„Alle wurden auf dem falschen Bein erwischt“ Vermögensverwalter: Was Gold- und Silber-Preise in die Höhe treibt - und was sie abstürzen lässt

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Sechs Vermögensverwalter erklären, was die Gold- und Silbernachfrage beflügelt  - und was die Preise für die beiden Edelmetalle abstürzen lassen kann.



Rainer Beckmann, Geschäftsführer von Ficon Börsebius Invest in Düsseldorf

Gründe für den Wiederanstieg für die Edelmetalle Gold und Silber gibt es mehrere. 

1. Keiner hat damit gerechnet und die sogenannten Auguren wie die amerikanischen Brokerhäuser haben den Preis für die Unze Gold Ende letzten Jahres schon unter der Marke von 1.000 US-Dollar gesehen. Alle wurden auf dem falschen Bein erwischt und müssen jetzt ihre Shortpositionen eindecken, und das zu wesentlich höheren Preisen als am Jahresanfang. Das gleiche gilt für die Silberspekulanten aus dieser Anlegerecke.

2. Das erste Mal ist die Zinssituation mit Minuszinsen Kurstreiber für Gold und Silber. Jahrzehntelang hat man gesagt, Gold und Silber bringen keine Erträge, jetzt bekommt der Sparer und Anleihenbesitzer für seine Geldanlagen einen Nullzins oder die Anleihen werfen eine Negativrendite ab. 

3. Positiv für das Silber ist das immer noch sehr hohe Gold-Silber-Ratio von zurzeit 74. Im Jahr 1980 lag das Verhältnis bei einem Faktor von 17. Da besteht noch viel Platz für das Silber. Außerdem wird der Großteil der jährlichen Silberproduktion verbraucht, und damit werden die Silberbestände weltweit immer weiter reduziert. Gold wird eben eher gehortet.

4. Die Krisen dieser Welt lassen sich nicht beilegen. Sowohl das Gold, wie aber auch das Silber als das Gold des kleinen Mannes, haben sich wieder als Krisenanlagemittel positioniert, die Anleger haben wieder mehr Angst vor den weiteren Entwicklungen an den Börsen und natürlich auch aus politischer Sichtweise.

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