Die Transportlogistik steht vor einem spannenden Wandel: Automatisierung, Echtzeit-Tracking und steigende Anforderungen an Effizienz und Nachhaltigkeit prägen die Branche. In diesem dynamischen Umfeld spielt die Container-Vermietung eine Schlüsselrolle, da sie Unternehmen eine flexible und kosteneffiziente Lösung für den globalen Warentransport bietet.

Die Solvium-Gruppe aus Hamburg verspricht innovative Logistiklösungen mit attraktiven Investmentmöglichkeiten. Mit ehrgeizigen Zielen – darunter eine geplante Vertriebsleistung von 160 bis 180 Millionen Euro im laufenden Jahr.

DAS INVESTMENT: Herr Wreth, während Kriege, Inflation und Lieferkettenprobleme die Weltwirtschaft verunsichern, scheint Ihre Asset-Klasse erstaunlich stabil zu sein. Ist Transportlogistik der sichere Hafen in stürmischen Zeiten?

André Wreth: In turbulenten Zeiten zeigt sich die Resilienz unseres Geschäftsmodells besonders deutlich. Ob Suezkanal-Blockade oder Huthi-Rebellen – solche Ereignisse führen bei uns nicht zu dramatischen Schwankungen. Unsere Strategie basiert auf breit gestreuten, mittel- bis langfristigen Mietverträgen mit über 400 Mietern weltweit.

Wir verwalten rund 2.500 Güterwagen, circa 15.000 Wechselkoffer und mehr als 20.000 Container mit einer durchschnittlichen Vermietungsquote von 95 Prozent. Seit 2011 haben wir über 600 Millionen Euro Anlegerkapital investiert und rund 400 Millionen Euro an Mieten, Zinsen und Rückkäufen aus- beziehungsweise zurückgezahlt – mit einer 100-prozentigen Prognose-Erfüllungsquote. Man könnte sagen: Wir sind ein Stück weit langweilig – und das ist gut so!

Ganz und gar nicht langweilig war sicherlich, dass der Adrealis Service KVG die Lizenz entzogen wurde und dies den Publikumsfonds Solvium Logistic Fund One vor Herausforderungen gestellt hat ...

Wreth: Gemeinsam mit der Verwahrstelle und weiteren Dienstleistern haben wir zügig reagiert und proaktive Maßnahmen ergriffen, um die Interessen unserer Anleger zu wahren. Dies ermöglicht nun eine vorzeitige Auflösung sowie die voraussichtliche Erreichung der prognostizierten jährlichen Zielrendite – ein Erfolg im Sinne unserer Anleger.

Dafür haben Sie kürzlich den Solvium Transportlogistik Fonds aufgelegt, der als geschlossener Artikel-8-Fonds klassifiziert ist. Logistik und Nachhaltigkeit – das klingt erst einmal wie ein Widerspruch.

Wreth: Ist es aber nicht. Mit diesem Fonds setzen wir verstärkt auf Nachhaltigkeit. Mindestens 51 Prozent des Kapitals fließen in Güterwagen und mindestens 10 Prozent in Wechselkoffer. Der Schienengüterverkehr verursacht im Vergleich zum Straßentransport etwa 80 Prozent weniger Treibhausgasemissionen.

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Was ich besonders gut finde: Der Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit mit Investitionen in den Schienenverkehr fördert nicht nur die Ökologie, sondern geht Hand in Hand mit attraktiver Rendite – hier ergänzen sich Ökologie und Ökonomie perfekt.

Wie wichtig ist denn Nachhaltigkeit inzwischen für Ihre Investoren?

Wreth: Das Thema hat enorm an Bedeutung gewonnen. Wir haben unserem klassischen Anlagekonzept mit den Säulen „Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit“ inzwischen die Säule „Nachhaltigkeit“ hinzugefügt. Bereits 2021 wurden wir Mitglied im „Forum Nachhaltige Geldanlagen“, und wir veröffentlichen regelmäßig einen ESG-Bericht nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex. 2023 haben wir zudem die Solvium pro bono GmbH & Co. KG gegründet, die soziale und ökologische Projekte unterstützt. Dieser Weg bedeutet für unsere Investments aber nicht, auf Rendite verzichten zu müssen.

André Wreth steht neben Jürgen Kestler, Geschäftsführer Solvium Capital Vertriebs GmbH
Wichtiger Mann für André Wreth: Jürgen Kestler (r.), Geschäftsführer der Solvium Capital Vertriebsgesellschaft, soll 2025 über 160 Millionen Euro einsammeln. © DAS INVESTMENT

Auf welche Investoren zielen Ihre Angebote ab?

Wreth: Wir haben eine breite Investorenbasis – von Privatanlegern bis zu institutionellen Kunden wie Pensionskassen und Versorgungswerken, vor allem aus Deutschland und der Schweiz. Institutionelle Investoren schätzen besonders die regulatorischen Standards unserer Produkte. Sie denken zunehmend in Asset-Klassen, und wir bilden im Bereich der Infrastruktur den Sektor Verkehrsinfrastruktur ab.

Im Gegensatz zu anderen Infrastruktur-Investments bieten wir zwei entscheidende Vorteile: Wir können sehr schnell investieren, und wir generieren sofort laufende Cashflows. Wenn Sie ein Solarkraftwerk oder eine Brücke bauen, vergehen oft Jahre bis zu den ersten Erträgen. Bei uns beginnen die Mietrückflüsse praktisch sofort. Zudem sind unsere Investments rein eigenkapitalfinanziert.

Als Asset-Manager für Logistikequipment sind Sie nicht direkt in operative Logistikprozesse involviert. Sie verkaufen das als Vorteil – weshalb?

Wreth: Das Charmante an unserem Geschäftsmodell: Wenn wir Wechselkoffer, Güterwagen oder Container an die Mieter übergeben haben, müssen wir uns nicht um Reparatur, Wartung oder Instandhaltung kümmern. All das liegt bei den Mietern. Sollte ein Asset mal nicht vermietet sein, entstehen minimale Kosten – etwa 12 Euro monatlich für die Unterstellung eines Containers. Bei einem Containerschiff dagegen fallen auch im Stillstand hohe Kosten für Häfen, Personal und Betriebsstoffe an. Ähnlich bei Immobilien.

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Wie prüfen Sie die Bonität Ihrer Mieter?

Wreth: Unser Risikomanagement ist sehr umfassend. Alle Mieter über einer bestimmten Bagatellgrenze werden jährlich einer gründlichen Prüfung unterzogen – von Jahresabschlüssen über handelnde Personen und Bilanzen bis hin zum Zahlungsverhalten und zur Compliance. Dies geschieht unter Einbindung internationaler Wirtschaftsauskunfteien und externer Spezialisten.

Was ist Ihr wichtigster Rat für Investoren, die in den Logistiksektor einsteigen wollen?

Wreth: Schauen Sie nicht nur auf Produkte und historische oder versprochene Renditen, sondern auf den ganzheitlichen Ansatz und die Frage: Wer hat die Rendite wie erzielt? Orientieren Sie sich an Partnern mit Erfahrung im Krisen- und Risikomanagement.

Helmut Schmidt soll einmal gesagt haben: „Bei schlechtem Wetter erkennt man den guten Segler.“ Genau darum geht es. Wir haben viele Jahre Erfahrung und Manager im Haus, die erfolgreich durch Krisen wie die Weltwirtschaftskrise 2008/2009 gesteuert sind. Produkte sind schnell konzipiert, aber das Management dahinter sollte langjährig erfahren sein.

Über André Wreth von Solvium

André Wreth, Jahrgang 1976, ist seit 2012 bei Solvium tätig und fungiert als Inhaber und Vorstand der Gruppe. Als Vorstand für Vertrieb und Kommunikation bei der Solvium Holding AG bringt der studierte Betriebswirt seine Expertise aus der Finanzdienstleistungsbranche ein. Seit 2020 ist er außerdem Geschäftsführer der Solvium Capital Vertriebs GmbH.

Unter seiner Führung hat das Unternehmen seine Position im Markt für Logistik-Investments kontinuierlich ausgebaut. Die Solvium-Gruppe hat ihren Hauptsitz unweit des Hamburger Hafens und verwaltet derzeit ein Asset-Volumen von rund 400 Millionen Euro.

Seine Freizeit verbringt Wreth gerne mit der Familie und in der Natur. Zudem ist er nach eigener Aussage „einer von 82 Millionen deutschen Fußball-Bundestrainern“.