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Analyse von HQ Trust

Die meisten Faktor-Strategien können etwas

Mit Faktor-Strategien sollen Anleger ein besseres Anlageergebnis erzielen als mit herkömmlichen Index-Investments, heißt es. Dafür werden Titel aus Indizes unter bestimmten Gesichtspunkten neu zusammengestellt. In eine Faktor-Strategie halten zum Beispiel nur solche Aktien Einzug, die aussichtsreich, aber unterbewertet sind – oder solche, die besonders gering schwanken. Neben den besonders gängigen Faktor-Strategien „Value“, „Growth“, „Low Volatility“ und „Momentum“ gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Faktoren, die das Anlageergebnis aufpolieren sollen.

Aber tun sie das auch wirklich? Sven Lehmann, Fondsmanager des HQ Trust Global Dividend, hat Performance und Risiko von zwölf Faktor-Strategien miteinander verglichen. Der Analysezeitraum ist großzügig gewählt und umfasst die Spanne Dezember 1996 bis Juni 2019. Der zugrundeliegende Index ist der S&P 500.  

So schneiden unterschiedliche Faktor-Strategien langfristig ab

Hier geht es zur Grafik im Original >>

Thomson Reuters Datastream/HQ Trust

Ergebnis: Die untersuchten Strategien erbringen im Untersuchungszeitraum zwischen 5,8 und 12,7 Prozent durchschnittliche Performance pro Jahr. Zehn von zwölf können den Index übertrumpfen. Am besten schneidet mit 12,7 Prozent im Mittel pro Jahr die Strategie „Buyback“ ab. Sie beruht auf Aktien von Unternehmen, die kurz zuvor besonders viele eigene Anteile von Anlegern zurückgekauft haben. Der reine Index kommt dagegen lediglich auf 8,3 Prozent.

Neben den Faktoren flossen auch zwei Misch-Strategien in die Analyse ein: Zum einen untersuchte Lehmann einen gleich gewichteten Mix aller Strategien zusammen. Dieser kommt auf eine mittlere Performance von immerhin 10,2 Prozent. Zum anderen schickte der HQ-Trust-Experte eine gleich gewichtete Mischung aus jenen Faktor-Strategien ins Rennen, die ein positives relatives Momentum gegenüber dem S&P 500 aufweisen.

Dieses sogenannte Faktor-Momentum-Modell hat insgesamt die Nase vorn. Beim reinen Anlageergebnis liegt es in etwa gleichauf mit dem Buyback-Faktor, hat diesem jedoch etwas voraus: „Die Buyback-Strategie konnte zwar im Ertrag mit dem Faktor-Momentum-Modell mithalten, aber in allen Risikokennzahlen ist sie wesentlich schlechter“, so Lehmann.

Von allen zwölf untersuchten Strategien verfehlten lediglich die Faktoren „Value“ (unterbewertete Titel) und „High Beta“ (Aktien hohem Beta-Faktor, also überdurchschnittlichen Schwankungen) das Anlageergebnis des reinen Index.

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