Das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot soll zum Jahresbeginn 2027 an den Start gehen – und stößt vor allem bei jungen Menschen und Familien auf Interesse. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag von Commerzbank und Comdirect. Für die Studie befragten die Marktforscher im Zeitraum vom 30. Juli bis 3. August 2026 insgesamt 1.517 Personen im Alter von 18 bis 55 Jahren.

Demnach halten 38 Prozent der Befragten die Eröffnung eines Altersvorsorgedepots für wahrscheinlich. Bei den 18- bis 25-Jährigen steigt dieser Anteil auf 47 Prozent. Auch Eltern zeigen sich aufgeschlossener als der Durchschnitt: Wer von einer zusätzlichen Zulage von bis zu 300 Euro pro Kind profitieren kann, denkt häufiger über einen Abschluss nach. Die Bereitschaft klettert von 42 Prozent bei Eltern mit einem Kind auf 55 Prozent bei Familien mit zwei oder mehr Kindern.

Wissen entscheidet

Bekannt ist das Modell einer Mehrheit – doch das Wissen darüber bleibt dünn. Zwar haben 62 Prozent der Befragten schon vom Altersvorsorgedepot gehört, viele wissen aber nur wenig darüber. 35 Prozent kennen es bislang gar nicht. Beim selbst eingeschätzten Wissensstand öffnet sich eine deutliche Lücke zwischen den Geschlechtern: Von den Männern, die das Depot kennen, fühlen sich 51 Prozent gut informiert, bei den Frauen nur 31 Prozent. Auch zwischen den Altersgruppen zeigt sich ein Gefälle. Zwei Drittel der 18- bis 25-Jährigen fühlen sich gut informiert, bei den 46- bis 55-Jährigen sind es lediglich 29 Prozent.

Dass Wissen und Handlungsbereitschaft zusammenhängen, belegen die Zahlen: Von den Befragten, die sich gut informiert fühlen, würden 68 Prozent sehr oder eher wahrscheinlich ein Altersvorsorgedepot eröffnen. „Wir sehen es daher als unsere Aufgabe an, noch stärker aufzuklären – sowohl digital als auch persönlich“, sagt Thomas Schaufler, Privat- und Unternehmerkundenvorstand der Commerzbank.

Rentenlücke bleibt blinder Fleck

Die Wissenslücken reichen bis zu den eigenen Finanzen. 60 Prozent der Befragten befürchten finanzielle Einschränkungen im Ruhestand, 57 Prozent glauben nicht, dass ihr Einkommen im Alter für den heutigen Lebensstandard ausreicht. Die konkrete Höhe ihrer persönlichen Rentenlücke kennen jedoch nur 39 Prozent. Immerhin: Drei Viertel nutzen bereits ein oder mehrere Produkte für die private Altersvorsorge, und 40 Prozent planen in den kommenden zwölf Monaten weitere Vorsorgemaßnahmen. Unter den 18- bis 25-Jährigen liegt dieser Anteil mit 52 Prozent noch höher.

Selbstentscheidung wichtig

Bei der Ausgestaltung des Depots legen die Befragten Wert auf zwei Dinge zugleich: Selbstbestimmung und Beratung. 70 Prozent möchten selbst entscheiden, wie ihr Geld angelegt wird, zugleich wünschen sich 45 Prozent Unterstützung durch einen Wertpapierberater. Für 80 Prozent zählt, dass der Anbieter das Produkt einfach und verständlich erklärt. Eine unkomplizierte Eröffnung und Verwaltung würde bei 62 Prozent die Abschlussbereitschaft erhöhen. Mehr als jeder Zweite würde das Depot bevorzugt dort eröffnen, wo er ohnehin schon Kunde ist.

Auch bei den Einzahlungen wollen viele über die Mindestsumme von 10 Euro monatlich hinausgehen. Fast 60 Prozent können sich monatliche Beträge von mindestens 50 Euro vorstellen, knapp ein Drittel würde bis zu 100 Euro anlegen. Für jeweils 14 Prozent kommen Summen von 100 bis 150 Euro und darüber infrage.