Eric Romba, Geschäftsführer des Bundesverbands Sachwerte und Investmentvermögen (Foto: Björn Stüllein)

Eric Romba, Geschäftsführer des Bundesverbands Sachwerte und Investmentvermögen (Foto: Björn Stüllein)

Alternative Investments

BSI-Sprecher Eric Romba: „Der Markt nimmt Fahrt auf“

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DAS INVESTMENT.com: Ein Jahr ist das Kapitalanlagegesetzbuch, kurz KAGB, jetzt schon in Kraft. Eine lange Zeit, sodass jetzt neue Produkte an den Markt kommen sollten.

Eric Romba: Die Verfahren zur Zulassung als Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) haben lange gedauert und dauern weiter an. Ebenso die Vertriebsanzeigeverfahren. Das KAGB mit seiner neuen voll regulierten Welt ist sowohl für die Aufsicht als auch die Unternehmen eine Herausforderung rechtlicher, organisatorischer und finanzieller Art. Gut Ding braucht am Ende Weile.

16 von Ihren 30 Mitgliedern planen, bis zum Jahresende 33 neue Alternative Investmentfonds, kurz AIFs, auf den Markt zu bringen. Ist das die lang erwartete Produktoffensive?

Wir freuen uns auf jeden Fall, dass der Markt jetzt Fahrt aufnimmt. Und unsere Erwartung ist durchaus, dass es über die genannten geplanten AIFs weitere Produkte geben wird. Insbesondere bei Spezial-AIFs dürfte das der Fall sein.

Deren Zulassungsverfahren ist leichter als im Publikumsbereich. Darüber hinaus sind ihre Platzierungen nicht in der Weise öffentlich wie im Publikumsbereich. Wir hören zudem, dass auch der Vertrieb starkes Interesse signalisiert.

Es sind laut Ihrer Umfrage neun Spezial-AIFs mit semi-professionellen und professionellen Investoren geplant. Wer sind dort die Zielgruppen?

Die Spezial-AIFs richten sich an vermögende Privatpersonen, die in der Vergangenheit Gegenstand von sogenannten Private Placements waren – also vor allem an Versorgungswerke, Family Offices, Versicherungen und Vermögensverwalter.

Ihre Mitglieder haben bei ihrer KVG-Anmeldung vorrangig Immobilien und Infrastruktur als Assetklassen berücksichtigt. Aber sechs haben auch die Assetklasse Schiff angegeben. Ein Zeichen, dass es jetzt auch mit Containerfrachtern und Co. wieder losgeht?

Diesen Schluss zu ziehen wäre sicherlich verfrüht. Die KVGs haben sich nur die Möglichkeit offen gelassen, Schiffsfonds in Zukunft als KVG auflegen zu können.

Ihre Mitglieder haben sich zudem zum finanziellen Aufwand für die Einrichtung und zum laufenden Betrieb einer KVG geäußert. Dies reicht beim Initialaufwand von 0,2 bis 2 Millionen Euro und beim laufenden Betrieb von 0,1 bis 2,5 Millionen Euro. Wie kommen diese Spannen zustande?

Zwei Faktoren spielen bei der Spanne der Kosten sicherlich eine wichtige Rolle. Zum einen ist es die Größe des beantragenden Unternehmens. Wie viele Veränderungsprozesse muss ich einleiten und in welchen Strukturen umsetzen?

Zum anderen spielt nach unserem Dafürhalten eine Rolle, ob ich bereits auf bestehende Systeme aufbauen konnte oder einer anderen Regulierung, etwa aus dem Kreditwesengesetz, unterliege.

Rechnen Sie damit, dass bald alle BSI-Mitglieder eine KVG-Zulassung haben – oder wollen einige auch eine Service-KVG nutzen?

Nach unserer Kenntnis streben alle uns angeschlossenen Unternehmen eine eigene Zulassung an. Wir hoffen für alle, dass sie diese zügig bekommen. Das Thema der Service-KVG ist sicherlich interessant für Marktteilnehmer, die in ihrer bisherigen Rolle nicht Anbieter von Beteiligungen waren, sondern als Asset Manager nun KAGB-pflichtig wurden.

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