Egon Wachtendorf, verantwortlicher Redakteur von DER FONDS, dem Schwestermagazin von DAS INVESTMENT

Egon Wachtendorf, verantwortlicher Redakteur von DER FONDS, dem Schwestermagazin von DAS INVESTMENT

Anlageberater? Alternativlos!

Berater, die sich professionell um das Geld anderer Leute kümmern, haben es momentan nicht leicht. Das schändliche Verhalten vieler Banken und Banker in der Finanzkrise und das auch davor längst nicht immer am Wohle des Kunden ausgerichtete Geschäftsgebaren der Branche haben ein Klima des Misstrauens geschaffen, das eine ganze Berufs gruppe unter Generalverdacht stellt.

Ganz zu schweigen von den Anforderungen der staatlichen Regulierung, die Ressourcen bindet, Kreativität tötet und sich von ihrem eigentlichen Ziel – dem Schutz von Anlegern und Verbrauchern – mit jeder neuen Auflage weiter entfernt. Ein Traumjob sieht anders aus.

So kann man es sehen, sicher. Doch es gibt auch eine positive Seite am Beruf des Anlageberaters, die selten so offen zu Tage tritt wie in diesen Wochen und Monaten: Jeder braucht ihn. Das war über Jahrzehnte hinweg ganz anders. Natürlich hatte ein Berater immer schon die Möglichkeit, sich auf seriöse Weise zu profilieren und seinem Kunden dabei zu helfen, eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen.

Aber: Millionen von Anlegern sind ebenso gut damit gefahren, ihr Vermögen in Eigenregie mit Anleihen, Bundesschatzbriefen oder einem attraktiv verzinsten Wachstumssparkonto zu mehren. Das funktioniert heute nicht mehr, und der Handlungsdruck wächst mit jedem Produkt, dessen Zinsbindung aus läuft. Gibt es ein besseres Umfeld, um den Grundstein für eine lange und vertrauensvolle Geschäftsbeziehung zu legen?

Mehr zum Thema
Zertifizierung: Der normierte Wahnsinn Niedrige Zinsen kosten Milliarden – wie legt man jetzt richtig an? "Subkultur im Finanzmarkt“: SPD-Abgeordneter über das Honorarberatergesetz