Zum achten Mal hat Citywire den Alpha Female Report herausgegeben. Die Frage, der der Bericht nachgeht: Welche Fortschritte machen Vermögensverwalter in Bezug auf Geschlechterparität in ihren Teams? Die Antwort in diesem Jahr: leider fast keine, wenn man die Branche gesamt betrachtet.

In der Citywire-Fondsmanager-Datenbank, die die Grundlage für den Report bildet, befinden sich weltweit 18.015 aktive Fondsmanager – davon sind gerade einmal 2.179 weiblich, was einem Prozentsatz von 12,1 Prozent entspricht. 2022 waren es 12,0 Prozent.

Anzahl von Fonds, die von einer Frau geleitet werden, auf Rekordtief

In derselben Datenbank sind 28.542 aktiv gemanagte Fonds verzeichnet. Gerade einmal 5,2 Prozent (1.490; bisher: 1.508) davon werden von einer Frau geleitet, 0,5 Prozent (154) von einem weiblichen Führungsteam. Selbst wenn man die von einem gemischten Team betreuten Fonds hinzuzählt (3.522 = 12,3 Prozent), bleiben die Fonds mit weiblichem Anteil deutlich hinter denen zurück, die von einem Mann (13.110 = 45,9 Prozent) oder einem Team von Männern (10.262 = 36 Prozent) gemanagt werden. Damit befindet sich die Anzahl der Fonds, die von einer Frau geleitet werden, laut Bericht sogar auf einem Rekordtief. Bei neu aufgelegten Fonds sieht es nicht besser aus: Lediglich 6,2 Prozent wurden Frauen zugeteilt.

 

Erschwerend kommt hinzu, dass Frauen oft kleinere Fonds managen, mit einem durchschnittlichen Volumen von 371 Millionen Euro. Der Durchschnitt der „männlich“ gemanagten Fonds liegt hingegen bei 558 Millionen Euro. Des Weiteren würden Frauen häufiger Anlagemöglichkeiten in Nischenbereichen zugeteilt, beispielsweise solche, die sich auf Schwellenländer oder auf zyklische Konsumgüterwerte fokussieren.

In Deutschland ist der Anteil von Fondsmanagerinnen leicht gestiegen

Bei der Länderverteilung hat sich hingegen nicht viel verändert, hier sind weiterhin dieselben Länder führend, was den Anteil von Frauen im Fondsmanagement betrifft. Für Europa sind das Spanien und Italien mit 21 beziehungsweise 20 Prozent, gefolgt von Frankreich (18 Prozent), Schweden (17 Prozent), Luxemburg (13 Prozent) und Österreich sowie Finnland (jeweils 11 Prozent). Das Vereinigte Königreich und die USA verzeichnen 11,8 beziehungsweise 11 Prozent, ohne sich jedoch im Jahresvergleich groß  verändert zu haben. Für Deutschland gebe es zumindest eine gute Nachricht: So ist der Anteil von Frauen unter den Fondsmanagern leicht gestiegen – allerdings nur von 6 auf 7 Prozent.

Was also tun? Eine mögliche Stellschraube könnte es sein, mehr Frauen neu aufgelegte Fonds zuzuweisen. Hier gab es allerdings in der letzten Zeit ebenfalls einen Rückgang: Statt 562 im Vorjahreszeitraum waren es nunmehr nur 274 Neuprodukte, so der Report. Dafür wäre es aber auch nötig, eigene Talente zu fördern. Ansonsten würde weiterhin auf den bestehenden kleinen Pool von Managerinnen zurückgegriffen, die dadurch immer wieder untereinander abgeworben werden.