Also doch üblich: Versicherungen benutzen Beamte

Nachdem Gerüchte über ein Beamtennetzwerk der Debeka laut wurden, berichtet das Handelsblatt nun von weiteren Versicherungen mit engen Kontakten zu Staatsdienern. Demnach pflegen unter anderem BHW, DBV und Signal Iduna enge Beziehungen in den Beamtenapparat.

Dem Handelsblatt liegen Informationen zu einem Richter in Bayern vor, der durch die Vermittlung von Bausparverträgen der BHW über Jahre mehrere tausend Euro verdient habe. Auch ein Oberkommissar in Hessen soll als Zuarbeiter für vier Versicherungen in sieben Jahren 500.000 Euro erwirtschaftet haben.

Kontaktpersonen säßen überall – bei Finanzämtern, Gerichten, Zollämtern und sogar bei Staatsanwaltschaften. So seien auch die Daten von jungen Polizisten und Verzeichnisse von Berufsauszubildenden aus den Handwerkskammern sowie den Industrie- und Handelskammern bei Signal Iduna gelandet.

Laut Handelsblatt streiten die Versicherer ab, von den einzelnen Fällen gewusst zu haben. Alle Vertriebspartner seien darüber informiert, dass die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten seien.

Viel interessanter ist jedoch die Frage, warum die Beamten sich so frei als Vermittler entfalten durften. Laut Beamtengesetz haben sie ihre Arbeitskraft voll und ganz dem Staat zur Verfügung zu stellen. Sämtliche bezahlten Nebentätigkeiten muss der Arbeitgeber genehmigen (Paragraf 99).

Hat er das getan?

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