DAS INVESTMENT: Der Pimco Euro Short Maturity ETF und der Pimco US Dollar Short Maturity ETF zählen einer Scope-Studie zufolge hierzulande zu den größten aktiven ETFs. Was ist das „aktive“ an den Strategien?

Andreas Schmid: Beide Anleihe-ETFs sollen ihre Wertentwicklung zwar an passenden Indizes messen lassen. Allerdings gelten die Strategien auch in Bezug zur Benchmark als aktiv verwaltet. Die Indizes werden nicht für die Portfoliozusammensetzung der Fonds herangezogen. Ins Portfolio kommen festverzinsliche Wertpapiere mit kürzeren Laufzeiten, darunter Staats- und Unternehmensanleihen sowie hypotheken- oder andere vermögensbesicherte Wertpapiere.

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Quelle Fondsdaten: FWW 2026

Wer managt die aktiven ETFs aus Ihrem Hause?

Schmid: Unsere aktiv verwalteten ETFs werden von demselben Team – bestehend aus mehr als 270 Portfoliomanagern und 80 Analysten – betreut, das auch für die Verwaltung der klassischen aktiven Investment-Strategien eingesetzt wird. Das gilt ebenso für die hauseigenen Analysen, das Risikomanagement sowie den Investmentprozess. Das Team, das sich um Cash-Management-Strategien und somit auch um die genannten aktiven ETFs kümmert, besteht aus 25 Portfoliomanagern, die das Portfolio kontinuierlich überprüfen und anpassen.

Abbilden von Indizes hat Nachteile - besonders bei Anleihen

Welche Vorteile sehen Sie bei aktiven ETFs gegenüber rein aktiven oder rein passiven Produkten?

Schmid: Investoren haben mittlerweile erkannt, dass sich hochwertige aktive Investments sowohl mit Investmentfonds als auch mit ETFs realisieren lassen – das gilt für Anleger aller Größenordnungen. Die Vorteile von ETFs liegen auf der Hand: Handel an öffentlichen Börsen, kontinuierliche Preisbildung während des Handelstags, keine Mindestinvestitionsanforderungen oder Haltefristen und die tägliche Einsicht in die Bestände. Allerdings hat der reine Nachbau von Indizes Nachteile und einige davon machen sich im Anleihemarkt besonders bemerkbar.

 

Welche Nachteile sind das?

Schmid: Viele Indizes setzen sich anhand der Marktkapitalisierung der Unternehmen zusammen. Während dieses Vorgehen bei Aktien durchaus sinnvoll sein kann, führt es bei Anleihen dazu, dass Emittenten mit der größten ausstehenden Verschuldung im Index stärker gewichtet werden. Hinzu kommen eine geringe Preistransparenz und komplexere Strukturen im Anleihemarkt, die zu höheren Transaktionskosten führen. Alles in allem schaffen diese Faktoren echte Performance-Hürden für Investoren, die passiv in Anleiheindizes investieren.

Wie schätzen Sie das Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren ein?

Schmid: Aufgrund der genannten Nachteile rechnen wir damit, dass immer mehr Investoren auf aktive Anleiheportfolios zurückgreifen. Hinzu kommt, dass aktive Manager ihre Research-Kompetenzen nutzen können, um zu prüfen, ob ein Investment vielversprechend ist. Außerdem haben sie die Möglichkeit, auch außerhalb des Index nach Alpha-Potenzial zu suchen. Kurzum: Aktives Management bietet – insbesondere bei Anleihen – mehr Spielraum, um die gewünschten Ergebnisse für die Anleger zu erzielen.

Über den Autor:
Andreas Schmid ist Leiter Global Wealth Management in Deutschland, Österreich sowie Zentral- und Osteuropa bei Pimco.