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Zinsdeklarationen für 2024 Allianz vorneweg: Lebensversicherer erhöhen Überschussbeteiligung auf breiter Front

Zinsanstieg 2024
Steigende Überschussbeteiligungen für das Jahr 2024: Kaum ein Lebensversicherer ist diesem Trend bisher nicht gefolgt. | Foto: Imago Images / Bihlmayerfotografie

Die Allianz Lebensversicherung hebt die Gesamtverzinsung für alle Produktlinien um 0,3 Prozentpunkte an. Die neue Marke für das Jahr 2024 heißt 3,8 Prozent. Nach Jahren fallender Renditen erhöht Deutschlands größter Lebensversicherer die Verzinsung damit bereits zum zweiten Mal in Folge. „Dieser Zins-Schritt ist ein deutliches Zeichen, ein starkes Argument für die Vorsorge und für die Lebensversicherung“, sagt Katja de la Viña, Vorstandsvorsitzende der Allianz Lebensversicherung.

Allianz nach Zinserhöhungen im Markt vorne dabei

Für das Vorsorgekonzept „Perspektive“, das keine lebenslangen Zinsgarantien mehr vorsieht, bietet die Allianz eine Gesamtverzinsung von 3,8 Prozent. Diese dürfte zu den höheren im Markt gehören. Die Gesamtverzinsung der klassischen Lebens- und Rentenversicherungen steigt auf 3,5 Prozent. Die in der Gesamtverzinsung enthaltene laufende Verzinsung erhöht sich bei „Perspektive“ von 2,6 auf nunmehr 2,8 Prozent, für Klassik steigt sie von 2,5 auf 2,7 Prozent. Die Gesamtwerte setzen sich aus der laufenden Verzinsung und dem Schlussüberschuss inklusive Sockelbetrag für die Beteiligung an den Bewertungsreserven von weiteren 0,8 Prozent (2023: 0,7 Prozent) zusammen. 

Auch Produkte ohne Beitragsgarantie profitieren

Auch die kapitalmarktnahen Policen „KomfortDynamik“ und „InvestFlex“, die das Neugeschäft mit knapp zwei Drittel der Abschlüsse dominieren, profitieren von der Erhöhung, weil auch dort ein Teil des angelegten Geldes in das Sicherungsvermögen fließt. Die Gesamtverzinsung wird im kommenden Jahr ebenfalls bei 3,8 Prozent liegen. Im Gegensatz zu klassischen Policen ist bei diesen neuen Allianz-Produkten im besten Fall noch 90 Prozent des eingezahlten Kapitals und eine Mindestrente garantiert.

Die Münchener hatten ihre Angebotspalette 2021 grundlegend umgebaut und sich von der vollen Beitragsgarantie verabschiedet. Seitdem sollen klassische Rentenpolicen nur auf Nachfrage verkauft werden.

Von einer Signalwirkung an den Markt kann indes kaum gesprochen werden. Bereits vor der Allianz hatten zahlreiche Anbieter ihre Überschuss-Deklarationen bekannt gegeben, deren Steigerungen in einigen Fällen sogar noch höher ausfallen.

Inter Versicherung erhöht sogar um 0,75 Prozentpunkte

Ein Beispiel ist die Mannheimer Inter Lebensversicherung. Hier steigt die laufende Verzinsung für Neu- und Bestandskunden überdurchschnittlich stark um 0,75 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent. Die Gesamtverzinsung liegt bei durchschnittlich 3,44 Prozent (Vorjahr 2,73 Prozent). „Entgegen aller Unkenrufe der vergangenen Jahre können wir nur sagen: Die Lebensversicherung lebt! Sie ist nach wie vor ein sehr attraktives Produkt, wenn es um die private Altersvorsorge geht“, sagt Inter-Vorstandssprecher Roberto Svenda.

 

DEVK mit erster Steigerung seit fünf Jahren

Bei den Lebensversicherern der DEVK steigt die Überschussbeteiligung für Kapital- und Rentenversicherungen erstmals seit dem Jahr 2019 an. Die laufende Verzinsung für Verträge der DEVK Allgemeine Leben beträgt dann 2,4 statt bisher 1,9 Prozent, beim Lebensversicherungsverein gibt es 3,0 statt 2,5 Prozent. Mit der Schlussüberschussbeteiligung und einer Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven beträgt die Gesamtverzinsung beim DEVK Lebensversicherungsverein je nach Vertrag im Jahr 2024 bis zu 4,1 Prozent. Verträge der DEVK Allgemeine Leben können bis zu 3,3 Prozent erreichen.

Mitglieder des Vereins sind vor allem Beschäftigte der Deutschen Bahn sowie deren Angehörige. Michael Zons, DEVK-Lebensversicherungsvorstand, sagt: „Gerade in Zeiten mit höherer Inflation ist es wichtig, dass die Verzinsung Schritt hält, damit die Guthaben für die Altersvorsorge wachsen.“

Moderate Steigerungen bei der Bayerischen, LV 1871 und LVM

Auch beide Lebensversicherer der Unternehmensgruppe die Bayerische passen ihre Deklarationen nach oben an. 2024 steigt die laufende Verzinsung sowohl bei der Muttergesellschaft Bayerische Beamten Lebensversicherung (BBV-L) als auch der operativen Tochtergesellschaft BL die Bayerische Lebensversicherung von 2,7 auf 3,0 Prozent.

Die Gesamtverzinsung bei der BL erreicht demnach bis zu 3,75 Prozent. Sie setzt sich zusammen aus der laufenden Verzinsung von 3,0 Prozent, dem Schlussgewinnanteil von 0,35 bis 0,6 Prozent sowie der Mindestbeteiligung von 0,15 Prozent an den Bewertungsreserven. Die Gesamtverzinsung der BBV-L wird für 2024 auf 3,55 Prozent angehoben. Hier beträgt der Schlussgewinnanteil 0,25 Prozent und die Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven 0,3 Prozent.

In gleicher Höhe steigt die Überschussbeteiligung auch bei der Lebensversicherung von 1871 (LV 1871). Für Neuverträge setzt sich diese ab 1. Januar 2024 so zusammen: Die seit 2018 stabile ­­­­laufende Verzinsung erhöht sich im kommenden Jahr um 0,3 Prozent auf 2,70 Prozent. Inklusive Schlussüberschuss und Bewertungsreserven ergibt sich dann eine Gesamtverzinsung von bis zu 3,60 Prozent.

 

Auch die LVM-Lebensversicherung erhöht zum Jahreswechsel ihre Gewinnbeteiligung: Neukunden erhalten für neue Rentenversicherungen mit reduzierten Garantien ab Januar eine Gesamtverzinsung inklusive Schlusszahlung in Höhe von 3,1 Prozent (Vorjahr: 2,85 Prozent). Die laufende Verzinsung beläuft sich dabei auf 2,4 Prozent (Vorjahr: 2,05 Prozent). Im Vorjahr war die Gesamtverzinsung bereits um 0,45 Prozentpunkte nach oben angepasst worden.

Swiss Life mit geringer Steigerung nach acht Jahren Stabilität

Die aktuellste Deklaration stammt vom heutigen Dienstag (05.12.) von der deutschen Niederlassung der Swiss Life. Sie erhöht nach acht Jahren konstanter Zinsen das erste Mal die Überschussbeteiligung leicht. Die laufende Verzinsung steigt für das Jahr 2024 auf 2,5 Prozent (2023: 2,25 Prozent). Die Gesamtverzinsung, inklusive Schlussüberschussbeteiligung und Beteiligung an den Bewertungsreserven, liegt für 2024 dann bei 2,8 Prozent (Vorjahr: 2,55 Prozent). 

Dazu schreibt das Unternehmen: „Während der überraschend schnelle Zinsanstieg die ehemals hohen Bewertungsreserven bei festverzinslichen Wertpapieren in der gesamten Branche in stille Lasten verwandelt und neue Herausforderungen schafft, ist der branchenweite Stopp beim Aufbau der Zinszusatzreserve ein positiver Aspekt. Ebenso bieten höhere Zinsen den Lebensversicherungsunternehmen eine bessere Perspektive für die zukünftige Kapitalanlage.“

Athora hält Vier vor dem Komma

Lediglich bei der Athora Lebensversicherung ändert sich im kommenden Jahr nichts, die Verzinsung gehörte allerdings bereits zu den höchsten im Markt. Die Gesamtverzinsung von 4,0 Prozent ist zudem seit vier Jahren in Folge stabil und setzt sich aus einer laufenden Verzinsung von 3,0 Prozent und 1,0 Prozent Schlussbonus zusammen.

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