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Amanda O’Toole im Gespräch „Am Klimaschutz orientierte Strategien sind keine Philanthropie“

Amanda O'Toole von Axa Investment Managers
Amanda O'Toole von Axa Investment Managers: Sie setzt mit einem Aktienfonds auf grüne Unternehmen. | Foto: Axa Investment Managers

Das Investment: Frau O’Toole, wo sehen Sie als Portfoliomanagerin Chancen im Bereich der Nachhaltigkeit?

Amanda O’Toole: Um eine Chance zu haben, die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, müssen wir unsere Emissionen radikal senken und den globalen Energiesektor von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen auf umweltfreundlichere, erneuerbare Alternativen umstellen.

Die Erkenntnis dieser Tatsache hat die Nachfrage nach sauberen Technologien angekurbelt, was zu rascher Innovation und einer Ausweitung der adressierbaren Märkte geführt hat. Gleichzeitig beobachten wir, dass Investoren ihr Klimarisiko begrenzen und vom strukturellen Wachstum der sauberen Technologien profitieren möchten.

Durch den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Welt können wir ein erhebliches zusätzliches absolutes Wirtschaftswachstum erzielen. Neue Sektoren von Wasserstoff, Kohlenstoffabscheidung und -speicherung bis hin zu nachhaltiger Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion werden allesamt Wachstum für die Zukunft schaffen.

Die Folgen des Klimawandels kommen schneller als von vielen erwartet. Das unterstreicht auch der aktuelle IPCC-Bericht. Auf welche Klimarisiken muss sich die Weltwirtschaft einstellen?

O’Toole: Klimarisiken können in zwei Formen auftreten. Es gibt physikalische Risiken, die sich aus extremen klimatischen Ereignissen ergeben und Übergangsrisiken, die sich aus der Umstellung der Wirtschaft und des rechtlichen Rahmens auf ein 1,5-Grad-Szenario ergeben.

Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Welt wird natürlich auch dazu führen, dass einige Sektoren florieren und andere schwächeln. Sektoren, die gestrandete Vermögenswerte nutzen, werden auf jeden Fall innovativ sein und investieren müssen, um größere Beeinträchtigungen zu vermeiden.

Abgesehen von den Umweltrisiken sind auch soziale und Governance-Fragen zwingend zu überwachen. Es ist wichtig ESG-Nachzügler zu identifizieren, da sie oft einem größeren Risiko ausgesetzt sind.

Nachhaltigkeitsaspekte in den Investment-Prozess einzubauen, erscheint mittlerweile obligatorisch. Was erwarten Sie vom Markt in den kommenden Jahren?

O’Toole: Wir sehen weiterhin eine wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen, wie die Rekordzahl von Emissionen grüner, sozialer und nachhaltiger Anleihen in der ersten Hälfte des Jahres 2021 zeigt. Auch Sustainability Linked Bonds, Instrumente, die nicht für eine spezifische Verwendung der Erlöse bestimmt sind, gewinnen an Aufmerksamkeit.

Wie sieht es speziell bei Aktien aus?

O’Toole: Hier erkennen wir viele Möglichkeiten im Zusammenhang mit Unternehmen, die auf saubere Technologien umstellen und dem Markteintritt neuer Firmen. Die anhaltende Dynamik kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sowohl auf Unternehmens- als auch auf Anlegerseite weiterhin Nachzügler in Sachen Klimawandel gibt, was das Ausmaß der noch bevorstehenden Veränderungen unterstreicht.

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