Angeklagt: Ex-UBS-Händler sucht Hilfe beim Ex-Betrüger

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Tom Hayes ist einer der drei Banker, die in London verhaftet wurden. Die Behörden werfen dem ehemaligen Derivate-Händler von der UBS vor, den Libor-Satz manipuliert zu haben. Nun droht dem mutmaßlichen Betrüger eine Auslieferung an die USA.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf vertrauenswürdige Quellen berichtet, soll Hayes David Bermingham um Rat gefragt haben. Denn beim Thema Auslieferung kennt sich Bermingham bestens aus. Er war einer der drei leitenden Angestellten der Nat-West-Bank, die in den Enron-Skandal verwickelt waren. Im Jahr 2006 lieferten ihn britische Behörden an die USA aus, wo er wegen Veruntreuung verurteilt wurde und zwei Jahre im Gefängnis verbrachte.

Heute betreibt Bermingham die Beratungsfirma DB Strategic Consulting. Dort berät er seine Kunden in Fragen rund um Auslieferungen und Verteidigungsstrategien mit den USA. Auch aus seiner Zeit im Gefängnis versucht der Ex-Banker Profit zu ziehen: Kunden, bei denen alle Verteidigungsstrategien versagt haben, bietet er Beratung zu Überlebensstrategien im Gefängnis an.

Hayes rät Bermingham, ohne die offenkundige Zustimmung der USA keinen Deal einzugehen, wenn er die Wahl zwischen einer Verhandlung mit der US-Regierung oder den britischen Behörden haben wird. „Die Bedrohung der Auslieferung an die USA ist real, und einmal dort angekommen, ist das Spiel für jeden Angeklagten vorbei“, erklärt er gegenüber Bloomberg.

Des Weiteren sieht Bermingham laut Bloomberg „frappierende Ähnlichkeiten“ zwischen dem aktuellen Libor-Skandal und seinem eigenen Betrugsfall von vor über zehn Jahren.