Als Moderator durfte ich auch in diesem Jahr wieder durch eine Veranstaltung führen, die in der Finanzbranche ein ungewöhnliches Prinzip pflegt: Hier stehen nicht Produkte und Vertrieb im Mittelpunkt, sondern Probleme. Ganz konkrete operationelle Probleme, mit denen Asset Manager, Kapitalverwaltungsgesellschaften und andere Marktteilnehmer jeden Tag zu kämpfen haben. Und genau das macht für mich den besonderen Reiz der Anecon aus. Wo sonst treffen sich Operations Experten, um offen darüber zu sprechen, was im eigenen Unternehmen noch nicht rundläuft? Wo zeigt man anderen Marktteilnehmern, an welchen Prozessen man gerade arbeitet, welche Lösungen funktionieren und an welchen Stellen man selbst noch nach Antworten sucht?
Auf der Anecon geht das. Vielleicht auch deshalb, weil hier nicht die üblichen Sales Gespräche dominieren. Statt Product Placement gibt es Praxis. Statt Hochglanzpräsentationen konkrete Herausforderungen. Und statt Visitenkartenweitwurf einen fachlichen Austausch, bei dem man voneinander lernen kann. Denn Fortschritt beginnt nicht dort, wo alle behaupten, bereits die perfekte Lösung zu haben. Sondern dort, wo jemand offen genug ist, das Problem auf den Tisch zu legen. Inhaltlich ging es in diesem Jahr um Themen, die viele Unternehmen der Finanzbranche derzeit intensiv beschäftigen. Wie verändert Künstliche Intelligenz den Einkauf und die Nutzung von Marktdaten? Wie lassen sich Prozesse im Marketing und insbesondere im Kundenreporting automatisieren? Welche neuen Möglichkeiten entstehen durch KI, wenn beispielsweise aus einem klassischen Factsheet plötzlich ein „sprechendes Factsheet“ wird? Und natürlich durfte auch die Regulatorik nicht fehlen, diesmal mit besonderem Blick auf die kommenden Veränderungen durch SFDR 2.0.
Das Besondere dabei: Die Antworten kamen nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus der Praxis. Die Speaker berichteten von eigenen Erfahrungen, konkreten Projekten, funktionierenden Lösungen und manchmal eben auch von den Schwierigkeiten auf dem Weg dorthin. Natürlich ist auch das Unternehmen Anevis Solutions, der Veranstalter, Teil dieser Lösungswelt. Das Unternehmen entwickelt gemeinsam mit seinen Kunden Lösungen für genau jene operationellen Herausforderungen, um die sich die Anecon dreht. Dass Anevis mit der Veranstaltung in Würzburg eine Plattform schafft und finanziert, auf der der fachliche Austausch und nicht der Verkauf im Vordergrund steht, gehört für mich deshalb ebenfalls zum besonderen Konzept dieser Veranstaltung.
Mein Fazit nach vielen Gesprächen, Vorträgen und Diskussionen: Die Anecon zeigt, wie wertvoll eine Veranstaltung sein kann, wenn die Teilnehmer nicht nur darüber sprechen, was sie können, sondern vor allem darüber, wo sie noch besser werden wollen.
Die folgenden Bilder geben einen kleinen Einblick in zwei intensive Tage voller Diskussionen, Ideen, Begegnungen und hoffentlich auch der einen oder anderen Lösung.
Zum dritten Mal lud die Anecon 2026 für 2 Tage nach Würzburg in Unterfranken ein. Über 100 Teilnehmer folgten der Einladung.