Michael Diekmann, Oliver Bäte

Michael Diekmann (links) und Oliver Bäte
auf der Bilanzpressekonferenz der Allianz

Allianz Leben verdoppelt operatives Ergebnis

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Entscheidend für diese Entwicklung sei ein Anstieg im Anlageergebnis von 1,7 Milliarden Euro. „Dieses Geschäftssegment hat ein außergewöhnliches Wachstum im letzten Jahr verzeichnet, dank eines zunehmend hohen Interesses der Kunden an unseren Produkten“, sagte Oliver Bäte vom Vorstand des Allianz SE auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens. „In einem unsicheren Marktumfeld suchen Lebensversicherungskunden nach  Sicherheit und Unternehmen, denen sie vertrauen können.“ Grafik vergrößern

Die Beitragseinnahmen legten von 45,6 Milliarden auf 50,8 Milliarden Euro zu, ein Plus von 11 Prozent. Insbesondere eine starke Entwicklung in Italien, Deutschland, der Region Asien-Pazifik und den USA sei dafür maßgeblich gewesen. „Mit Beitragseinnahmen von insgesamt 50,8 Milliarden Euro erreichte das Segment Lebens- und Krankenversicherung 2009 einen Höchststand“, so Allianz-Chef Michael Diekmann. „Angesichts einer alternden Weltbevölkerung und überforderten Sozialsystemen wird die Lebensversicherung auf lange Sicht ein Wachstumsfeld für unser Unternehmen bleiben“, so die Prognose des Vorstandsvorsitzenden.

Schaden- und Unfallversicherung schwächelt

In der Sparte Schaden- und Unfallversicherung belastete das stagnierende wirtschaftliche Umfeld den Umsatz der Allianz-Gruppe: Die Bruttoprämieneinnahmen sanken um 2 Prozent auf 42,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis belief sich hier auf 4,1 Milliarden Euro - ein Rückgang um 28 Prozent gegenüber den 5,6 Milliarden Euro aus dem Jahr 2008. Die beiden wesentlichen Faktoren hierfür seien ein um 0,6 Milliarden Euro niedrigeres operatives Anlageergebnis sowie ein um 0,7 Milliarden Euro geringeres technisches Ergebnis.

Die Schaden-Kosten-Quote betrug 97,4 Prozent und lag damit 2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. "Insgesamt war es ein schwieriges Jahr für die Schaden-Unfallversicherung. Nach Orkan „Klaus“ im Januar und einer auffälligen
Häufung von mittleren Unwetterschäden im ersten Halbjahr, ist es uns aber gelungen, die Schaden-Kosten-Quote im 2. Halbjahr deutlich zu senken", so Diekmann. Hintergrund: Je geringer die Schaden-Kosten-Quote, desto profitabler ist gemeinhin die Versicherung. Ist die Schaden-Kosten-Quote größer eins, schreibt das Unternehmen Verluste.

"Hervorragendes" Ergebnis für das Asset Management 

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926 Milliarden Euro verwaltete die Allianz 2009 für Dritte. Das ist ein Plus von mehr als 31 Prozent im Vergleich zu 703 Milliarden Euro in 2008. Die Nettozuflüsse bei Drittgeldern erreichten mit 84 Milliarden Euro ein Rekordniveau. "Unser Asset Management erzielte ein Ergebnis, das ich nur als hervorragend bezeichnen kann", schwärmte Diekmann. Das operative Ergebnis legte um 51,3 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu.

Das Rentengeschäft wuchs um 31 Prozent auf 785 Milliarden Euro. Das Aktiengeschäft beendete das Jahr mit einem Plus von 37 Prozent auf 140 Milliarden Euro, wozu auch die Verbesserung der Marktwerte der verwalteten Anlagen beitrug.

Schlechteres operatives Ergebnis auf Gruppen-Ebene

Der Gesamtumsatz der Allianz SE wuchs 2009 um 5,2 Prozent auf 97,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis lag bei 7,2 Milliarden Euro und damit 147 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Die Allianz wies zum Ende des Geschäftsjahres 2009 eine Solvabilitätsquote von 164 Prozent aus. Das entspricht einem Anstieg um 7 Prozentpunkte gegenüber 2008.

Die Solvabilitätsquote gibt das Verhältnis zwischen den Eigenmitteln und dem nach Anlagerisiko gewichteten Wert der Kapitalanlagen eines Versicherers an. Je höher die Quote, desto mehr Risiken darf der Versicherer gemäß den europäischen Anlagevorschriften eingehen. Der Zielkorridor der Allianz liegt hierbei zwischen 150 und 170 Prozent. Das Eigenkapital stieg um 19 Prozent auf 40,2 Milliarden Euro. Die Dividende erhöht sich um 17 Prozent auf 4,10 Euro empfehlen, nach 3,50 Euro im Vorjahr.

Verhaltener Ausblick für 2010


"Die Weltwirtschaft ist seit der Lehman-Insolvenz eine andere und sie wird auch nicht so schnell an den vorhergehenden Boom anschließen", leitete Diekmann seinen Ausblick für 2010 ein und kritisierte: "Es gibt im Markt aber bereits wieder Erwartungen, als habe sich nichts an den Wachstums- und Renditechancen verändert. Ich habe da eine differenziertere Meinung: Wir müssen zukünftig mit einem verhaltenen Wirtschaftswachstum rechnen, mit
einer höheren Risikoaversion bei allen Marktteilnehmern und einer engeren Regulierung. Außerdem stellen wir uns wegen der historisch niedrigen Zinsen vorübergehend auf geringere laufende Finanzanlageergebnisse ein."

Als Trend aud Versichertenseite zeichne sich die Forderung nach größerer Transparenz von Finanzdienstleistungen ab, glaubt Diekmann. "Transparenz heißt Verständlichkeit des Produkts und der Beratung. Dieses Bedürfnis findet sich durchgehend in unseren internationalen Markterhebungen. Kunden wollen viel stärker als früher ihre Finanzangelegenheiten eigenverantwortlich regeln und dies nicht mehr allein den Beratern überlassen."

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