Europas größter Vermögensverwalter Amundi meldete für 2025 Nettozuflüsse von 87,6 Milliarden Euro. Das verwaltete Vermögen erreichte damit zum Jahresende 2,38 Billionen Euro, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im vierten Quartal flossen laut eigenen Angaben 20,9 Milliarden Euro zu.
Das verwaltete Vermögen profitierte zusätzlich von positiven Markt- und Währungseffekten in Höhe von rund 62 Milliarden Euro, wobei diese durch Rückgänge bei US-Dollar und indischer Rupie gedämpft wurden.
Die Neugelder verteilten sich auf verschiedene Bereiche: Das Passivgeschäft sammelte 76 Milliarden Euro ein, darunter 46 Milliarden in ETFs. Das aktive Management verzeichnete Zuflüsse von 13 Milliarden Euro, getrieben von Renten- und Multi-Asset-Strategien.
Im Kundensegment dominierte das institutionelle Geschäft mit 47,7 Milliarden Euro, gefolgt vom Privatkundengeschäft mit 21,7 Milliarden Euro. Die asiatischen Joint Ventures steuerten 19,5 Milliarden Euro bei. Indien sammelte 10 Milliarden Euro ein, China 2,4 Milliarden Euro.
Asien liefert 40 Prozent der Zuflüsse
Regional kam der größte Anteil aus Asien: 33 Milliarden Euro oder 40 Prozent der Gesamtzuflüsse. Fast die Hälfte davon stammte aus dem Direktvertrieb ohne Joint Ventures. Nordeuropa folgte mit 40 Milliarden Euro, hauptsächlich aus Großbritannien und Deutschland.
Im Nahen Osten schloss Amundi eine Vertriebspartnerschaft mit der First Abu Dhabi Bank ab und gewann mehrere Mandate. In Irland erhielt der Vermögensverwalter den Zuschlag, ein Drittel der Vermögenswerte des neuen Auto-Enrolment-Pensionssystems zu verwalten.
Vorsteuerergebnis steigt um 6 Prozent
Das bereinigte Vorsteuerergebnis stieg um 6,2 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro. Die Managementgebühren legten um 4 Prozent zu, Performance-Gebühren um 23 Prozent auf 173 Millionen Euro. Die Technologie-Erlöse wuchsen um 45 Prozent.
Die Kosten stiegen um 6 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro. Die Cost-Income-Ratio lag bei 52,1 Prozent. Eine leichte Margenerosion ergab sich durch die Verschiebung im Produkt- und Kundenmix.
Dividende und Aktienrückkauf angekündigt
Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von 4,25 Euro je Aktie vor. Dies entspricht einer Dividendenrendite von knapp 6 Prozent beim Kurs von Ende Januar (74,95 Euro). Die Ausschüttungsquote liegt bei 74 Prozent des Konzernergebnisses.
Zusätzlich kündigte Amundi ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 500 Millionen Euro an. Der Start erfolgt am 4. Februar, die Laufzeit beträgt etwa ein Jahr. Die erworbenen Aktien sollen eingezogen werden.
Partnerschaft mit ICG
Im November verkündete Amundi eine strategische Partnerschaft mit dem britischen Private-Markets-Spezialisten ICG. Amundi will eine Beteiligung von 9,9 Prozent aufbauen. Zunächst erwarb Amundi 4,64 Prozent über eine strukturierte Transaktion. Nach Erhalt der Genehmigungen soll ICG nach der Equity-Methode konsolidiert werden, voraussichtlich ab dem zweiten oder dritten Quartal 2026.
Diese Partnerschaft ist Teil des neuen Mittelfristplans „Invest for the Future“ bis 2028 (was der für Deutschland bedeutet, lesen Sie hier). Der Plan fokussiert auf sechs strategische Prioritäten: digitaler Vertrieb, Altersvorsorge, geografische Diversifikation mit Schwerpunkt Asien, aktives Management, ETFs und Technologie sowie Private Assets. Bis 2028 strebt Amundi Nettozuflüsse von 300 Milliarden Euro an.

