Ampega Gerling büßt für Derivate-Schummel

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Ampega Gerling hat fünf ihrer Aktienfonds eine Kapitalspritze in Höhe von 17 Millionen Euro verabreicht. Das berichtet die „Financial Times Deutschland“ (FTD) heute. Notwendig wurde das, weil sich das Aktienmanagerteam um Thomas Pethofer bei der Absicherung ihrer Positionen verzockte.

Nach den heftigen Kursschwankungen dieses Monats musste die Gesellschaft eingegangene Derivatepositionen mit hohen Verlusten schließen, da die daraus resultierenden Schwankungen des Fondsvermögens das gesetzliche Höchstmaß überschritten und somit gegen die Derivateverordnung verstießen.

Ampega wollte ihre Fonds durch den Kauf von sogenannten Put-Optionen gegen Kursverluste absichern. So sollten Aktienverluste bei Dax-Ständen unter 6.000 Punkten durch Gewinne der Optionen ausgeglichen werden. Um diese Absicherungsstrategie zu finanzieren, entschloss man sich, Dax-Put-Optionen mit einem wesentlich tieferen Basispreis, dessen Erreichen man für absolut unrealisitisch hielt, zu verkaufen. Als der Dax dann unerwartet stark fiel, wurde der Einfluss der Derivategeschäfte zu groß und sie mussten mit hohen Verlusten glattgestellt werden.

Betroffen ist unter anderem der Gerling Europa Aktien (WKN: 984731). Auf Monatssicht verzeichnet der auf gesamteuropäische Standardwerte spezialisierte Fonds ein Minus von 58,3 Prozent. Der Vergleichsindex Dow Jones Stoxx 50 liegt nur mit 15,7 Prozent in den roten Zahlen.

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