Kartons bei einem Online-Versandhändler Foto: imago images/Hans Lucas

Aktien-Tipp vom Vermögensverwalter

Alte Kartons sind Gold wert

Seit der Corona-Krise boomt der E-Commerce und die Kartons türmen sich zu Hause. Denn vieles wird nur noch online bestellt, seitdem wiederholte Lockdowns weltweit die Konsumenten aus den Läden und vor den Bildschirm getrieben haben.

Das hat den Bedarf an Verpackungen, wie Kisten und Kartonagen, massiv ansteigen lassen, denn neben der eigentlichen Verpackung werden auch geeignete Kartons für den Versand gebraucht. Industrie-Experten schätzen, dass dadurch etwa 30 Prozent zusätzliches Verpackungsmaterial verbraucht wird. 

Das rückt Unternehmen ins Rampenlicht, die nicht nur vom strukturellen Trend des Online-Handels profitieren, sondern auch mit innovativen Lösungen aus der Kreislaufwirtschaft den Verbrauch von Verpackungsmaterial nachhaltig gestalten. Eines davon ist das irische Unternehmen Smurfit Kappa. 

Online-Handel produziert viel Abfall

Im Jahr 2020 ist der weltweite Online Retail-Handel um 27,6 Prozent angestiegen und erreichte per Ende Jahr insgesamt 4.280 Billionen US-Dollar. Während Latein Amerika mit einer Wachstumsrate von 36,7 Prozent die Statistiken anführt, liegt Westeuropa mit 26,3 Prozent nur knapp unter dem globalen Durchschnitt. In diesem Jahr dürfte erneut eine Wachstumsrate von 14 Prozent zu erwarten sein.1

Auch nach der Pandemie wird sich der Trend des Online-Shoppings kaum abschwächen, da viele Konsumenten Geschmack an den Vorzügen, wie der grösseren Auswahl und der bequemen Lieferung  gefunden haben. Laut einer Befragung, durchgeführt von Bank of America von 1.000 US-Konsumenten der Altersklassen 18 bis 65, wollen 60 Prozent der Konsumenten selbst nach Covid-19 vermehrt online einkaufen.

Nur 17 Prozent geben an, dass sie weniger Online-Shopping betreiben werden, sobald die Pandemie abflaut. Während allerdings Online-Händler von höheren Umsatzzahlen profitieren, leidet die Umwelt, denn bereits vor der Pandemie hat der Online-Handel massive Mengen an Abfall generiert.

In Deutschland fielen im Jahr 2018 rund 863.000 Tonnen Verpackungsabfall an, wovon 96 Prozent Pappe und Papier waren.2 Im gleichen Zeitraum hat die USA 33 Millionen Tonnen Wellkarton verbraucht. Obwohl davon 95 Prozent recycelt wurden, fanden 9 Millionen Tonnen anderer Papier- und Kartonverpackungen kaum den Weg zurück in den Kreislauf.3

In Europa sollen etwa 50 Prozent der insgesamt 90 Millionen Tonnen Papierprodukten aus recyclierten Fasern stammen, für Indien und China wird dieser Faktor allerdings nur auf 35 Prozent geschätzt.4 Es wird erwartet, dass diese Verbrauchszahlen im Zuge des veränderten Covid-19-Konsumverhalten massiv steigen werden. 


1 https://www.emarketer.com/content/global-ecommerce-update-2021

2 https://www.zeit.de/2020/49/verpackungsmuell-online-handel-nachhaltigkeit-recycling-pfand?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

https://www.epa.gov/facts-and-figures-about-materials-waste-and-recycling/containers-and-packaging-product-specific-data#PaperandPaperboardC&P

4 http://www.globenewswire.com/news-release/2021/02/02/2167874/0/en/Global-Paper-Recycling-Market-Report-2020-Market-is-Estimated-to-be-45-5-Billion-in-2020-and-is-Expected-to-Reach-56-2-Billion-by-2025.html

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