Großbaustelle Dubai, Quelle: Fotolia

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Alle Jahre wieder: Dubai und die Krise

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Ende November ist Feiertag in der arabischen Welt. Keiner ist erreichbar, niemand arbeitet. Fast niemand, denn wie schon 2009 mussten auch in diesem Jahr Finanzexperten der Regierung zu einer Krisensitzung zusammentreten. Der Grund: Die zu fast 100 Prozent in Staatsbesitz befindliche Dubai Holding brauchte schnell zwei Milliarden Dollar, um ihre Schulden zu refinanzieren.

Im vergangenen Jahr hatte die Staatsholding Dubai World die Krise ausgelöst. Sie könne ihre Schulden nicht bedienen und bitte um Zahlungsaufschub, teilte sie mitten in die Feiertage hinein mit. Als dann das Emirat Dubai erklärte, nicht für die Schulden haften zu wollen, kam es zum Knall. Die Börsen stürzten ab, Dubai stand vor der Zahlungsunfähigkeit. Das reiche Nachbaremirat Abu Dhabi sprang mit zehn Milliarden Dollar ein, die Liquiditätsprobleme waren gelöst.

Zwei Milliarden Dollar Stütze

Im Mai 2010 einigte sich Dubai World dann mit den Gläubigern, die Krise schien behoben. Bis heute, denn pünktlich zu den Feiertagen konfrontierte Dubai die Märkte mit der Nachricht, dass man zwei Milliarden Dollar in die Dubai Holding gesteckt habe, um eine Schieflage auszugleichen. Die Reaktion: kaum messbar.

Was hat sich verändert seit 2009? Zum einen sind die Märkte nicht mehr so nervös, die Finanzkrise scheint ausgestanden. Ein Dominoeffekt, bei dem der Ausfall eines Instituts andere mit sich reißt, wird nicht mehr befürchtet. Zudem handelt es sich um eine verhältnismäßig kleine Summe: mit rund zwölf Milliarden Dollar steht Dubai Holding in der Kreise, ein Klacks gegenüber den mehr als 50 Milliarden von Dubai World.

Lerneffekt der Krise

Vor allem aber haben die Verantwortlichen aus der letzten Krise gelernt. Sie haben mit dem Problem gleich die Lösung präsentiert und damit möglichen Ängsten die Grundlage entzogen. Jetzt sollen wieder die Gläubiger einen Beitrag zur Sanierung leisten.

Dafür sollen sie bei Aufträgen bevorzugt werden. Aufträge? Nun, in Dubai ist vieles eingefroren. Trotzdem steht die gesamte Region sehr stark da und bietet nach wie vor hervorragende Perspektiven – auch für Anleger.

Zum Autor: Uwe Zimmer ist Vorstandsvorsitzender des Vermögensverwalters Meridio AG und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de. In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

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