr eine Rezession oder ein leichtes Wirtschaftswachstum ausweisen wird. „Ich glaube aber nicht, dass die Gesamtwirtschaft aus der Bahn geworfen wird.“ Stattdessen erwartet Chung, dass sich das Feld in Gewinner und Verlierer aufteilen wird: „Es ist keinesfalls so, dass alle Boote untergehen.“

Zwar räumt auc Chung ein, dass in Rezessionsphasen der Vergangenheit alle Bereiche der Wirtschaft geschrumpft sind. Dennoch:„Heutzutage dagegen ist es wahrscheinlich, dass es Sektoren gibt, die vom Strudel erfasst werden und andererseits durchaus Branchen, die verschont bleiben.“ Dabei unterscheidet Chung zwischen Subprime- und I-Phone-Wirtschaft. „Die Subprime-Wirtschaft ist von Kreditklemme und zurückgehenden Aufträge im Wohnungsbau gekennzeichnet“, so Chung. Dieser Teil der US-Wirtschaft befinde sich möglicherweise bereits in einer Rezession. Gleichzeitig expandiere der andere Teil der Ökonomie: „Die I-Phone-Wirtschaft wird durch den Verkauf von mehr als 1,5 Millionen Stück der neuartigen Mobiltelefone verkörpert.“

An diesem Absatzerfolg hatte Chung teil: Der Hersteller des I-Phone Apple ist mit 4,2 Prozent des Portfolios der wichtigste Einzeltitel des Fonds, der derzeit ein Gesamtvermögen von rund einer halben Milliarden Euro verwaltet. Die Informationstechnologie ist mit einem Viertel des Fonds der am höchsten gewichtete Sektor. Zwischen 14,3 und 13,6 Prozent betragen die Anteile der Branchen Konsumgüter, Industrie und die Gesundheitswirtschaft.

Für diese Branchen sieht Chung trotz der Rezessionsängste in Amerika gute Chancen, weil sie nicht nur von den heimischen Käufern abhängig sind: „Die Unternehmen expandieren vor allem in Lateinamerika, der Golfregion und China“, so Chung. „Diese Regionen koppeln sich immer stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA ab.“

Auf die aktuellen Negativschlagzeilen aus den USA hat Chung bisher kaum reagiert. Eine Bedrohung sieht er nur darin, dass die US-Firmen ihre Ausgaben drosseln, zum Beispiel für die Informationstechnologie. Darauf reagiert er durch höhere Engagements in Firme, die auf private Konsumenten und den Export setzen. Für Finanztitel kann sich Chung in der aktuellen Situation allerdings wenig erwärmen.

In seinem Fondsportfolio finden sich ausschließlich Unternehmen mit einem Börsenwert zwischen 500 Millionen und 10,6 Milliarden Euro. Auswahlkriterium ist, dass eine Firma schneller wächst als der Gesamtmarkt. Mit dieser Strategie steigerte Chung den Wert des Fonds in den vergangenen fünf Jahren um 68,8 Prozent. Damit belegt der Fonds Platz 5 im Renditevergleich seiner Vergleichsgruppe bei der Rating-Agentur Morningstar. Der Durchschschnitt der Fonds der Kategorie „US-Aktienfonds mittelgroß“ kommt lediglich auf 43,2 Prozent.

Auf Einjahressicht liegt der Fonds mit 1,7 Prozent im Minus – und damit auf Platz 4 im Ranking der Wettbewerber (Durchschnitt: minus 13,3 Prozent). Wermutstropfen: In den ersten Wochen dieses Jahres ging Chungs Wachstumsstrategie nach hinten los: Der Fonds verlor seit Anfang Januar 12,7 Prozent seines Wertes und rangiert damit in der Vergleichsgruppe ganz weit hinten ( Durchschnitt: minus 7,8 Prozent).

Der Ausgabeaufschlag des Alger US Mid Cap liegt bei 6 Prozent. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 1,75 Prozent.

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