Analyse: Anlagethema Alternative Auto-Antriebe

Die Deutsche Bank hat heute ein neues Themenzertifikat (WKN: DB3TXQ) emittiert, das 15 Unternehmen abbildet, die eine wichtige Rolle bei der Entwicklung alternativer Antriebsarten für Autos spielen. Der zugrundeliegende S-Box E-Power Automobil Performance-Index wird von dem Indexanbieter Structured Solutions zusammengestellt und von der Stuttgarter Börse berechnet.

Hintergrund der Anlageidee sind die weltweiten Bestrebungen, die CO2-Emission in den kommenden Jahren deutlich abzusenken. Aktuell trägt der Straßenverkehr 16 Prozent zum gesamten CO2-Ausstoß bei. Durch den Einsatz alternativer Antriebsformen abseits des Ottomotors ließen sich in diesem Bereich signifikante Einsparungen erzielen. Auf mittlere Sicht gilt vor allem der Einsatz von Elektromotoren als geeignetes Mittel. Langfristig können herkömmliche Motoren weitestgehend durch so genannte Brennstoffzellen ersetzt werden.

Elektromotoren werden heute bereits serienmäßig in Kombination mit Ottomotoren als Hybridantriebe eingesetzt. Über eine Batterie mit Strom versorgt, entfaltet der Elektromotor bereits bei geringen Drehzahlen seine volle Kraft und ist besonders bei häufigem Anfahren im Stadtverkehr geeignet. Der Benzinmotor spielt bei Hybridfahrzeugen hingegen seine Stärken bei gleichmäßigem Betrieb und hohen Geschwindigkeiten aus. Ob sich reine Elektromotoren durchsetzen werden, darf jedoch bezweifelt werden. Größte Nachteile sind heute die geringe Reichweite und die lange Ladezeiten der Batterie.

Brennstoffzellen produzieren Strom aus Wasserstoff und Sauerstoff mithilfe einer elektrochemischen Reaktion. Die großen Automobilkonzerne wie Daimler, Ford oder Toyota arbeiten seit Anfang der Neunziger Jahre an entsprechenden Autoantrieben. Mittlerweile haben es einige Konzepte bis zur Serienreife gebracht. So hat beispielsweise Honda vor kurzem seine erste Produktionslinie für Brennstoffzellenautos gestartet. In den kommenden drei Jahren sollen jedoch lediglich 200 Fahrzeuge des Modells FCX Clarity verkauft werden. Zu den ersten Kunden gehört Hollywood-Schauspielerin Jamie Lee Curtis.

Im S-Box E-Power-Index finden sich unter anderen der kanadische Hersteller von Brennstoffzellen Ballard Power Systems, der amerikanische Spezialist für Energiespeicherung Maxwell Technologies und der japanische Batteriehersteller GS Yuasa Corporation wieder. Etwas zweifelhaft ist jedoch zum Beispiel die Aufnahme des australischen Explorationsunternehmens Admiralty Resources. Hintergrund: Dieser Wert soll von den Nachfragesteigerungen des für Batterien benötigten Leichtmetalls Lithium profitieren. Jedoch erzielt das Unternehmen den Großteil seiner Umsätze mit der Förderung von herkömmlichem Eisenerz. Lithuim fällt bisher quasi als Nebenprodukt bei der Gewinnung von Pottasche an.

Die weiteren im Basket vorhandenen Werte passen jedoch besser zum Thema alternative Autoantriebe und weisen überwiegend spannende Geschäftsmodelle auf. Anlegern sollte jedoch bewusst sein, dass es sich größtenteils um kleinere Unternehmen mit einer volatilen Geschäfts- und Aktienkursentwicklung handelt. Einige der 15 Indexaktien bringen weniger als 200 Millionen Euro und nur wenige mehr als eine Milliarde Euro an Marktkapitalisierung auf die Waage. Im Index werden die Unternehmen nach ihrem Börsenwert mit einer Obergrenze von 15 Prozent gewichtet Zwei Mal im Jahr wird das Barometer angepasst. Die jährliche Managementgebühr beträgt 1,5 Prozent, dafür werden Dividenden – soweit vorhanden – reinvestiert.