Andrew Stanners im Interview „Emerging-Markets-Anleihen mit weniger Volatilität“

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Wie gehen Sie konkret vor?

Stanners: Der Fonds muss sich nicht an einer Benchmark orientieren, wir sind somit völlig frei in unseren Anlageentscheidungen. Um das Potenzial voll auszuschöpfen und gleichzeitig die Risiken zu minimieren, investieren wir im gesamten Spektrum der Schwellenländer-Anleihemärkte. Grundlage unseres Anlageprozesses ist dabei eine ausführliche Länder- und Unternehmensanalyse, die auch weltwirtschaftliche Entwicklungen berücksichtigt. Unsere jeweilige Gewichtung hängt dabei davon ab, wie viele attraktive Anlagemöglichkeiten gerade zur Verfügung stehen. Sehen wir davon nicht so viele, erhöhen wir unseren Anteil in US-Staatsanleihen oder die Cash-Quote. Zudem können wir ausgewählte Short-Positionen eingehen, um unsere risikoadjustierten Erträge zu erhöhen – oder zu Absicherungszwecken.

Könnten Sie das Schwellenländeranleihen-Portfolio auch auf null runterfahren?

Stanners: Theoretisch wäre das möglich, in der Praxis war dies aber nie der Fall. Historisch gesehen hatten wir 2009 unmittelbar nach Ende der globalen Finanzkrise mit 50 Prozent die niedrigste Emerging-Markets-Zuteilung.

Wie sieht Ihre aktuelle Allokation aus?

Stanners: Wir haben zuletzt Gewinne aus Frontier-Markets-Anleihen mitgenommen und diese in US-Staatsanleihen und Cash investiert. Zurzeit liegt der Schwellenländeranteil im Portfolio bei 75 Prozent. Der Großteil davon, genauer gesagt 63 Prozent, steckt in Staatsanleihen und Quasi-Staatsanleihen in Hartwährung. Und 12 Prozent haben wir aktuell in Lokalwährungsanleihen investiert.

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