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Aktualisiert am 06.09.2018 - 14:38 UhrLesedauer: 5 Minuten
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Amundi zum Einfluss der EZB-Politik auf Anleihen „Wir finden Anleihen, die 3 bis 7 Prozent Zinsen zahlen“

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Politische Risiken für Europa: Es gibt gleichzeitige Unwägbarkeiten in unterschiedlichen Regionen. So belasten etwa die protektionistischen Maßnahmen, die Trump angekündigt (und teilweise schon umgesetzt) hat, die allgemeine Zuversicht. Der Ausgang des G7-Gipfels beweist, dass der amerikanische Präsident sogar noch weiter gehen will. So hat er bereits damit gedroht, die Zölle für aus Europa importierte Autos noch stärker anzuheben. Damit ist auch die Gefahr einer deutlich härteren Konfrontation bei den Handelsbeziehungen gestiegen. Gleichzeitig bleiben die Risiken im Nahen Osten erhöht und es drohen steigende Ölpreise. Dies sind sicherlich Risiken, die wir intensiv beobachten müssen, da sie die globale Wirtschaftslage beeinträchtigen können.

Bei Italien ist die Lage ziemlich klar: Mit der neuen Regierung werden die Beziehungen zur EU angespannter. Dies gilt vor allem für die Themen Migration und Steuern. Allerdings wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird; so hat die Koalition aus Fünf-Sterne und Lega einige ihrer angekündigten, EU-feindlichen Maßnahmen schon verschoben.

Die weiteren Absichten der EZB formulierte Mario Draghi eindeutig als Warnung an die Regierungen der EU: „Der EZB-Rat drängt auf entschiedene und zielgerichtete Schritte, damit auch die Bankenunion und die Kapitalmarktunion vollendet wird.“ Die Nachricht ist unmissverständlich. Die EZB hat ihren Job erledigt. Der Ball liegt nun in der Spielhälfte der EU-Regierungen.

Auswirkungen auf europäische Staatsanleihen: Das Ende des Ankaufprogramms könnte die Volatilität der Märkte verstärken und dazu beitragen, dass sich die Risikoprämien erhöhen. Sodann wird das gemäßigte Zinsniveau weiterhin dafür sorgen, dass höhere Renditen schwer zu finden sind. Immer noch notieren 25 Prozent der europäischen Staatsanleihen mit negativen Renditen.

Auswirkungen auf die Geldpolitik: Das Ziel ist ganz klar: Die EZB will der Erwartung gerecht werden, dass das Zinsniveau noch längere Zeit niedrig bleibt. So will sie die großzügige Versorgung mit Kapital sicherstellen. Zudem soll die Inflationsrate allmählich steigen; angepeilt ist ein Niveau etwas unter 2 Prozent. Wir müssen festhalten, dass dieser Normalisierungsprozess in einem sehr schwierigen Umfeld stattfindet.

Auswirkungen auf Unternehmensanleihen: Auf dem Markt für Unternehmensanleihen bleiben wir vorsichtig. Die Spreads sind weiter geworden und haben sich auf diesem weiteren Level stabilisiert. Daher rechnen wir damit, dass der Ausverkauf sich abschwächt. Sollte die Entwicklung anhalten, werden Unternehmensanleihen unter Umständen wieder sehr attraktiv. Das Ankaufprogramm CSPP für Unternehmensanleihen wird weiter eine massive Unterstützung sein. Auch die Fundamentaldaten sehen gut aus. In den Bilanzen finden sich erfreulich hohe Cash-Bestände und schließlich stützen auch Aktienrückkäufe den Markt. Trotzdem sollten Investoren vorsichtig sein, vor allem im Finanzsektor und hier wiederum bei langlaufenden Nachrangpapieren. Wir bevorzugen kurzlaufende High Beta-Anleihen, die hohe Coupons zahlen und wenig sensibel auf steigende Zinsen reagieren. Außerdem könnten Investoren von ausgewählten Emissionen des Primärmarktes, die neu gepreist wurden, profitieren. Also, um es zusammenzufassen: Obwohl wir in der Assetklasse vorsichtig agieren, finden wir immer noch Anleihen, die 3 bis 7 Prozent Zinsen zahlen.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.