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in KonjunkturLesedauer: 4 Minuten

Investment-Experte über steigende Nachfrage Die Zeit preiswerter Rohstoffe ist vorbei

Eröffnung des schwimmenden LNG-Terminals Neptune in Lubmin
Eröffnung des schwimmenden LNG-Terminals Neptune in Lubmin: Vor allem Energierohstoffe dürften teurer werden, meint Vermögensverwalter Michael Wittek. | Foto: Imago Images / Christian Spicker

Öl der Sorte Brent kostet derzeit fast exakt so viel wie vor einem Jahr, also noch vor dem Überfall der Russen auf ihr angebliches Brudervolk in der Ukraine. Das Industriemetall Kupfer notiert sogar trotz der jüngsten Aufwärtskorrektur noch tiefer als vor zwölf Monaten. Der Grund liegt auf der Hand: Die großen Wirtschaftsblöcke USA und Europa steuern offenbar auf eine Rezession zu.

Anleger und Verbraucher sollten sich aber nicht täuschen lassen: Deutlich preiswerter werden Energie und Rohstoffe wahrscheinlich nicht mehr. Vielmehr spricht einiges für eher höhere Preise. Das gilt insbesondere für die Energierohstoffe.

Nachfrage nach Öl und Gas wird wieder steigen

Mit dem Ende der Null-Covid-Politik steht in China die Wirtschaft vor einem Reopening. Dadurch wird die Nachfrage nach Öl und Gas wieder spürbar steigen. Deutschland konnte sich auch deshalb im Winter größere Mengen an Flüssiggas (FNG) sichern, weil die Nachfrage aus China eingebrochen war. Die Volksrepublik gehört mit Japan und Südkorea zu den drei größten FNG-Importeuren der Welt. Jetzt dürfte sich die Nachfrage aus China wieder normalisieren. Bei Rohöl ist eine analoge Entwicklung zu erwarten.

 

Gleichzeitig scheint es in den westlichen Industrieländern nur zu einer milden Rezession zu kommen, wenn überhaupt. Goldman Sachs geht bereits davon aus, dass der Euroraum nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2022 jetzt im neuen Jahr wieder auf Wachstum umschwenkt. Die Investmentbanker machen dafür die erstaunlich widerstandsfähige Industrie, die gesunkenen Gaspreise und das Reopening Chinas verantwortlich. Sie rechnen in Europa 2023 mit einem Wachstum von immerhin 0,6 Prozent. Zuvor waren sie noch von einem Rückgang um 0,1 Prozent ausgegangen.

Auch in den USA gibt es zumindest berechtigte Zweifel, ob es tatsächlich zu einer Rezession kommt. Die Regierung unter Präsident Joe Biden pumpt mit ihrem Inflation Reduction Act rund 430 Milliarden Dollar in die dortige Wirtschaft, um neue Industriebetriebe anzusiedeln und den grünen Umbau voranzutreiben. Dazu kommt noch, dass die USA anfangen werden, ihre Ölreserven wieder aufzufüllen, falls der Preis noch deutlich weiter zurückgeht. Im Bereich von 70 Dollar je Barrel WTI dürfte damit eine Untergrenze eingezogen sein.

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