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Ultraschnell-Ladestation auf der Messe E-World energy & water in Essen: Die zunehmende Beliebtheit von Elektrofahrzeugen eröffnet Investoren viele langfristige Chancen. | © imago images / Cord Foto: imago images / Cord

Anlage in E-Autos

Wie Anleger sich mehr Spannung ins Portfolio holen

Dank des legendären Gründers Elon Musk, begehrter Fahrzeuge und eines fast 400-prozentigen Kursanstiegs im vergangenen Jahr ist Tesla zum Vorzeigeunternehmen für die Umstellung auf emissionsfreie Mobilität geworden.

Der neue automobile Glamour begeistert viele Anleger. Investoren sollten jedoch auch den vielfältigen Technologien, die eine umfassende E-Auto-Revolution erst ermöglichen, besondere Aufmerksamkeit schenken. Leichtere Batterien mit längerer Lebensdauer, ultraschnelle Ladevorrichtungen und eine völlig neue Generation von Halbleitern spielen eine nicht minder wichtige Rolle als der Hersteller des bekanntesten Elektroautos der Welt. Viele Zulieferer bieten sich ebenfalls für Investments an.

Zahl der E-Autos in Deutschland binnen Jahresfrist verdoppelt

Nach einer längeren Trial-and-Error-Phase gewinnt die Elektrifizierung jetzt an Dynamik. So steigt in Deutschland die Nachfrage nach E-Autos deutlich. Mittlerweile rollen mit 63.000 Autos doppelt so viele Elektrofahrzeuge über die Straßen als noch vor einem Jahr, heißt es in einer aktuellen Untersuchung des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. „In Deutschland profitiert die Elektromobilität bereits von der Ende Februar angehobenen E-Auto-Förderung“, begründen die Experten um Studienleiter Stefan Bratzel den Sprung bei den Anmeldungen.

Im Jahr 2030 könnten laut Untersuchungen der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) weltweit erstmals mehr Autos mit Elektro-Antrieben als mit Verbrennungsmotoren verkauft werden (batteriebetriebene Wagen und Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieben zusammengezählt). Schon jetzt gibt es Hinweise darauf, dass China der E-Auto-Branche nach der Corona-Krise bevorzugt wirtschaftliche Impulse geben wird. Peking will den Anteil an Elektrofahrzeugen auf chinesischen Straßen in den kommenden fünf Jahren von 5 Prozent (2019) auf 25 Prozent erhöhen.

Lithiumbatterien werden sauberer, günstiger und leistungsfähiger

Treiber für die Entwicklung sind die Vorgaben zum Schadstoffausstoß sowie sinkende Batteriekosten. Der Batteriepreis dürfte zwischen 2014 und 2030 um 80 Prozent fallen, prognostiziert BCG. Damit würde das Fahren eines E-Autos wirtschaftlich sehr attraktiv sein, denn der Unterhalt eines Elektroautos verursacht nur einen Bruchteil der Kosten, die beim Betrieb eines Benziners anfallen.

Gleichzeitig haben die Hersteller den Nickelgehalt von Batteriezellen stetig erhöht, um die Kapazität zu steigern, das Gewicht zu verringern und die Reichweite von Elektroautos zu erhöhen. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Vorteil: Der teure und umstrittene Kobaltanteil einer Batterie wird reduziert. In der Entwicklung stehen sogenannte Festkörperbatterien, die überhaupt kein Kobalt mehr enthalten.

Halbleiter: Winzige Kraftprotze

Die Ladestationen werden ebenfalls schneller, sodass Fahrer in Zukunft nicht mehr lange ausgebremst werden. Einige der neuen Supercharger bieten 250 kW – fast doppelt so viel wie die Modelle von Tesla der ersten Generation, die eine Ladeleistung von 120 bis 150 kW hatten. Fahrer können jetzt nach nur fünfminütigem Laden bereits wieder 120 km weit fahren. Ein neues europaweites Ladesäulennetz basierend auf einer 800 V-Architektur könnte die Ladeleistung auf sogar 350 kW katapultieren.

Damit dies möglich ist, müssen jedoch erst einige technologische Hürden überwunden werden. So müssen Elektrofahrzeuge mit hochentwickelter Leistungselektronik und Halbleitern ausgestattet sein, um ultraschnelle Charger nutzen zu können. Kein ganz leichtes Unterfangen: Ein Elektrofahrzeug benötigt bis zu 15 Mal mehr Leistungshalbleiter als ein Benziner. Hier kann eine neue Generation von leistungsstarken Silizium-Chips helfen. Die Leistungshalbleiter spielen zugleich eine wichtige Rolle bei der Minimierung von Stromverlust und der Senkung des Energieverbrauchs.

In der Halbleiterindustrie stellen Leistungshalbleiter ein schnell wachsendes Segment dar, dessen Umsätze bis 2025 die Marke von 55 Milliarden US-Dollar erreichen dürften. SiC-Halbleiter sind jedoch schwieriger herzustellen als reguläre Silizium-Halbleiter. Für die Produktion ist hochentwickelte Fertigungstechnologie nötig, über die zurzeit nur eine Handvoll spezialisierter Hersteller weltweit verfügt.

SiC: Der neue Stern am E-Auto-Himmel

Die E-Auto-Branche greift auch auf neue Materialien zurück, um die Effizienz zu erhöhen. Eines davon ist Siliziumkarbid (SiC), eine widerstandsfähige kristalline Verbindung aus Silizium und Kohlenstoff. Wird sie in einem Halbleiter als Alternative zu Silizium eingesetzt, können Elektromotoren mit höheren Spannungen betrieben werden: In Anwendungsbereichen mit hoher Leistung stechen SiC-Komponenten ihre Pendants aus Silizium aus, weil sie kleiner, schneller und effizienter sind. Nicht zuletzt haben sie das Potenzial, die Ladezeit zu halbieren und die Reichweite um bis zu 20 Prozent zu erhöhen.

Pictet-Clean Energy: Investieren in E-Auto-Technologie

Die zunehmende Beliebtheit von Elektrofahrzeugen hat viele Technologien und Branchen aus dem Schattendasein geholt, die attraktive langfristige Chancen für Investoren bieten. Zu diesen vielversprechenden Branchen, die der Fonds Pictet – Clean Energy abdeckt, gehören zum Beispiel Nischenversorger, die die Ladeinfrastruktur aufbauen und betreiben, oder Industrieunternehmen, die Elektromotoren herstellen. Batterien und Halbleiter mit ihren technologischen Innovationen sind ebenfalls ein erfolgreiches Spielfeld für Investoren. Unternehmen, die diese Komponenten entwickeln, profitieren von hohen Einstiegsbarrieren und strukturell höheren Margen.

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