Quelle: Union Investment

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Angst und Freude

Was Anleger über die niedrigen Zinsen 2015 denken

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Mit Blick auf die Zinsentwicklung in den nächsten sechs Monaten ist für deutsche Sparer keine Trendwende in Sicht. Die Mehrheit (61 Prozent) rechnet mit gleichbleibend niedrigen Zinsen. 21 Prozent gehen sogar von weiter fallenden Zinsen aus.

Das ergab eine Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment durchgeführt hat. Befragt wurden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen.

Doch wie beurteilen die deutschen Anleger die Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds auf ihre persönliche finanzielle Situation? Auch dieser Frage gingen die Forscher nach. Das Ergebnis: 36 Prozent der Befragten glauben, dass die aktuell niedrigen Zinsen negative Auswirkungen für sie persönlich haben. 34 Prozent versprechen sich dagegen einen Vorteil, möglicherweise weil sie ein Darlehen aufnehmen möchten. Ein weiteres Drittel (30 Prozent) erwartet weder positive noch negative Folgen. Börsenrallye erwartet

Die künftigen Entwicklungen an den Börsen beurteilen die Umfrageteilnehmer indes überwiegend optimistisch: Fast jeder Zweite (47 Prozent) geht von steigenden Börsennotierungen aus. Das sind mehr als doppelt so viel wie im dritten Quartal 2014 (18 Prozent). Dabei setzt sich die Gruppe der Optimisten zusammen aus 29 Prozent, die von leicht steigenden Kursen ausgehen, und 18 Prozent, die mit stark steigenden Kursen rechnen. Im Gegenzug werden die pessimistischen Stimmen leiser. Glaubten im Vorquartal 39 Prozent der Anleger an fallende Aktienmärkte, ist es derzeit ein Fünftel (21 Prozent). Knapp jeder Dritte (31 Prozent) erwartet dagegen gleichbleibende Notierungen im Vergleich zu 36 Prozent bei der letzten Befragung.

Diese Marktmeinung spiegelt sich auch in der Beurteilung der einzelnen Anlageklassen wider. So verlieren zinsbasierte Anlageformen - vor allem das Sparbuch - an Attraktivität. Hielt im letzten Quartal fast jeder dritte Anleger (29 Prozent) das Sparbuch für eine gute Geldanlage, ist es derzeit nur noch jeder Fünfte (19 Prozent). Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Fragestellung im ersten Quartal 2010. Auch Tagesgeld, Festgeld, Kapitallebensversicherung und festverzinsliche Wertpapiere büßen an Attraktivität ein. Aktien und Fonds werden interessanter

Aktien und Investmentfonds hingegen werden zum zweiten Mal in Folge attraktiver beurteilt: Während Aktien von 30 Prozent im zweiten Quartal 2014 auf aktuell 33 Prozent steigen, legen Investmentfonds im gleichen Zeitraum um acht Prozentpunkte auf 31 Prozent zu.

30 Prozent der Anleger nehmen das aktuell niedrige Zinsniveau zum Anlass, ihre Geldanlagen zu überdenken.

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