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Robert Noach

Robert Noach

Altersvorsorge: „Unabhängige Berater werden sich nur noch um Anleger kümmern, die Vermögen haben“

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DAS INVESTMENT.com: Wie wichtig ist es für eine Fondsgesellschaft, sich den Markt für fondsgebundene Versicherungen zu erobern?

Robert Noach: Wir suchen immer nach neuen Möglichkeiten, unser Geschäftsfeld zu erweitern. Der besondere Vorteil im Fondspolicen-Markt sind die regelmäßigen Beiträge, es kommt also laufend Geld rein. Und: Die Verträge gehen in der Regel über Jahre oder Jahrzehnte, das heißt, das Kapital bleibt auch lange bei uns. Bei den Top Zwölf Versicherern hier in Großbritannien, sind unsere Produkte bei zehn vertreten. Und auf dem deutschen Markt bauen wir unsere Präsenz in den Fondspaletten gerade aus.

DAS INVESTMENT.com: Welche Rolle spielt der deutsche Markt für Sie?

Noach: Eine sehr wichtige. Deutschland ist die größte Volkswirtschaft in Europa und deshalb natürlich ein riesiger Markt. Aber die Deutschen sparen auch mehr als beispielsweise die Engländer und suchen dabei nach einer mittel- bis langfristigen Heimat für ihr Geld.

DAS INVESTMENT.com: Aber die Deutschen sind schwierige Anleger, sie kaufen Fonds zum Beispiel am liebsten, wenn sie gerade am teuersten sind.

Noach: Ja, aber das machen Anleger anderer Länder auch. Das Phänomen, bei hohen Kursen zu kaufen und bei niedrigen wieder auszusteigen, ist ein typisch menschliches. Das ist Psychologie. Deshalb sind regelmäßige Investments über Fondssparpläne oder die Anlage in fondsgebundene Versicherungen ja auch so wichtig, um den psychologischen Impuls auszuhebeln. Und es stellt Anforderungen an Fondsgesellschaften wie uns, Produkte zu entwickeln, die die Nachteile eines prozyklischen Anlagestils minimieren.

DAS INVESTMENT.com: Und welche sind das?

Noach: Zum Beispiel Multi-Asset-Fonds, die das Kundengeld auf eine große Bandbreite verschiedener Anlageklassen verteilen. Anleger haben durch sie oft erst Zugang zu Produkten wie Hedge- oder Private-Equity-Fonds. Außerdem geben Sparer die Entscheidung, wann in welchen Markt einzusteigen an Experten ab, die sich jeden Tag mit diesen Fragen beschäftigen. Das ist Teil einer neuen Denkweise im Fondspolicen-Markt.

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DAS INVESTMENT.com: Inwiefern?

Noach: Bei Fondspolicen gab es nach einem eher dünnen Fondsangebot ganz zu Anfang den Trend, die Fondspalette sehr breit zu machen, also nach dem Open-Architecture-Gedanken hunderte verschiedene Fonds anzubieten. Das überfordert Anleger und Vermittler aber. Das Pendel schwang ein Stück zu weit, wenn Sie so wollen. Jetzt kommt es wieder zurück; Restricted Architecture ist nun eher die Devise. Sechs bis acht Fondsgesellschaften ins Boot zu holen reicht als Auswahl.

DAS INVESTMENT.com: Sehen Sie weitere Trends im Altersvorsorgegeschäft?

Noach: Ja, zwei.

DAS INVESTMENT.com: Nummer Eins?

Noach: Beim Thema Altersvorsorge und Rente gibt es ein Umdenken. Sparer gehen nicht mehr davon aus, dass Arbeitgeber oder Staat für die Sicherung der Rente verantwortlich sind. Sie handeln zunehmend selbstverantwortlich. Das sieht man daran, dass Anleger nicht mehr nur mit Boni, Tantiemen oder Geld zu einem kommen, dass sie mal eben übrig haben. Vielmehr knapsen sie sich monatlich etwas von ihrem Einkommen ab und legen das für die Rente zurück.

DAS INVESTMENT.com: Und Nummer Zwei?

Noach: Neue Regulierung bringt neue Impulse. Hier in Großbritannien soll bis Ende 2012 die sogenannte Retail Distribution Review umgesetzt sein. Einer der wesentlichen Punkte dieses Regelwerks ist, dass Sparer zusammen mit ihrem Berater darüber entscheiden, wie viel Geld letzterer für seine Beratung bekommen soll. Provisionen, die Versicherungsgesellschaften festlegen, sind damit vom Tisch. Das macht das Ganze sehr viel transparenter, wird den Markt aber auch verändern.

DAS INVESTMENT.com: Wie wird er in Zukunft aussehen?

Noach: Im Moment gibt es 36.000 unabhängige Finanzberater, also IFAs, in Großbritannien. Diese Zahl wird sich drastisch verringern. Zudem werden sich IFAs wohl nur noch Anlegern widmen, die Vermögen haben, um die Kleinanleger muss sich dann jemand anders kümmern.

DAS INVESTMENT.com: Und wer?

Noach: Die Banken. Hierzulande spielen Banken als Vertriebsweg derzeit praktisch keine Rolle. Das wird sich ändern.

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