Die Altersvorsorge in Deutschland steht vor großen Herausforderungen – und Chancen. Der Staat leistet bereits heute einen erheblichen Beitrag zur Stabilität der gesetzlichen Rente. Gleichzeitig verändert sich die demografische Struktur: Das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern wird sich in den kommenden Jahren weiter verschieben.

Umso wichtiger ist es, das Vertrauen in alle drei Säulen der Altersvorsorge – gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche Altersvorsorge und private Altersvorsorge – zu stärken und die geförderte private Vorsorge zukunftsfähig zu gestalten. Die im Sommer 2025 erfolgte Umfrage zur Altersvorsorge von BlackRock zeigt: Nur rund ein Drittel der Erwerbstätigen in Deutschland fühlt sich gut auf den Ruhestand vorbereitet.

Das ist ein klarer Auftrag, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Mit den richtigen Reformen, mehr Transparenz und modernen Produkten kann Vorsorge wieder attraktiv werden – einfach, verständlich und zugänglich für alle.

Finanzielle Vorbereitung auf die Zukunft fördern

Weniger als die Hälfte der Befragten fühlt sich finanziell gut auf den Ruhestand vorbereitet. Besonders groß sind die Sorgen bei Personen kurz vor dem Renteneintritt und bei vielen Frauen. Nur eine kleine Minderheit hat das Gefühl, ihre finanzielle Lage voll im Griff zu haben. Da finanzielles Wohlbefinden und Zufriedenheit eng miteinander verbunden sind, können eine bessere Finanzbildung und der Zugang zu Vorsorge-Tools – etwa zur Berechnung der Rentenlücke – das Vertrauen stärken und mehr Gelassenheit im Hinblick aufs Alter fördern. Arbeitgeber, Politiker und Verbraucherzentralen, aber auch Finanzdienstleister können dabei helfen, indem sie eine individuelle Beratung anbieten und Erwerbstätige bei der Vorbereitung auf einen finanziell sicheren Ruhestand und damit ein langfristiges Wohlbefinden unterstützen.

Das Rentensystem vereinfachen

Das gesetzliche Rentensystem sichert viele nicht ausreichend ab: Im Schnitt liegt das Ruhestandseinkommen in Deutschland unter dem anderer europäischer Länder. Zugleich halten die meisten Befragten das Rentensystem für zu kompliziert und nicht tragfähig. Niederschwelliger Zugang zu attraktiver betrieblicher und privater Altersvorsorge würde vor allem die Beteiligung in unteren Einkommensgruppen und von Frauen stärken. Vorhaben der Bundesregierung wie das zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz sind Schritte in die richtige Richtung. Aber es braucht weitere neue Initiativen, um das Vertrauen zu stärken und ein Rentensystem aufzubauen, das inklusiver und zugänglicher ist.

Grafik 1: Netto-Rentenersatzquote der OECD im internationalen Vergleich

Quelle: OECD (Organisation of Economic Co-operation and Development, auf Deutsch: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), Netto-Rentenersatzquoten, neuester Stand:  2022, Zugriff am 25. November 2025.

Eigenverantwortung durch bessere Informationen stärken

Die Mehrheit der Erwerbstätigen in Deutschland hält das Rentensystem für schwer zu durchschauen und versteht selbst grundlegende Steuervorteile und Leistungen nur unzureichend. Das schmälert das Vertrauen. Einfache, transparente und personalisierte Informationen sind unerlässlich, um Vertrauen zurückzugewinnen. Vertrauenswürdige Beratungsangebote, darunter solche von Arbeitgebern und der gesetzlichen Rentenversicherung, sowie digitalen Kanälen, sind für alle wichtige Informationsquellen. Die jüngere Generation und Menschen mit mehr Eigeninitiative ziehen auch soziale Netzwerke – und einige künstliche Intelligenz – für Informationen zu Rate, die ihnen bei finanziellen Entscheidungen helfen können.