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Tänzer in Peking: In China schnellte die Verschuldung in den vergangenen drei Jahren rasant nach oben. | © Getty Images

Allianz Global Wealth Report 2019 Sparer wenden sich von Versicherungen ab

Das Jahr 2018 war noch schlimmer als der Höhepunkt der Finanzkrise zehn Jahre zuvor. Zumindest was die weltweiten Geldvermögen betrifft. Denn diese gingen 2018 erstmals sowohl in Industrie-, als auch in den Schwellenländern gleichzeitig zurück. Dies war selbst 2008 nicht der Fall.

Das zeigt der Global Wealth Report 2019 der Allianz-Vermögensverwaltung Allianz Global Investors (AGI).

Als Grund nennt AGI den eskalierenden Handelskonflikt zwischen den USA und China, die endlose „Brexit-Saga“ und zunehmende geopolitische Spannungen sowie die Verschärfung der monetären Bedingungen und die (angekündigte) Normalisierung der Geldpolitik.

„Die Reaktion der Börsen fiel entsprechend aus“, schreiben die Forscher. Global gaben die Aktienkurse 2018 um etwa 12 Prozent nach. Dies schlug direkt auf die Vermögensentwicklung durch. Die Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte gingen um 0,1 Prozent zurück und stagnierten bei 172,5 Billionen Euro.

Der Rückgang des Vermögens fiel in den Schwellenländer mit -0,4 Prozent stärker aus als in den Industrieländern (-0,1 Prozent). Maßgeblich dazu beigetragen hat laut Studie die schwache Entwicklung in China, wo die Vermögen um 3,4 Prozent fielen. Aber auch andere wichtige Schwellenländer wie Mexiko und Südafrika mussten 2018 empfindliche Einbußen verkraften.

„Eine bemerkenswerte Trendumkehr“

„Dies ist eine bemerkenswerte Trendumkehr“, schreiben die AGI-Forscher. Denn im Durchschnitt der letzten beiden Dekaden lag der Wachstumsvorsprung der Schwellenländer bei 11,2 Prozentpunkten. „Es scheint so, als ob die Handelsstreitigkeiten dem Aufholprozess der ärmeren Länder ein jähes Stoppzeichen gesetzt hätten“. Die Industrieländer profitierten davon jedoch ebenso wenig. Sowohl Japan (-1,2 Prozent), Westeuropa (-0,2 Prozent) und Nordamerika (-0,3 Prozent) verzeichneten ein negatives Vermögenswachstum.

Gleichzeitig stiegen die Mittelzuflüsse in Sparprodukte um 22 Prozent auf einen neuen Rekordwert von über 2,7 Billionen Euro. Dafür zeichnete allerdings allein die Entwicklung in den USA verantwortlich: Dank der Steuerreform konnten die US-Haushalte ihre Sparanstrengungen um sagenhafte 46 Prozent steigern. Damit entfallen etwa zwei Drittel aller Ersparnisse in den Industrieländern auf die USA.

Auch das Sparverhalten hat sich 2018 geändert. Die Sparer scheinen sich von der Vermögensklasse Versicherungen und Pensionen abzuwenden, auf sie entfielen gerade noch 25 Prozent der frischen Spargelder. Vor und unmittelbar nach der Finanzkrise lag dieser Wert im Schnitt noch bei über 50 Prozent. 

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