Afrika: Mehr als nur Bodenschätze

Der afrikanische Kontinent ist reich an natürlichen Ressourcen und fruchtbaren Bodenflächen. Auf einer Fläche von mehr als 30 Millionen Quadratkilometern verteilen sich 55 Länder, in denen rund 1,4 Milliarden Menschen leben. Damit ist Afrika sowohl in der Ausdehnung als auch hinsichtlich der Bevölkerungszahl der zweitgrößte Erdteil nach Asien.

Afrika beherbergt viele Bodenschätze, darunter circa 20 Prozent der weltweiten Gas- und Ölreserven, sowie große Vorkommen an Gold, Platin, Uran, Kobalt und Diamanten. Mit einem Anteil von mehr als 70 Prozent ist Afrika außerdem weltweit der größte Exporteur von Kakao, dem Grundstoff der auch hierzulande beliebten Schokolade. Nicht zu unterschätzen ist die gewaltige Fläche des Ackerlandes, das sich insgesamt auf rund 60 Prozent des global verfügbaren Ackerlandes summiert.

In den vergangenen Jahren haben ausländische Investoren daher zunehmend in die industrielle Landwirtschaft investiert und so eine gute Grundlage für zukünftiges Wachstum auf dem afrikanischen Kontinent geschaffen.

Risiken durch politische Instabilität

Die Wachstumspotenziale sind vielerorts bisher nur gering oder noch gar nicht genutzt worden, vor allem aufgrund von instabilen Regierungsverhältnissen in einigen Ländern und vielen Unruheherden. Anstatt über pulsierende Wirtschaftsmetropolen zu berichten, sind die Nachrichten meist von kriegerischen Auseinandersetzungen unter Volksstämmen, Korruption und Armut geprägt.

In einigen Ländern scheint sich die Lage jedoch zu verbessern und einige Staaten agieren inzwischen wirtschaftlicher als in der Vergangenheit. Die Gewinnung von Investoren und die Ansiedlung von internationalen Unternehmen kann nur dann erfolgreich sein, wenn Politik und Wirtschaft gemeinsam die Voraussetzungen dafür schaffen. 

 

Bildung verbessert den Lebensstandard

Noch zählt die Infrastruktur in Afrika zu einer der schlechtesten weltweit und in deren Verbesserung steckt auch der Schlüssel für die soziale und wirtschaftliche Weiterentwicklung des Kontinents. Die Lebensumstände der Afrikaner werden sich erst über den Zugang zu Bildungsangeboten verbessern können. Schätzungen zufolge ist das Potenzial in Afrika so enorm, dass in den nächsten zehn Jahren bis zu 40 Prozent der Bevölkerung zur Mittel- und Oberschicht aufsteigen und zu einem steigenden Konsum von rund 2,5 Billionen US-Dollar beitragen könnten. Noch vor zehn Jahren wurden Waren und Dienstleistungen im Wert von gerade einmal 1,1 Billionen US-Dollar konsumiert.

Am fortschrittlichsten geht es heute bereits in Nigeria, Ägypten und Südafrika voran, doch auch Länder wie Algerien, Marokko, Ghana und Kenia schließen auf. Eine steigende Kaufkraft würde ein enormes Wachstum in den Bereichen Basiskonsumgüter, Bildung, Transport und Immobilien ermöglichen. Die junge afrikanische Bevölkerung besitzt genug Potenzial, um auf dem Kontinent für zukünftiges Wachstum zu sorgen.

Amundi Pan Africa ETF

Das Angebot an Afrika-ETFs ist derzeit noch gering. Mit einem Fondsvolumen von rund 35 Millionen Euro ist der bereits im September 2008 in Luxemburg aufgelegte Amundi Pan Africa ETF aktuell der größte Afrika-ETF auf dem Markt. Die Gesamtkostenquote (TER) fällt mit 0,85 Prozent pro Jahr allerdings sehr hoch aus und liegt damit sogar am oberen Ende der von Amundi angebotenen passiven Aktien-ETFs.

Der Afrika-ETF bildet die Wertentwicklung des SGI Pan Africa Index EUR Net TR synthetisch über einen Swap ab. Im Index selbst werden die 30 größten Unternehmen gebündelt, die in Afrika gelistet oder überwiegend in Afrika tätig sind, darunter Titel aus Nordafrika, der Subsahara-Region und Südafrika. In jeder dieser Zonen werden die jeweils zehn größten Werte ausgewählt.

Mit 30 Titeln ist das Portfolio des Afrika-ETFs allerdings sehr konzentriert aufgestellt. Die Zusammensetzung des Index wird halbjährlich von Standard & Poor´s veröffentlicht und von der Société Générale final überarbeitet. Auf Finanztitel entfallen derzeit 36 Prozent, gefolgt von Materialien mit 33 Prozent und zyklischen Konsumgütern, die knapp 10 Prozent des Index ausmachen. Größter Titel im Index ist der südafrikanische Medienkonzern Naspers mit knapp 10 Prozent, gefolgt von den kanadischen Bergbauunternehmen First Quantum Minerals und Ivanhoe Mines.

Der Amundi Pan Africa ETF erzielte über ein Jahr einen Wertzuwachs von 16,2 Prozent, über drei Jahre beläuft sich die Rendite auf 7,0 Prozent und über fünf Jahre konnte eine Wertsteigerung von 10,3 Prozent verbucht werden.

Beimischung für risikofreudige Anleger

Anleger können mit dem Afrika-ETF von Amundi in einem gewissen Umfang, an den Wachstumschancen des afrikanischen Kontinents teilhaben. Insbesondere die junge Bevölkerung, die Urbanisierung und die Vielfalt an natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen sollten langfristig eine positive wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen.

Investitionen in afrikanischen Aktien sind jedoch mit erheblichen Risiken verbunden, denn politische Instabilität, Korruption und die Abhängigkeit von den Rohstoffpreisen können zu volatilen Marktentwicklungen führen. Zwar bietet der Afrika-ETF eine gewisse Risikostreuung, ist über Länder und Branchen hinweg jedoch noch wenig diversifiziert.

Risikofreudige Anleger, die das Potenzial Afrikas nutzen möchten, finden in dem ETF dennoch eine einfache Investitionsmöglichkeit als Beimischung für ihr Portfolio. Nach der schwachen Performance in den vergangenen Jahren könnte jetzt noch einiges an Kurspotenzial bei afrikanischen Aktien gegeben sein.